PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Synanon



n8wächter
01.11.2005, 22:26
Hallo! Durch ein wieder mal abendliches Surfen durch das web bin ich auf Euch gestoßen. Mir ist das Hofgut Fleckenbühl noch als Synanon-Einrichtung bekannt ,und ich war erstaunt, daß dieser ehemalige Name nicht mehr bei Euch auftaucht. Habt Ihr noch etwas mit Synanon Berlin zu tun oder seit Ihr ein eigenständiger Verein?
Findet noch das Synanonspiel statt?

Kurz zu meiner Person: ich lebe seit 20 Jahren ohne Drogen, bin 45 Jahre, Synanon war mir durch einen Freund ein Begriff, der in Schönstadt bei Euch weilte. Beruflich habe ich inzwischen gelegentlich mit Eurer Tagesgruppe in Ginseldorf zu tun. Außerdem bin ich im Vorstand eines Arbeitsprojektes für Suchtkranke in Bad Nauheim, wo ich einst vor 20 Jahren Gründungsmitglied war.
Für eine Antwort wäre ich dankbar:

DonRon
01.11.2005, 23:01
Hallo n8wächter,

herzlich willkommen im Forum. Es ist richtig, wir haben uns 1995 voneinander getrennt. Die Suchthilfe Fleckenbühl ist seitdem ein eigener Verein und wir haben praktisch nichts mehr mit Synanon zu tun.
Das Synanonspiel findet nur noch bei uns statt und heißt nach wie vor auch so.
Was hast du mit Ginseldorf zu tun?

Herzliche Grüße

n8wächter
02.11.2005, 00:19
Hallo!
Beruflich arbeite ich für den Verein Lichtblick, der eine Tagesgruppe nach KJHG in Bad Nauheim betreibt. Eine Kollegin von mir nimmt am Regional-Treffen der TGs Mittelhessen teil. TG Fleckenbühl war vor ca. 3 Wochen bei uns in Bad N. zu Besuch. Leider war ich auf Weiterbildung und konnte die KollegInnen aus Ginseldorf nicht kennenlernen. Aber ich war auch sehr erfreut darüber, daß Fleckenbühl eine TG hat. Ich habe mal Stellenanzeige gelesen und kurz überlegt, ob ich mich dort bewerben soll, da mir Euer Konzept gut gefällt (zumindestens damals und wahrscheinlich auch heute) und da ich durch eigene Suchtmittelabstinenz mich sehr für Synanon interessierte.

helle
03.11.2005, 12:55
...Das Synanonspiel findet nur noch bei uns statt und heißt nach wie vor auch so...

hallo donron,

verstehe ich das richtig mit dem "nur"? wenn ja, was machen denn die synanesen stattdessen?

DonRon
03.11.2005, 19:13
Hallo Helle,
keine Ahnung, die machen jetzt Gruppen, was immer das ist. Da sie nichts anderes gelernt haben, werden das im Prinzip auch schon Spiele sein, aber der Begriff ist in Ungnade gefallen. Wie alles Alte auch.
Gerade erklang der Ruf zu Abendessen. Später vielleicht mehr.

Gruss

MaJa
03.11.2005, 19:53
Moin Moin,
Gruppe meint wohl gruppendynamische Gespräche wie sie in allen mir bekannten Therapien Usus sind. Das ist jedenfalls nicht so wie ein Synanon/Fl- Spiel nach Yablonski.
Es mag manchen helfen, anderen nicht. Geleitet werden die Dinger vom Therapeuten und wenn man geschickt genug ist, kann man sich den Zielen sehr leicht entziehen. Das hilft natürlich niemandem aber man kann bequem durch so eine Therapie kommen, wenn man dort z.B. nicht ganz freiwillig ist.
Wie es jetzt konkret in Synanon aktuell ist weiß ich nicht.
Herzlich
MaJa

Nick
03.11.2005, 20:15
Hallo Maja, als ein seit 11,5 jahren in der prof.suchthilfe tätiger mensch,.....besser hätte ich die situation, oder den begriff - Gruppe- mit den von dir beschriebenen ergebnissen, - nicht beschreiben können. mfg Joachim

DonRon
04.11.2005, 18:17
Hallo,

hat sich von euch schon mal jemand mit Albert Ellis beschäftigt? Er ist der Begründer der RET (Rational-Emotiven-Verhaltens-Therapie). Ein sehr interessanter Ansatz, der vieles was wir machen, zumindest von der Grundeinstellung her, enthält. Wir entwickeln hier gerade ein neues Gruppenformat, das auf dieser theoretischen Basis aufbaut und sich - als Arbeitsthema - RaST (Rationales Selbsthilfe Training) nennt. Ähnliche Gruppen gibt es in den USA bereits seit einigen Jahren unter den Namen SMART Recovery und Rational Recovery. Googelt mal und lasst mich hören, was ihr davon haltet. Ich kann gerne auch bei Unklarheiten helfen.

Gruss

Nick
04.11.2005, 19:31
Hallo Ronald, .....stimmt, auf den ersten blick kommt mir auch einiges bekannt vor, das unternehmen scheint im konzept eine melange aus vielen, aber schon länger bekannten angeboten zu bestehen, die müssen ja auch auf einem sich ständig verändernten markt bestehen können.. wo ich allerdings schon einige jahre unverändert skeptisch bin - (harmlose formulierung, da ich nicht weiß wer aus unserem laden diese zeilen liest)- betrifft medikationen u. psychologische behandlungen die ja auch zu deren angebot gehören. aber da sind die nicht alleine auf der welt: bundesweit scheint die orientierung, -zumindest bei den bis jetzt psychotherapeutisch ausgelegten "Drogentherapien"- in richtung psychatrie zu gehen. aus diesen läden werden fachkliniken, die leiter sind fachärzte, es gibt krankenschwestern, die strukturen werden von den großkliniken übernommen, ..na,.. und wenn man als patient keinen bock hat sich auseinanderzusetzen, dann gibts pillen und ruhe ist. das empfinde ich oft als menschenverachtend weil ich den eindruck habe, das die betreffenden patienten zum größten teil völlig "normale" süchtige sind, die lediglich falsch behandelt werden. mfg j.

helle
05.11.2005, 10:48
hallo zusammen,

ret wurde von ellis bereits im jahre 1955 entwickelt. sein vorsatz war, von den damals gängigen methoden der psychoanalyse wegzukommen. der kern von ret scheint mir zu sein, den menschen durch simple fragen in die lage zu versetzen, sich von seinem irrationalen ängsten und vorstellungen zu befreien. dass ellis lange zeit in der "szene" keinen namen hatte, lag wohl eher daran, dass er einerseits lange zeit als sonderling galt, andererseits viele bei der entwicklung ihrer methoden auf ellis aufbauten, ohne ihn dabei als quelle zu erwähnen.
unter folgenden link
http://www.weiterbildungs.org/msemi/2807944/frontend/lexikondaten.html?urlID=345
steht eine kurzbeschreibung von ret. donron kann dazu sicher noch viel mehr sagen.

MaJa
05.11.2005, 11:20
Moin Moin,
es gibt auch eine sehr ausführliche Seite von seinem Institut in N.Y.
Dort gibt es Links zu den von DonRon angesprochenen Methoden.
Außerdem habe ich noch meinen amerikanischen AA Freund um genauere Hinweise gebeten. Wenn ich da etwas höre, teile ich es hier mit.
Herzlich
MaJa

DonRon
05.11.2005, 14:07
der kern von ret scheint mir zu sein, den menschen durch simple fragen in die lage zu versetzen, sich von seinem irrationalen ängsten und vorstellungen zu befreien

Das ist nicht ganz richtig und auch nicht ganz falsch. Der Kern, wenn man es denn so simplifizieren will, ist die These, dass emotionale Probleme ihren Grund nicht in erster Linie in externen Ereignissen haben, sondern sie entstehen aufgrund irrationaler Einstellungen, Ansichten bezüglich des Ereignisses.
Ein Beispiel: Es ist heiß und ich suche ein Eiscafé auf und setze mich an einen Tisch und warte darauf, dass der Kellner mich bedient. Es ist sehr voll in dem Café und der Kellner übersieht mich mehrmals und bedient sogar andere, nach mir gekommene Gäste. Ich werde sauer und denke der Kellner hat was gegen mich. Gleichzeitig werde ich ganz mutlos, weil sowas passiert mir öfter. Ich denke mir. Na ja, du siehst halt aus wie einer mit dem mans machen kann. Ich stehe auf und gehe nach Hause und fühle mich miserabel.
Nach dem Alltagskonzept würden wir sagen: Ich bin sauer weil der Kellner mich nicht bedient. In der RET würde man sagen: Dann müssten alle sauer werden, die nicht bedient werden. Das stimmt aber offensichtlich nicht, denn es gibt durchaus auch andere Arten zu reagieren.
Es ist vielmehr so, ich bin sauer, weil ich dem Ereignis bestimmte negative Interpretationen bzw, Bewertungen beimesse. Und diese Gedanken, Ansichten, Meinungen, Bewertungen, Interpretationen führen zu bestimmten unangemessenen Reaktionen, nämlich ich bin sauer, deprimiert usw.
Die von dir genannten einfachen Fragen haben das Ziel, dir deine eigenen irrationalen Gedanken usw. bewußt zu machen. Das wäre sozusagen der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung.
Soviel fürs erste.

Gruss

Nick
05.11.2005, 14:32
Hallo ronald, guten morgen, aber... ist das nicht das normalste, das unterschiedliche menschen auf das gleiche ereignis (z.b.kellner) unterschiedlich reagieren? das streift im weitesten sinne das thema -impulskontrolle/impulskontrollstörung-. gruß joachim

DonRon
05.11.2005, 18:56
... ist das nicht das normalste, das unterschiedliche menschen auf das gleiche ereignis (z.b.kellner) unterschiedlich reagieren?

Hallo Joachim,
In gewisser Weise schon, trotzdem sagen wir: Ich bin sauer, weil der Kellner mich schlecht behandelt. Ich bin depressiv, weil mich meine Frau verlassen hat.usw. Wir geben dem Kellner , der Frau die Schuld, oder zumindest sagen wir ganz selbstverständlich, dass sie die Auslöser unserer schlechten Stimmung sind. Und das ist eben falsch. Sondern wir machen uns die Stimmung selbst, dadurch, dass wir auf das Ereignis mit bestimmten Gedanken reagieren.

Gruss

Nick
05.11.2005, 22:32
Hallo ronald,
deine antwort: kaum oberflächlich, sehr abstrakt,....gleichwohl aber auch gehaltvoll und bedenkenswert! aber mal ganz ehrlich,..wenn ich irgendwo in einem eiscafe o. ähnlichem sitze und werde vom kellner einfach nicht bedient, ....dann bin, zumindestens ich, ...irgendwann,...zu recht,.... stinksauer und bin es eben nicht, wenn ich innerhalb eines angemessenen zeitraumes bedient wurde, oder etwa nicht? unabhängig davon ob ich in meiner seele zu diesem zeitpunkt, - während ich da sitze und warte-, noch mit anderen eventuellen problemen beschäftigt o. gar belastet bin!

gruß joachim

helle
06.11.2005, 09:57
hallo zusammen,

wenn ich das richtig verstehe, geht es weniger darum, sich nie mehr über irgend etwas zu ärgern, sondern eher darum, solche situationen realistischer einzuschätzen, d. h. äussere einflüsse nicht zwangsläufig auf einen selbst zu beziehen. das muss ja kein widerspruch sein.
die ursprüngliche frage von donron war, was wir von ret halten. ich finde grundsätzlich jede methode gut, die verstand und logisches bzw. rationales denken schult. ich selbst lebe nach der devise, dass ich selbst dafür zuständig bin, dass es mir gut geht. zumindest bemühe ich mich und es klappt natürlich nicht immer. ret scheint unter anderem in diese richtung zu gehen. ich weiss nicht, wie es euch geht. in meinem umfeld gibt es jede menge leute, die ihre zufriedenheit von äusseren faktoren aller art abhängig machen.

MaJa
06.11.2005, 11:25
Moin Moin,
als vorläufige Quintessenz habe ich herausgelesen, dass als Handlungsmaxime im Wesentlichen der Gelassenheitsspruch gilt. Das hört sich ganz einfach an, aber Ellis spricht ja auch davon, dass wir alle mit unseren Prägungen aus der Vergangenheit behaftet sind und daher ein unvoreingenommenes weißes Blatt (Mao) nicht möglich ist.
Folglich ist es heilsam, (und förderlich) die jeweilige Situation möglichst gründlich und ehrlich zu hinterfragen und dann angemessen zu handeln.
Das fällt jedem Erleuchteten leicht, mir leider noch meistens nicht.

Darüberhinaus ist das eine akzeptable Behandlungsform für einen Süchtigen, weil sie schnell funktionieren kann und jedenfalls die Aufmerksamkeit schärft.
Das ist gut.

Hoffentlich bekomme ich bald eine Rückmeldung von meinem Freund in USA, dort wird das vermutlich in vielen Zentren praktiziert. Ich werde mich dann nochmal dazu äußern.

Herzlich
MaJa

ben Knappe
11.11.2005, 20:09
hallo ich bins ben!ich war 2004/05 in synanon!die spiele heißen jetzt gruppe,und das prinzip ist das man probleme auch ohne gebrüll und fäkalsprache lösen kann!wenn man mal laut wird heißt es"das wollen wir nicht mehr"auch die etwas lautere direkte art wird versucht zu unter binden!ich persönlich fands direkt immer besser,obwohl ich manchmal ganz schön schlucken mußte!drogen nehmen war auch kein köpfchen streicheln!aber die wollen es so,dann soll´n sie es machen!vieleicht hilfts dem einen oder anderen ja!gruß,ben :wink:

Nick
11.11.2005, 20:23
hallo maja,

schön mal wieder was von dir zu sehen. ich bin erstaunt, wie lange du und andere im fl-forum sich so akribisch mit ellis befassen, alle achtung. mir hat das beispiel mit dem kellner mal wieder bestätigt wie normal man ist. grüße an die küstenregion und an dich. joachim

MaJa
11.11.2005, 22:03
Moin Moin,
also bei meinen AA Freunden in USA ist der Ellis völlig unbekannt.
Herzlich
MaJa

helle
12.11.2005, 09:06
hallo zusammen,

... sich so akribisch mit ellis befassen...
lasst es mich mal so sagen: wenn wir uns nur über dinge unterhalten würden, mit denen wir uns akribisch befassen, dann gäbe es mehr gold als silber. aber auch mehr langeweile.

Nick
12.11.2005, 22:07
Hallo maja, stimmt,.... fehler vom amt,..ich meinte ret,...ellis ist jemand aus einem anderen forum, das kommt vor, wenn man hektisch und ständig irgenwo anders im äther unterwegs ist. und deine AA freunde in USA, falls die sich gewundert haben,...na, die werdens sicher mit gelassenheit tragen. übrigens, existiert in fl zwischen kuhstall und melkbereich unter diesem überdachten durchgang noch das symbol der AA's, das hatte ich damals auf wunsch vom Marcus Z. dort richtig groß ins pflaster gelegt? gruß joachim

DonRon
12.11.2005, 22:16
Moin Moin,
also bei meinen AA Freunden in USA ist der Ellis völlig unbekannt.

Das wundert mich aus mehreren Gründen nicht. :lol: Denn diese Leute grenzen sich - um es mal freundlich auszudrücken - ziemlich stark von der "Höheren Macht" und solchen Sachen ab.
Übrigens, den Ellis auf den Gelassenheitsspruch zu reduzieren, ist schon stark. :shock:

@joachim. Ich glaube du hast mich nicht verstanden. :roll:

Gruss

MaJa
13.11.2005, 10:32
Moin Moin Don Ron,

diese Reduzierung ist natürlich ganz mächtig subjektiv.
Einer der Gründe liegt vermutlich darin, dass ich eine Aversion gegen alles habe, was von außen etwas bei mir verändern will (soll?), womit ich das Wort Therapie unmittelbar verbinde.
Mir ist klar, dass das falsch ist, weil die Übersetzung und der medizinische Gebrauch des Wortes die Behandlung allgemein meint.

Zweitens war ich fast 2 Jahrzehnte mit einer Gestalttherapeutin zusammen und habe sowohl ihre Ausbildung, als auch diverse Lehr- und andere Sitzungen mitgemacht und auch mitbekommen. Das hat bei mir dazu geführt, diese ganze Thematik als eine Möglichkeit des schnellen Geldverdienens abzuurteilen.

Drittens lebe ich seit längerer Zeit nach eben dem Gelassenheitsspruch erfolgreich endlich nüchtern und bin daher natürlich darauf geprägt. Dennoch gebe ich mir Mühe auch für andere Wege offen zu sein, schließlich sind ja allein beim Buddhismus 81 Wege zur Erleuchtung dokumentiert und ich meine es gibt noch einige milliarden mehr.

Jede produzierte Nüchternstunde ist ein Geschenk für den Süchtigen und lässt ihn ein Stück lebendiger werden.

"Wat den een sien uul is den annern sien nachtigall".
Jeder nach seiner Facon, jeder nach seinem vermögen.

Noch ein schönes Restwochenende.
Herzlich
Manfred

helle
13.11.2005, 11:38
hallo zusammen,

etwas zu reduzieren, ist immer gewagt. ich habe mir mal das einführungs-video auf smartrecovery.org angeschaut. da heisst es u. a. sinngemäss "benutze deinen verstand". natürlich erklärt der begriff noch nicht die methoden, die bei smart recovery angewandt werden, aber das oder die ziele zu kennen, ist doch schonmal interessant und wichtig.

@donron: zwei fragen: hast du schonmal bei einem online-meeting auf der erwähnten website teilgenommen? wie sieht es mit deutschsprachiger literatur aus? ich habe online auf anhieb nichts gefunden.

DonRon
13.11.2005, 15:01
Hallo helle,

nein an einem Online-Meeting habe ich noch nicht teilgenommen. Ehrlich gesagt habe ich nicht mal rausgekriegt zu welchen Zeiten das stattfindet. Soweit ich es verstanden habe nachts, MEZ. Literatur gibt es dazu nur in Englisch. Aber über und von Ellis gibts ne Menge. Ist aber nicht dasselbe.
Also mein Eindruck von den genannten Programmen ist, dass SR etwas therapeutisch ist, da haben die Therapeuten das sagen und RR (Rational Recovery) ist ziemlich abgedreht, da hat ein Typ - Jack Trimpey - das sagen, ein ehemaliger Alkoholiker und AA-Hasser. Der ist zwar recht amüsant aber wenn man sich jedesmal seine Anti AA Tiraden reinziehen muss auch wieder etwas anstrengend.
Das alles ist nicht weiter schlimm, wenn man sich auf die ABC - Methode von Ellis besinnt und ansonsten von jedem das nimmt, was einem schmeckt, so wie wir das schon immer gemacht haben. Man darf nur keine Berührungsängste und Scheuklappen anhaben. Wenn du Interesse hast, suche ich dir gerne Literatr raus.

Gruss

Nick
13.11.2005, 18:57
hallo maja,.....stimmt, gestalttherapie ist das schnellste geld das man in der branche verdienen kann,...wenn man sichs genau ansieht, ..es ist ein bischen warme luft, mehr nicht. (hoffentlich habe ich jetzt niemanden gekränkt!) ansonsten gut von dir beobachtet. mit freundlichen grüßen

MaJa
14.11.2005, 16:36
Moin Moin,
was mir richtig gut gefällt ist, dass bei den besagten Leuten und Methoden Alkoholismus und Heroinsucht nicht als Krankheit angesehen werden.
Die Bezeichnung Krankheit bei den AAs gefällt mir absolut nicht und ich halte sie auch für falsch.
So habe ich mir in alter Synanon Manier das für mich Beste daraus gezogen und lasse das andere einfach weg, weil es akut nicht so von Interesse für mich ist.
Einen herzlichen Gruß
MaJa :mrgreen:

Nick
14.11.2005, 17:03
Hallo maja, endlich sprichts mal wieder jemand aus. zu kranken erklärt (stigmatisiert!) wurden leute wie wir irgendwann vor zig jahren mal von den krankenkassen, um dem unerklärlichen kind einen namen zu geben und rechtliche grundlagen zur finazierung von behandlungen zu schaffen. zu diesem ganzen komplex mach ich mir mal ein paar gedanken und laß sie dir auf anderem wege zukommen. die aktuelle situation in sachen suchthilfe ähnelt in ansätzen der der damaligen. ein weites, zum teil ein makaberes feld, aber ich treffe immer mehr leute in den letzten jahren, die zweifel haben an dem was man ihnen in unterschiedlichsten institutionen eingehämmert hat, nämlich das man krank ist. mit freundlichen grüßen joachim

MaJa
14.11.2005, 17:20
Hi Joachim,
ich möchte dem Zustimmen und noch einen draufsetzen als sehr subjektive Wahrnemung: Es ist ein Geschäftszweig der inzwischen so groß geworden ist, dass die Praktiken immer zweifelhafter für mich sind. Die Pfründe werden mit allen Mitteln umkämpft und verteidigt, da bleibt der Süchtige oft außen vor. Zudem wird das auch oft von den Behörden geduldet, weil die Aufbewahrung der Klientel dort immer noch billiger ist, als in einer Landesklinik.

Da lob ich mir die reine Lehre von FL. Jedenfalls habe ich dort niemand mit Cartier-Armband und Zuhälteroutfit gesehen, ich brauchte auch nie an der Nüchternheit eines einzigen dort zu zweifeln.
Das ist lange nicht in allen Einrichtungen so.

So, ich bin Strohwitwer und werde etwas öfter am PC sitzen können. Gleich gehe ich erstmal in mein Stammmeeting.

Herzlich
MaJa

Nick
14.11.2005, 17:27
hi maja, genau,.. geh mal ganz entspannt zu deinem meeting, aus beruflichen gründen will ich das thema hier nicht weiter breittreten, ich hab schon genug streß. ich melde mich bei dir, gruß j.

DonRon
14.11.2005, 17:57
...was mir richtig gut gefällt ist, dass bei den besagten Leuten und Methoden Alkoholismus und Heroinsucht nicht als Krankheit angesehen werden.
Die Bezeichnung Krankheit bei den AAs gefällt mir absolut nicht und ich halte sie auch für falsch.

Hallo MaJa,

das finde ich interessant. Warum bist du der Ansicht, dass Sucht (Alkoholismus, Heroinabhängigkeit etc.) keine Krankheit ist? Und wen meinst du mit "besagten Leuten"?

Gruss

DonRon
14.11.2005, 18:01
...aus beruflichen gründen will ich das thema hier nicht weiter breittreten...

Hallo Joachim,
was für berufliche Gründe hindern dich hier eine fachliche Diskussion zu führen? Das wäre doch interessant und könnte das Forumsniveau etwas heben. :wink:

Gruss

MaJa
14.11.2005, 18:21
Moin DonRon,

es ist ein Charakterdefekt der zu einem Fehlverhalten führt. Ich kann dem Entgegensteuern indem ich die Finger davon lasse und niemand und nichts zwingt mich Alkohol oder Heroin zu nehmen.
Ich kann nicht erkennen, wo ein Organ oder ein Teil meines Körpers ohne diese Suchtmittel nicht mehr funktioniert. Bei einer Krankheit ist das nach meiner Definition anders, ich muß Insulin spritzen wenn ich eine defekte Bauchspeicheldrüse habe usw. Da kann ich mit einfacher Vermeidung nichts mehr händeln.

Die Leute sind die, die auf den Internetseiten von SMART (und ich meine auch bei Ellis) eben die von mir genannte These veröffentlicht haben.
Diese These gibt es auch inzwischen auch bei einigen meiner AA Freunde.
Unbenommen bleibt die Maxime , dass es viel zu gefährlich für einen Süchtigen ist, jemals wieder Drogen anzufassen.

So, jetzt noch'n Tee und dann in's Meeting

Herzlich
MaJa

DonRon
14.11.2005, 18:41
...es ist ein Charakterdefekt der zu einem Fehlverhalten führt. ...Ich kann nicht erkennen, wo ein Organ oder ein Teil meines Körpers ohne diese Suchtmittel nicht mehr funktioniert. Bei einer Krankheit ist das nach meiner Definition anders, ich muß Insulin spritzen wenn ich eine defekte Bauchspeicheldrüse habe usw. Da kann ich mit einfacher Vermeidung nichts mehr händeln.

MaJa,

was ist ein Charakterdefekt und warum führt der zu Fehlverhalten? Tut er das zwingend? Und ein Defekt ist doch was Kaputtes, oder? Wie vielleicht ein gebrochenes Bein, mit dem man natürlich humpelt und das einen dazu "zwingt" Krücken zu benutzen.

Gruss

Jürgen
14.11.2005, 18:41
hallo,

ich möchte mich mal auch einklinken zum Thema Krankheit, also ist Sucht eine Krankheit.
Ich glaube schon, zumindestens eine starke Fehlfunktion im Hirn, die einen dazu treibt berauschende Stoffe im hohen Maße zu sich zu nehmen.
Was aber Maja, glaube ich, meint (und wahrscheinlich auch lebt) wie geht man selbst damit um und vor allem wie gehen die anderen damit um.
Als ich nach so 3-4 Jahren wieder mehr Kontakt zu Familie und anderen Nicht Süchtigen gesucht habe ist es mir oft passiert, beim Thema Alkohol auf z.B. Familienfeiern, das es oft komische Situationen gab. Entweder: "Jürgen möchtest Du auch einen Wein?" "Nein danke" "Ach ja Du darfst ja nicht wegen.. na Du weißt schon" Und das gepaart mit einem mitleidigen Blick. Oder auf einer Betriebsfeier :"Wie Du trinkst nicht? Was ist denn los mit Dir?"
In solchen Situationen fühlt man sich krank. War zumindestens bei mir so.
Ich hab trotzdem nichts getrunken. Mittlerweile gehe ich mit meiner Sucht und der Abstinenz nicht um als wäre ich krank. Ich will dieses Patiententum nicht zulassen.
Das gleiche ist in normalen Einrichtungen, dort wird man behandelt wie ein Patient.
Und wenn man krank ist kommt ein Arzt, gibt einem irgendwas und schon wird alles wieder gut.
Wie wir alle wissen, funktioniert das aber nicht beim Nüchtern werden. Da muss viel an sich selber arbeiten. Selbsthilfe, in welcher Form auch immer, gibt einem das Gefühl, hey mit mir stimmt zwar was nicht, aber das ist in den Griff zu bekommen. Und das kommt von mir.
Als kranker Patient warte ich auf äußere Einflüsse, die mich gesund machen.
Fazit: ich will kein Kranker sein, nur weil ich als junger Typ es mit den Drogen übertrieben habe. Wenn mir heute Alk angeboten wird, reagiere ich cooler und es macht mir nix mehr aus. Brauche nur ein paar Stunden warten. Und dann sag ich:"Na, geht es nicht so gut? Tja, deswegen trinke ich übrigens nicht, Schönen Abend noch"

Gruss Jürgen

Nick
14.11.2005, 21:06
hallo leute, heißes thema. respekt vor jürgens artikel. das ist ein thema das bücher füllt, - deshalb fasse ich mich kurz,- darüber zu reden ist so umfassend, das in einzelnen beiträgen zu komprimieren ist aus meiner sicht schwierig. ich versuchs mal mit einem Beispiel: bei mir warns schlappe 19 jahre drogen, 12 jahre shit-trips-ab und an mal ne line, alkohol war wenn,dann marginal, dann 7 jahre heroin, dann war schluß. ich bin zu synanon, nach ca. 8 monaten wieder weg, nach frankfurt, 5monate später wieder zu sy -fl, dann nach 1,5jahren nach berlin, nochmal 5jahre. seitdem nehme ich keine drogen mehr u. vermisse auch keine drogen, was ich vermisse sind die zum fenster rausgeschmissenen 19jahre, die ich wegen, und das ist aus meiner sicht krank,..kruder hippie-ideologien einfach vertan hab, die vermisse ich. ansonsten kenn ich den begriff "Suchtdruck" nur als mitarbeiter in therapeutischen einrichtungen, wo er als entschuldigung für alles, aber wirklich alles herhalten muß. ich habe kein bedürfniss drogen zu nehmen, und die gelegenheiten,..unendlich,...aber ich habs 19 jahre ausprobiert, wie gesagt,..vertane zeit. ich bin oft auf mich selbst sauer, weil ich gewisse dinge erst so spät erkannt habe, und dazu gehört,.man braucht die droge nicht, die droge braucht den konsumenten, ..wenn nicht, ist sie wertlos und niemand verdient daran, so ists sicher auch mit medikamenten und alkohol. so, ich muß jetzt ein wenig putzen,... der rechner stiehlt mir zunehmend meine zeit. gruß joachim

MaJa
14.11.2005, 23:55
Moin Moin,
es ist natürlich genau der Terminus Krankheit zu klären. Vermutlich auch ein akademisches, resp. unendliches Thema. Jedenfalls bin ich als Süchtiger auf jeden Fall Selbstverursacher. Und ich bin auch sehr wohl in der Lage, mit Nehmen aufzuhören.

Jürgen hat das ganz gut aufgedröselt. Mir geht die Versorgungshaltung vieler ach so unendlich Süchtigen ganz schön auf den Keks. Ich kenne keinen, der durch Jammern nüchtern geworden ist. Und wenn es schon heißt: Ich kann nicht... dann sollte das als erster Schritt, nämlich der Kapitulation vor der Droge genutzt werden. Alles andere, wie Methadon oder was auch immer ist ein Weg zurück in die Sucht, oder in eine Verschlimmerung.

Das Meeting war gut. Hatte eine Kerze, war mein 5ter am 11.

Schöne 24h
MaJa

Jürgen
15.11.2005, 00:06
Hallo Maja,

dann von mir nochmal alles Gute zum 5.

Gruss Jürgen

MaJa
15.11.2005, 00:29
Danke Jürgen. Hattest du nicht im Juni?
Herzlich
MaJa

helle
15.11.2005, 01:22
...glückwunsch an maja. na siehste, geht doch!

zum thema sucht=krankheit kann ich so auf die schnelle nichts bündiges beisteuern. das ist einfach zu vielschichtig. was ich dazu sagen will, kriege ich in 2 oder 3 sätzen nicht unter. ich lasse es erstmal sacken.

MaJa
15.11.2005, 07:21
Danke Helmut,
ich würde es toll finden, wenn jeder seinen Cleangeburtstag in sein Profil mit reinstellen könnte.
Herzlich
MaJa

Alex
15.11.2005, 11:37
Also, vielleicht mal ein Beitrag von jemanden, der "von Tuten und Blasen" keine Ahnung hat, weil Gott sei Dank nie abhängig gewesen. Jürgen, ich bin mit Deiner Definition vom "Patient sein" nicht einverstanden. Natürlich gibt der Arzt einem mitunter etwas (eine Pille) und dann ist alles wieder gut. Es gibt aber eine Reihe von Krankheiten, da muss der Patient aktiv mitarbeiten, um wieder gesund zu werden. Richte Dein Augenmerk nur mal auf die ganzen REHA Einrichtungen. Es wird von der Krankenkasse auch erwartet, dass der Patient alles tut, um eben seine Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Das kann und darf auch ein Arbeitgeber verlangen.

GEnau so setze ich bei Süchtigen an. Es ist mir einerlei, wer wie dazu gekommen ist, ob charakterliche Disposition oder sonst was. Nur irgendwann bekommt ein Zustand für mich einen Krankheitswert. Genauso wie psychische Annomalitäten auch irgendwann zu einer Krankheit werden - eben die Entwicklung von Macke zu Krankheit. Und dann muss ein Hilfsangebot da sein. Wie bei jeder anderen Krankheit auch. Wie oft - das möchte ich hier nicht diskutieren.

Vielleicht ein Beispiel aus meinem Betrieb: Ich hatte einen Alkoholiker. Habe ihm den Alkoholgenuss im Betrieb verboten, ihm gleichzeitig mit arbeitsrechtlichen Schritten gedroht, wenn er nicht was tun würde. Er ging zum entgiften, dann in irgend eine wie auch immer geartete Institution. Dort hat er sich nach einiger Zeit selbst entlassen, weil er meinte, er bräuche das nicht mehr. Erschien zum Dienst, nach ca 4 Monaten Rückfall. Ich habe ihm gekündigt, weil er eben die Behandlung abgebrochen hatte. Ds Arbeitsgericht hat mir recht gegeben.

Also, für mich ist es wirklich einerlei, ob man das als Krankheit definiert oder nicht. Wichtig ist, dass Betroffene die Möglichkeit haben, auszusteigen.

Vielleicht noch ein Aspekt: Krankenkassen müssen nur das Auskurieren von Krankheiten finanzieren. Was wäre, wenn alle Abhängigen als lediglich charakterlich etwas indisponiert dargetellt und eingestuft würden? Was meint Ihr, wie die Krankenkassen sich freuen würden, diesen finanziellen Klotz los zu sein! Also, immer überlegen, was man ungewollt lostreten kann!


Alex

Jürgen
15.11.2005, 12:05
Hallo Alex,

meine Meinung bezieht sich natürlich nur auf mich und meine Situation.
Ich spreche hier nicht für alle Süchtigen dieser Welt.
Ich gehe aber mit meiner Sucht nicht so um, als wäre ich ein kranker Mensch.
Viele Deiner Erläuterungen kann ich auch nachvollziehen, verstehe aber nicht den Zusammenhang zu meiner Position. Vielleicht kannst Du mir das nochmal darlegen.
Was ich aber kritisiere mittlerweile, ist das der zwar berechtigte Ansatz, es gibt nicht den goldenen Weg herraus aus der Sucht, zu vielen Möglichkeiten für den Süchtigen gesorgt hat, erstmal eine Weile bequeme Wege auszuprobieren.
Es gibt Methadon, Kurzzeittherapien, sogar ambulante Therapien (!), christliche, Psycho-Therapien, Selbsthilfe wie FL oder sy., dann noch ein paar kleinere und wahrscheinlich auch bequemere.
Das kann unter Umständen für den einen oder anderen schlecht ausgehen, wenn man da die falsche Wahl trifft.
Ich bin damals nicht zu Synanon gegangen, weil ich das so toll fand, sondern weil ich mehrere Aufnahmen bei Therapien verrissen hatte. (Man musste clean und entgiftet ankommen, hab ich nie geschafft). Sy. war für mich 1989 in dem Augenblick die letzte Möglichkeit sofort was zu machen.
Da wollte ich ursprünglich nie hin. Man kannte ja das Gerede.
Heute bin ich heilfroh das gemacht zu haben. Viele Sachen, die ich dort gelernt habe, nutzen mir heute noch im Alltagsleben.

Gruss Jürgen

Jürgen
15.11.2005, 12:06
Danke Jürgen. Hattest du nicht im Juni?
Herzlich
MaJa
Im Oktober hatte ich.

Gruss Jürgen

Alex
15.11.2005, 15:20
Lieber Jürgen, Du willst das Patiententum nicht zulassen. Das ist für mich nicht nachvollziehbar, zumindest nicht so allgemein, wie Du es gepostet hast. Dagegen habe ich mich gewehrt.

Alles klar?


Alex

Jürgen
15.11.2005, 15:30
Yo, is klar, war aber wie gesagt auf mich gemünzt. Nicht als allgemein gültige Formel für alle zu werten. Für mich selber funktioniert das aber gut so.

Gruss Jürgen (der Nicht Patient)

Alex
15.11.2005, 16:00
Hallo, Du Nicht-Patient.

Für Dich ist das mit Sicherheit okay. Aber es gibt eben auch andere. Das darf man nicht vergessen! Und wo ich immer Angst vor habe, dass diese Leute irgend wann einmal aus der Krankenkasse ausgegrenzt werden, weil sie seien ja nicht krank ......

Einen schönen Rest-Tag!

Alex

Jürgen
15.11.2005, 16:29
Hallo,
ich habs verstanden. ich bin kein Arzt, kein Therapeut, habe aber 9 Jahre aktive Selbsthilfe Projekte hinter mir.
Mir ging es in meinem Statement nicht um die An-oder Aberkennung des Krankheitsstatus innerhalb unseres Gesundheitssystem.
Mir ging es um eine persönliche Sicht der Dinge als Süchtiger und wie ich mich selber fühle, wenn ich etwas gegen meine Sucht machen muss.
Meine persönliche Erfahrung und Herangehensweise habe ich ja schon geschildert. Ich habe aber auch viele kennengelernt, die genau sich selbst in eine Patientenecke gestellt haben. Das waren oft Leute die aus Therapien kamen und dort Ihre ganze Kindheit, und was weiß ich noch durchgekaut haben. Gelernt wie man aber nüchtern bleibt in normalen Leben hatten sie nicht. Wenn jetzt im Alltag ein kleines Problem auftauchte, wurde geredet, über Gefühlsschwankungen gesprochen und oft der Schrei nach einem proffessionellen Therapeuten laut.
Also der Ruf nach einem äußerem Einfluß von jemanden, der jetzt vermeintlich helfen könne. Das eigentliche Problem wurde aber nicht gelöst.
Aber jedem seine eigene Abfahrt. Ich bin jedenfalls heilfroh, das mir die geballten Hilfeleistungen unserer "professionellen" Einrichtungen erspart geblieben sind.

Übrigens, das mit dem Nicht-Patient sollte nur ein kleiner Spaß sein.

Nachtrag: ich hab mir jetzt mal Deine früheren Postings durchgelesen (kannte ich noch nicht). Wahrscheinlich hast Du einen guten, persönlichen Grund diese Meinung und Ansicht zu vertreten. Von daher nimm bitte meine Meinung schon ernst, aber natürlich nur auf mich und meine Erfahrungen bezogen.
Gruss Jürgen

MaJa
15.11.2005, 16:38
Moin Moin,
Jürgen, du hast des Pudels Kern in dieser Angelegenheit getroffen:Versorgungshaltung.
Und genauso wie ein Arbeitgeber einen wiederholt Rückfälligen entlassen kann, sollte auch die staatliche Fürsorge ab einem definierten Punkt dichtmachen.
Wenn einer von der Klippe springen will und alle Zäune und Zureden nicht greifen, dann bitteschön laß ihn springen.
Herzlich
MaJa

Alex
15.11.2005, 16:42
Hallo, Du Nicht-Patient,

nein, ich bin kein Arzt. Habe nur einige Zeit mit einem Abhängigen zusammen gelebt, und mich getrennt, als er rückfällig und gewalttätig wurde. Auch wegen der Kids, aber auch wegen mir. Im Augenblick bin ich wegen meines Patenkindes wieder mit der Problematik konfrontiert. Schau Dir mal den anderen Thread an, unter "Allgemeines", Partner und Familie. Ich selbst war nie abhängig, mir bekommt halt nicht mehr als ein Glas Wein oder Bier am Abend. Wie willst Du da gefährdet sein :D . Kann insoweit also nicht wirklich mitreden.

Deshalb ist es für mich auch so schwer, mich in die Befindlichkeit von Abhängigen reinzudenken. Und bin sehr dankbar für die Unterstützung, die ich hier bekomme. Aber manchmal kommt es mir schon wie "Amtsanmassung" vor, eben weil ich nicht mitreden kann. Ich hoffe, mir nimmt das niemand hier übel.

Alex

Jürgen
15.11.2005, 16:47
Nö, ich nehme Dir gar nichts übel, hab meinen letzten Thread auch gerade geändert, weil ich mir nämlich Deine Postings jetzt mal durchgelesen hab.
(siehe Nachtrag, die Arztfrage ist weg)

Gruss Jürgen :D

Jürgen
15.11.2005, 16:55
Moin Moin,
Wenn einer von der Klippe springen will und alle Zäune und Zureden nicht greifen, dann bitteschön laß ihn springen.
Herzlich
MaJa
Oha, direkt ausgedrückt. Aber unserer beiden Wege haben sich ja auch schon öfters gekreuzt (und das nicht nur bei sy.).
Als ich in HB war, habe mich oft gefragt, warum viele zu einer Selbsthilfe gegangen sind, wenn letztendlich doch lieber mit einem Pschychologen reden wollen. Und da wurde viel geredet....Du weißt das ja wohl noch :-)

Gruss Jürgen

Alex
15.11.2005, 16:59
Also, den Gedanken mit der Eigenverantwortung - das ist doch absolut okay. Ich sehe die von Dir und MaJa angerissene Problematik nicht nur in der "Suchtszene", sondern einfahc überall. So unter dem Motto:"Hallo, wollte mich nur mal erkundigen, was mir von Staats wegen zusteht, ich will zu Hause ausziehen, bin 16 ......, nein, ich verdiene nichts, werde das auch in den nächsten Jahren nicht tun .....ich bin schwanger, gebe den Kindsvater nicht an, dann muss doch der Staat für das Kind aufkommen ....." Ich könnte da beliebig fortfahren. Und das gilt natürlich auch in der Suchtszene. Ich war dem Arbeitsgericht damals bei meinem Mitarbeiter schon dankbar, dass da ganz klar festgestellt wurde, dass er seine Chance gehabt hatte, und nun müsse er selber sehen!

Ich glaube es war Kenndey, der einmal sagte (zumindest sinngemäss): "Frage nicht, was Dein Staat für Dich tun kannst, frage, was Du für den Staat tun kannst." Find ich immer noch aktuell. Im ganzen, auch in der Thematik hier.

Alex (die jetzt nach Hause zu der Kleinen fährt)

MaJa
15.11.2005, 18:09
Moin Moin Alex,
deine Beiträge haben einen supervisorischen Aspekt für uns Süchtige und ich bitte sogar ausdrücklich weiterhin um deine Meinung.
Sehr wahr dein letzter Absatz. Ein soziales Grundgesetz von Steiner(?) sagt ja auch:"Eine Gesellschaft funktioniert wenn jeder etwas mehr hineingibt, als er herausnimmt", oder so ähnlich.
Und außerdem wie sagt olle DonRon:
"too much agreement kills the chat."
Schönen Feierabend.
Herzlich
MaJa :)

Nick
15.11.2005, 18:41
patiententum?,...das kommt bei mir mit zu den begriffen wie: suchtdruck, rückfallgrenze, es macht etwas mit mir, da komme ich an meine punkte, etc. etc. gruß joachim

DonRon
15.11.2005, 21:44
... soziales Grundgesetz von Steiner(?) sagt ja auch:"Eine Gesellschaft funktioniert wenn jeder etwas mehr hineingibt, als er herausnimmt", oder so ähnlich.

Oder so ähnlich. :cry: Ich will nicht beckmesserisch sein aber du hast eine sehr freizügige Art mit Quellen umzugehen, die ich problematisch finde. Das von dir zitierte Soziale Hauptgesetz von Steiner sagt so etwas nämlich nicht, sondern stellt einen Zusammenhang von Arbeit und Lohn her.
Leider hattest du auch nicht auf meine eingangs gestellten Fragen geantwortet.

Gruss

DonRon
15.11.2005, 21:54
Hallo MaJa

Zur Erinnerung und Erleichterung des Auffindens.


was ist ein Charakterdefekt und warum führt der zu Fehlverhalten? Tut er das zwingend? Und ein Defekt ist doch was Kaputtes, oder? Wie vielleicht ein gebrochenes Bein, mit dem man natürlich humpelt und das einen dazu "zwingt" Krücken zu benutzen.

Unabhängig davon, dass es sicher haufenweise kluge Leute und Ansichten von klugen Leuten zu diesem Thema gibt, kann man auch versuchen durch eigenes Nachdenken eine Antwort zu finden. Man braucht sicher nicht die Flinte ins Korn zu werfen vor lauter Ehrfurcht. Die anderen Beiträge haben das auch versucht.

Gruss

MaJa
15.11.2005, 22:25
Moin Moin DonRon,
ich hatte sehr wohl auf deine Fragen reagiert, nur hast du das vermutlich überlesen oder nicht so gesehen. Das bleibt dir auch unbenommen.
Ich bin weder gewillt, noch in der Lage den Krankheitsbegriff allgemeingültig zu definieren. Das habe ich an anderer Stelle bereits gesagt.
Deine Frage nach den Leuten habe ich ebenfalls beantwortet. Wo ist dein Problem?
Verstanden habe ich, dass dir meine leichtfertige Art der Argumentation nixcht gefällt. Ich bin aber kein Erbsenpicker und habe den Eindruck, dass andere Forumsteilnehmer durchaus verstanden, was ich sagen wollte.
Herzlich
Manfred

Nick
16.11.2005, 00:11
hi jürgen, ...ehrlich, ich bin froh, das ich dich diesem forum,...wie soll ich sagen,...zugeführt, bekanntgemacht,vorgestellt oder irgendwieso, weil deine beiträge es überflüssig machen, das ich was dazu schreibe, an dieser stelle vielen dank. gruß joachim

MaJa
16.11.2005, 09:33
Moin Moin,
nach weiterem Nachdenken ist mir dazu noch eingefallen, dass meine Suchtkarriere begann, als ich mich entschloß, meinen damaligen "Freunden" also meiner Clique, meinem Umfeld nicht in Richtung Sportverein-Tanzschule zu folgen, sondern den Weg der durchgeknallten Musiker und z.B. Rocker zu wählen. Drogennehmen war damals Mitte '60 in Hamburg etwas ganz Avantgardistisches und hat mich gereizt. Aufklärung fand nicht statt und so war das mein Weg.
Den habe ich aber freiwillig eingeschlagen und es gelingt mir trotz Nachdenkens nicht, diese Entwicklung als Krankheit zu bezeichnen. Ebenso wie ich angefangen hatte wäre es auch möglich gewesen wieder aufzuhören, wenn ich das denn wirklich gewollt hätte.
Es kam dann sowas wie Faulheit dazu und es war ja nach meiner Wahrnehmung eine Riesenmenge Arbeit und Disziplin nötig, um z.B. so zu werden wie du oder Ingo. Das war mir zu unbequem.
Aber das ist doch keine Krankheit.

Mir ist bewußt, dass in der heutigen Zeit für alles gerne irgendeine Fachkraft herhalten muß. Ich halte das für überflüssig und sogar kontraproduktiv, weil es Kräfte bindet, anstatt sie freizusetzen.

Meine Kurve habe ich erst gekriegt, nachdem mich ein Doc aus der Entgiftung einfach in meinem desolaten Zustand rausgeschmissen hat, mir noch mitgab:"Sie wissen wie es geht", und siehe da, es funktionierte. Weil ich in die Hufe kam.

Dieses Fehlverhalten ist eine Folge meiner Faulheit gewesen und nicht einer Fehlfunktion meines Körpers.
Die psychologischen Aspekte verstehe ich zwar, mir gefällt aber in diesem Zusammenhang nicht der Terminus Krankheit.

So, besser kann ich im Moment nicht auf deine Fragen antworten und ich gebe zu, dass meine Aussage in einem anderen Beitrag nicht so pralle war, als ich meinte deine Fragen mit dem Nichterklärenkönnen des Krankheitsbegriffes beantwortet zu haben glaubte.

So, einen schönen Tag
Herzlich
MaJa

Jürgen
16.11.2005, 10:02
hi jürgen, ...ehrlich, ich bin froh, das ich dich diesem forum,...wie soll ich sagen,...zugeführt, bekanntgemacht,vorgestellt oder irgendwieso, weil deine beiträge es überflüssig machen, das ich was dazu schreibe, an dieser stelle vielen dank. gruß joachim

Na, das ist vielleicht ein bißchen zuviel der Ehre, ich glaube Du kannst eine Menge aktuelles beisteuern. Seit 1998 bin ich selbst der einzige Süchtel, um den ich mich kümmere.
Aber mir gefällt`s hier auch.

In diesem Sinne, schönen Tag.

Jürgen

Jürgen
16.11.2005, 10:18
Moin Moin,
Die psychologischen Aspekte verstehe ich zwar, mir gefällt aber in diesem Zusammenhang nicht der Terminus Krankheit.

MaJa

Genau, das ist kein wissenschaftlicher Ansatz (wir sind ja auch keine, also ich wenigstens nicht), sondern ein persönlicher. Macht aber für mich einen entscheidenen Unterschied aus wie man es nennt.

Gruss Jürgen

helle
16.11.2005, 14:35
hallo maja,

ich danke dir für deinen "mut" zum langen post. du hast ein paar wichtige dinge angesprochen. egal, welche begleitenden umstände jemanden dazu bringen, sich zu betäuben, steht doch am anfang die eigene entscheidung, gerade dies und nicht doch lieber etwas anderes zu tun.
mir ist keine krankheit bekannt, für die man sich entscheidet. wenn man aber trotzdem bei diesem begriff bleiben möchte, müsste man ihn erstmal möglichst präzise und allgemeingültig definieren. gerade das erscheint mir ein ding der unmöglichkeit. ich weiss nicht, ob ich alex jetzt falsch interpretiere, aber bei ihr erscheint mir die benutzung des begriffes "krankheit" eher als eine taktische, um für die bekämpfung der sucht mittel aus bestimmten töpfen zu bekommen. wer aber nun dafür bezahlen soll und mit welcher begründung, ist meines erachtens ein eigenes thema.

DonRon
16.11.2005, 15:02
Hallo Freunde,

ja es ist doch fantastisch, was man in ein paar Sätzen, schlicht und ergreifend dadurch, dass man seinen eigenen Werdegang in die Sucht reflektiert, über diesen schillernden Begriff der Suchtkrankheit zusammenbringt. Für mein Dafürhalten sind doch einige wichtige Aspekte zusammengekommen, die es zumindest rechtfertigen den Krankheitsbegriff in Frage zu stellen.
Das eine ist die Entscheidung etwas zu tun, nämlich Drogen zu nehmen und zwar nicht aus einer Not heraus oder als verzweifelter Versuch einer Selbstmedikation usw. Und, die Fähigkeit es sein lassen zu können.
Es gibt nämlich auch keine Krankheit, die ich per Entscheidung stoppen kann.

Jetzt habe ich einen Termin. Bis später.

Gruss

Jürgen
16.11.2005, 16:13
Das eine ist die Entscheidung etwas zu tun, nämlich Drogen zu nehmen und zwar nicht aus einer Not heraus oder als verzweifelter Versuch einer Selbstmedikation usw. Und, die Fähigkeit es sein lassen zu können.
Es gibt nämlich auch keine Krankheit, die ich per Entscheidung stoppen kann.


Da mühen wir uns ab irgendwelche, schlauen und tiefgründigen Erklärungen zu geben, und Du haust mal eben so eine einfache aber total logische Erklärung raus.
Respekt, werde diese Erklärung ab sofort auch verwenden, wenn es recht ist.

Gruss Jürgen

P.S.: das Helle hat das auch so beschrieben, ist mir natürlich auch aufgefallen.

helle
16.11.2005, 17:00
hallo zusammen,

ich möchte mal einen punkt in die diskussion bringen, über die ich in den letzen jahren immer wieder mal nachgedacht habe. spielt denn nicht, wie so oft im leben, der zufall eine viel grössere rolle dabei, ob jemand die laufbahn eines süchtigen einschlägt, als irgendwelche lebensumstände oder gar angebliche genetische dispositionen, wie man ja auch schon von wissenschaftlicher seite her behauptet hat? ich weiss, die frage ist provokativ. bin gespannt auf eure antworten.

Jürgen
16.11.2005, 18:10
Puha, das ist wirklich nicht so einfach zu beantworten.
Also, ich für mich kann nur sagen, das es mich ab einem Alter von ca. 12 Jahren brennend interessiert hat, wie Drogen funktionieren. Zuerst Alkohol, dann Shit usw., usw.. ich wußte was passieren kann, aber es war mir egal. ich konnte auch von Anfang an nie vernünftig damit umgehen. Entweder totaler Sendeschluß oder gar nichts. Wobei gar nichts ab einem Alter von 15 bis 24 so gut wie nicht vorkam.
Mich hat keiner verführt, ich habe bewußt die Nähe zu Drogenleuten gesucht. Das Buch "Christiane F." hat mich eher noch animiert als abgehalten, ebenso der Film. Aufklärung in der Schule, die es damals schon gab, hat nichts gebracht. Ich wollte es wissen. Wieso? Keine Ahnung.
Heute hält mich davon manchmal nur ab Drogen zu nehmen, das ich die Konsequenzen mittlerweile zu gut kenne. Aber diese Momente sind selten. Meistens stellt sich mir heute nicht mehr die Frage, soll heute Drogen nehmen oder nicht.
Tja, das ist eigentlich alles von mir dazu.

Gruss Jürgen
W

Tom
16.11.2005, 19:04
erstmal hallo zusammen.....bin ja nun schon ne ganze zeit hier angemeldet ..habe auch hin und wieder mal rein geschaut ...aber ....!!!! nun auch egal….

Ich habe aus keinem ersichtlichen Grund Drogen konsumiert…..es hat sich halt ergeben.… aber ich denke es gibt so viele Geschichten und jede ist anders…

Helle:
Nun das Drogengeschäft ist ja vielseitig …die Wissenschaft holt sich halt auch ihren Anteil …..[/quote]

MaJa
16.11.2005, 19:20
Moin Moin,
in der Pubertät war ich zumindest nicht in der Lage, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Über irgendwelche Folgen habe ich keine langen Gedanken verschwendet und sehr spontan reagiert, nach Tagesform.
Insofern ist der Begriff Zufall gar nicht falsch.
Und dann spielt da auch noch das alte Gelegenheit macht Diebe mit hinein. Das wiederum ist eindeutig Zufall.

Das alles sind aber im weitesten Sinne Lebensumstände. Da gibt es welche, wo die Gefahr des Nehmens größer ist und ebensolche, wo diese geringer ist. Das hängt dann vermutlich von der Erziehung/Prägung ab, inwieweit ich mich bereitwillig auf sowas einlasse resp. die Hände davon lasse. In modernem Deutsch würde man wohl von starken Kindern sprechen.

Herzlich
MaJa

DonRon
16.11.2005, 20:01
Hallo in dei Runde.

Wir haben hier ja das alte Syn Konzept. Sucht ist Dummheit. Wem das zu provokant ist, kann anstelle der Dummheit Unwissenheit sagen. Klingt irgendwie netter, ist in der Konsequenz aber dasselbe.
Unwissenheit über die Konsequenzen der Sucht kannst du mittels Information kaum beeinflussen. Beste Beispiel sind die Raucher, denen du erzählen, beweisen und zeigen kannst, wie schrecklich amputierte Raucherbeine sind oder wie schrecklich vollgeteerte Lungen aussehen usw. Dann - und das ist schon schwieriger - wie man mit Problemen anders umgehen kann, als sich mittels eines Rausches des Problembewußtseins zu entziehen.
Die meisten von uns haben doch zum einen deswegen angefangen Drogen zu nehmen, weils irgendwie cool war. Weils die Leute taten, die man bewunderte, die unser Vorbild waren usw. Dann sicher auch, das wird häufig übersehen, weils Spaß macht. Drogen nehmen, Alkohol trinken macht Spaß. Alle tuns. Es gibt kaum jemanden, der es nicht tut oder nicht wenigstens getan hat. Es scheint ein sehr menschliches Verhalten zu sein und zwar kein krankes! Auch süchtiges also unmäßiges Verlangen nach allem Möglichen in den verschiedensten Graden ist normal. Der kleine Kick, die kleine Entspannung, die kleine Befriedigung des Verlangens. Das sind doch Dinge, die mich heute noch bewegen, obwohl ich beileibe nicht mehr süchtig bin. Jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn. Und bei allen diesen Dingen frage ich mich, will ich das, brauche ich das, kann ich es mir leisten, habe ich einen Nachteil davon? Und je nachdem, treffe ich eine Entscheidung. Das tue ich immer, selbst dann wenn ich gar nichts mache. Und als erwachsener Mensch trage ich auch die Konsequenzen meines Verhaltens.
Krankheit hingegen macht mich schwach und unselbstständig. Ich bin darauf angewiesen, dass ein Arzt oder Therapeut mir hilft. Außerdem, Krankheit ist gut, weil man keine Schuld hat. Unsere Gesellschaft guckt immer danach wer Schuld hat, das ist ganz wichtig. Also wenn ich krank bin, bin ich nicht in der Verantwortung, sondern es ist über mich gekommen. Alles in allem lebt es sich als Kranker besser.
Irgendwann bin ich für mich zu der Überzeugung gekommen, Herr in meinem Häuschen sein zu wollen, trotz allem. Und seit dem gebe ich mir Mühe alles rauszuschmeißen was mich beherrschen will. Drogen, Alkohol, Leute, Meinungen, den lieben Gott, Klamotten, Geld, Essen und was es noch so alles gibt, was mir einreden will, dass ich es ohne ihm nicht gut habe. Das verstehe ich unter Nüchternheit.

Gruss euch allen

DonRon
16.11.2005, 20:44
Noch was,

kennt ihr die Geschichte von Sindbad dem Seefahrer? Nein! Gut ich erzähl sie euch.
Sindbad landete nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Insel im Pazifik. Nachdem er sich berappelt hatte machte er sich auf dem Weg die Insel zu erkungen. Bei seinen Märschen durch die Insel stieß er auf eine alten klapprigen Greis, der ihn anflehte ihn auf den Rücken zu nehmen und ihn wohin zu tragen. Er sei zu schwach sich auf den Beinen zu halten. Also lud Sindbad sich den Alten auf die Schulter. Doch kaum war der Alte oben angekommen, krallte er sich fest und war nicht abzuschütteln. Dann fing er an Sinbad zu malträtieren und in der Gegend herumzuscheuchen. Sindbad musste tun was der Alte ihm befahl.

So ging es uns. Wir haben den Dämon reingelassen und sind ihn nicht wieder losgeworden. Selbst als wir kurzzeitig Ruhe vor ihm hatten, sind wir seinen Einflüsterungen jedesmal wieder erlegen und haben ihm wieder aufgemacht. Aber der Alte denkt gar nicht daran seine Versprechungen zu halten. Er will nur besoffen sein, sonst nichts. An uns denkt er dabei nicht. Wir, seine Wirtsleute sind ihm völlig egal. Uns braucht er nur um an den Stoff zu kommen. Die einzige Ruhe die wir vor ihm haben können, ist ihm den Stoff zu entziehen. Dann gibt er Ruhe. Aber los werden wir ihn nicht. Er ist immer da. Er schläft nur, wie etwa mein Hund schläft. Manchmal, wenn ich nur an seinen Futternapf denke, öffnet er schon ein Auge. Es ist fast, als säße er in meinem Kopf und könne meine Gedanken lesen. Hin und wieder bettelt er - der Dämon - um etwas, irgendwas, aber ich darf im nichts geben, sonst hat er mich wieder.

Achso, ihr wolltet wissen wie Sindbad den Alten los wurde? Als der Alte schlief bemerkte Sindbad wie Tiere an herumliegenden Früchten ihren Hunger stillten und dann davontorkelten, sich ins Gras legten und schliefen. Es waren Früchte, die in Gärung übergegangen waren. Als der Alte wieder wach wurde, reichte ihm Sindbad eine Frucht. Als der Alte davon gegessen hatte wollte er unbedingt mehr. Naja, als er dann total besoffen wurde konnte sich Sinbad befreien und von dem Alten fliehen. Sindbad schwor sich den Alten nie wieder auf die Schulter zu nehmen.
Eine kluge Entscheidung, wie ich finde.

Nick
17.11.2005, 01:20
Hallo maja, zu sindbad, da gibts einen schönen nachcolorierten film aus den fünfzigern,....dutzendemale gesehen,....... ich stimme dem zufallsprinzip zu. hätte ich in meiner damaligen gemütsverfassung, als ich den ersten joint geraucht habe und die leute in dieser szene kennengelernt habe,...hätte ich statt dessen ein mitglied der augsburger domspatzen getroffen, das mich so fasziniert hätte wie dieser amerikanische GI namens gary uno (ein US-fillipino, mit so viel haarspray auf dem kopf, der zuckte immer zurück wenn sich in seiner nähe jemand eine zigarette anzündete!) aus frankfurt air base,.. mit seinem grinsenden >you wanna smoke hasch<,..., ich wäre unter umständen ein guter chorsänger geworden. gruß joachim

PS: wird an der küste das wetter auch zunehmend schlechter?

MaJa
17.11.2005, 02:02
Hi Joachim,
ja, aber nicht schlechter sondern der Jahreszeit angemessen. Will sagen leichter Nachtfrost.
Jaja Chorknabe, heute singe ich zwar im Chor, bin aber ein alter Sack und kein Knabe mit Stimmlage Bass, und nicht wie damals bei den Jesuiten Knabenalt. Aber ich habe schon verstanden, was du sagen wolltest.
Das mit deinem anti Mainstream habe ich so verstanden, dass du es wegen deines Verhaltens sehr wohl gepackt hattest, nüchtern zu bleiben.
Die Geschichte von Sindbad hatte ich völlig vergessen, eine sehr gute Parabel. Na ja, DonRon ist schließlich Suchtprofi und das hat er drauf wie niemand sonst, ausgenommen vielleicht Ingo und Markus.
Dörte ist jetzt wieder da aber ich wurde eben schlagartig hellwach und gucke nochmal meine Mails durch.
Herzlich
MaJa

helle
17.11.2005, 11:45
hallo zusammen,

ich will aus der "zufallsgeschichte" kein grosses ding machen, da es auf der anderen seite wieder viel zu sehr zur spekulation einlädt, die niemanden weiter bringt. sie zeigt aber, und das ist meine überzeugung, dass es ganz leicht anders hätte laufen können. ich bin also nicht dieser besondere, behinderte, kranke, erblich vorbelastete typ. ausserdem kann man so wieder einen der nüchternheit oft so hinderlichen mythen des suchtlebens eliminieren.

@das wetter: bei uns scheint gerade die sonne. wenn man den bauern hier glauben will, wird es bei uns ein kurzer, sehr kalter winter.

helle
17.11.2005, 11:47
hallo maja,

unter einer "heissen wiedersehensnacht" versteht man aber was anderes, oder? :wink:

Nick
18.11.2005, 00:42
hi, ich weiß zwar nicht worums geht,..aber ich wollte endlich mal, wenn auch nur für kurze zeit mal in der seite in allen 4 bereichen mal meinen namen sehen,...im übrigen, schaut euch doch mal diese ehemaligenseite an, ich mache hier keine reclame,... die haben mich gecancelt,...ehrlich,...ich bin da wie jeder andere gast, mit einem blinkenden ausrufezeichen. ich war denen wohl zu intellektuell,...(man nannte mich suchthilfe heiland o. so ähnlich,)........... und das mit einer einfachen handwerkerausbildung, naja, der umgang mit IT beinhaltet nicht unbedingt intelligenz,....gruß an alle, joachim

MaJa
18.11.2005, 07:52
Moin helle,
lass man, das klappt noch ganz gut, aber für eine ganznächtige Gymnastik reicht meine Kondition nicht mehr. :oops:
Normal schlafe ich sehr gut und das seit langer Zeit. Weiß nicht welche Ursache das hatte.
Herzlich
MaJa

MaJa
18.11.2005, 08:07
Moin Moin,
mir ist nicht ganz klar warum wir uns in das besagte Forum einloggen sollten. Deine Kommentare Joachim deuten nicht auf ein erstrebenswertes Ziel hin. Also ich meine nur Negatives aus deinen diesbezüglichen Posts hereausgelesen zu haben.
Warum also sollte ich?
Herzlich
MaJa

Nick
18.11.2005, 09:23
Guten morgen maja,...nun, ich finde, die seite ist echt gut gemacht,..der aufbau,..mit den vielen möglichkeiten, und sicherheitsmäßig finde ich die auch clever, bis auf die farben, die erinnern mich an pralinenschachteln aus den fünzigern. Aber das liegt wohl daran das ich im zusammenhang mit sy immer das sy-blau assoziiere, gegebenenfalls noch das sy-grün, so,... ich muß zur arbeit, gut gelaunt, in alter frische. gruß joachim

helle
18.11.2005, 11:35
hallo zusammen,

das ist in der neuen form zumindest schonmal etwas übersichtlicher und durchdachter. ganz ohne konzept geht's halt doch nicht. ob's von dauer sein wird, wird man sehen. durch die etwas zähere anfangszeit muss man eben durch. wie so oft im leben.

DonRon
18.11.2005, 18:31
...im übrigen, schaut euch doch mal diese ehemaligenseite an, ich mache hier keine reclame,...

Hab ich gemacht Joachim, aber das Thema ist doch ein bißchen langweilig. Synanon - pure Nostalgie, ein Auslaufmodell. Hat ein wenig den Anschein als wollten sie Syn ein bißchen ans Bein pinkeln, sich aber nicht recht trauen.
Ich hätte schon Interesse mich mit Leuten auszutauschen, die ernsthaft ihre Erfahrungen, die sie bei uns gemacht haben, reflektieren. Aber nicht auf dem Niveau von Christian Vogel, ums mal ganz direkt zu sagen. :lol:

Gruss

DonRon
18.11.2005, 18:36
Noch was, ich stelle fest, dass mir in dem Zusammenhang die Anonymität mißfällt. Erst recht, wenns unter die Gürtellinie geht. Wenn ich was zu sagen habe, dann stehe ich dazu, mit voller Namensnennung. Wenn ich mich das nicht traue, sollte ich besser die Klappe halten. :evil:

Gruss

schnorcheltasse
19.11.2005, 03:56
Hallo DonRon,

die Anonymität mißfällt mir ebenso - da war der Vorgänger Syreal doch etwas greifbarer - bzw. die User eher bereit ein Stück von sich zu zeigen. Mit diesem neuen Forum kann ich bisher überhaupt nichts anfagen - zumal mir die Hinter- und Beweggründe auch wenig transpartent sind.
Andererseits denke ich, das volle Namensnennung zwar wünschenswert ist, aber diese Freiheit nicht jedem gegeben ist. Wenn ich in diesem, eurem Forum mit vollem Namen poste, kann mich jeder Idiot googlen...
Es ist nicht so, das ich die Vergangenheit leugne, aber ich möchte sie auch nicht jedem auf die Nase binden. Und ich kann mir auch gut vorstellen, das es Ehemalige gibt, die zur Vergangenheit stehen, die aber Probleme bekommen wenn sie sich outen, bzw. die sich garnicht outen möchtenl. Also eine Teilanonymität so doch (ohne moralische Einschränkungen) jedem zugestanden!

Alex
19.11.2005, 11:25
Lieber MaJa , kannst Du mir mal erklären, was ein "supervisorischer Aspekt" ist? Du weisst doch, ich bin schlicht strukturiert ....

Vielleicht noch etwas zur Anonymität: ich bin nicht bereit, mein Bild hier reinzusetzen (abgesehen davon, dass dann alle das Forum fluchtartig verlassen würden). Aber aus nachfolgendem Grund: in dem anderen Thread geht es um ein kleines Kind. Würde ich mein Bild hier reinsetzen, wüssten viele um Umstände, die niemand was angeht. Auch wären die Eltern dann leicht auszumachen. All das möchte ich nicht. Verstanden?

Alex

MaJa
19.11.2005, 11:38
Moin Moin Alex,
das bedeutet eine übergeordnete Sichtweise, also du betrachtest das Problem in dem konkreten Fall nicht als Betroffene, sondern als Außenstehende und hast damit einen besseren Überblick als die Betroffenen.
Dadurch siehst du manchmal Dinge, die wir aus Betriebsblindheit gar nicht merken.
Schönes Wochenende
Herzlich
MaJa

DonRon
19.11.2005, 13:24
@schnorcheltasse,
Nein mir geht es dabei nicht darum, dass sich jeder öffentlich outet. Nicknames usw. sind o.k. Untereinander sollten wir schon wissen um wen es sich handelt. Was ich wirklich nicht mag, ist mit Dreck aus dem Hinterhalt werfen. Also entweder man benimmt sich zivilisiert und bleibt inkognito oder man läßt die Sau raus, dann aber bitte mit Hosen runter. :lol:

@alex
Du kannst irgendetwas was du witzig findest da reinstellen. Oder vielleicht auch etwas, was dir was bedeutet und du denkst für dich typisch ist. Oder ein Wasserzeichen, oder, oder...
Einige von den Bildern sind auch nicht sehr typisch für die Leute dahinter, jedenfalls soweit ich sie kenne. Ist in einigen Fällen auch schon etliche Jahre her.

Ostschluffe
19.11.2005, 16:50
Mit diesem neuen Forum kann ich bisher überhaupt nichts anfagen - zumal mir die Hinter- und Beweggründe auch wenig transpartent sind.

Na ja, der "Hintergrund" ist doch klar. SYreal wurde Hals über Kopf geschlossen, Christian war so nett und hatte vor allem eine eigene Webpräsenz, das nahtlos weiterzuführen. Wie anonym das nun wird(immerhin ist eine Registrierung mit gütiger Mail-Addi erforderlich - genau wie hier auch) hängt von den Nutzern ab. Da die Seite von Berlinern in erster Linie auch für Berliner Ehemalige gestaltet ist, könnte sie durchaus erfolgreich sein, denn ein Treffen von Forenteilnehmern ist doch in Berlin viel eher drin als hier. Man muss abwarten. Letztlich wird diese Seite so gut sein, wie sie von den Nutzern durch ihre Beiträge gemacht wird.
Das "Gefühl" von DonRon kann ich nicht nachvollziehen. Es soll gerade vermieden werden, dass Synanon nur schlicht "ans Bein gepisst wird".
Klar gibt es da Anekdoten und auch kritische Worte zu Synanon, aber das ist nur ein Teil dieses Forums. Zielsetzung ist eine gegenwartsbezogene Verbindung von Leuten mit ähnlichem Hintergrund in Sachen Rauschmittel, die auch in die Zukunft blickt. Ein Schwerpunkt dabei ist, natürlich durch Christian die Musik. Man wird sehen. Weniger Zuspruch als diese Seite hier wird die Berliner Seite auch nicht haben. Es ist ja offensichtlich ein zäher Job, die von Hause aus misstrauischen Ex-Synanisten vom Internet zu überzeugen. Ich jedenfalls bin gespannt, ob wir das schaffen!
Ostschluffe ist im "Einfach Machen" voyager und im wahren Leben Jörg.

Alex
19.11.2005, 18:07
Lieber Maja, danke für die Aufklärung. Aber das klingt so arrogant, wie ich gar nicht sein will. Wirklich nicht. Vielleicht hatte ich einfach nur mehr Glück im Leben!

Alex

helle
19.11.2005, 19:03
...Das "Gefühl" von DonRon kann ich nicht nachvollziehen.


ich bin beileibe nicht donron's anwalt, aber ich kann das schon nachvollziehen, was er gesagt hat. in besagtem forum sind einige abfällige bemerkungen sowohl über personen, als auch über fleckenbühl gemacht worden. da wurde beispielsweise behauptet, donron hätte mal jemanden ein schild um den hals gehängt, wo draufstand "ich bin dumm" oder sowas. das grenzt schon an rufmord, denn es gibt sicher genügend leute, die so einen schwachsinn gerne glauben.

Ostschluffe
20.11.2005, 02:15
Ist mir jetzt nicht direkt präsent, aber bitte, darüber würde ich doch lachen. Warum postest du das hier, obwohl du im besagten Forum auch angemeldet bist? Hier ist das doch nur Polemik. An der richtigen Stelle, würde es als Gegenmeinung stehen bleiben. Wenn da abfällige unwahre Bemerkungen gemacht werden, gibts aber Ärger. Wenn Sachen behauptet werden, die vielleicht stimmen vielleicht aber auch nicht, dann wird eben drüber diskutiert. So machen wir das...nur kann man nicht diskutieren, wenn sich jemand dazu im falschen Forum äußert. DonRon sollte dich verklagen, wegen unterlassener Hilfeleistung! :D
Mann, hängt doch die Dinge nicht so hoch. Wir fangen gerade erst an.

Nick
20.11.2005, 08:46
hi helle, also,...das mit dem schild hab ich auch gelesen,....irgendwo, mich interessierts nicht sonderlich was irgendwo in einem musikforum jemand schreibt, sondern für mich sind meine persönlichen eindrücke wichtig,und der reputation von ronald und fl wirds nicht schaden.....und was für mich ganz wichtig ist, hier hat man nach anmeldung über imehladresse auch zugang und kann sich dann äußern....übrigens, mein faxgerät habe ich abgeschaltet, die langweiligen statements die da einliefen, also,...ich bin mir fast sicher das es keiner der leute aus diesem forum war, oder? aber seis drum, ich geh jetzt wieder ins bett,...bin nur mal kurz raus die verandatür zu machen, mir wars kalt, schönen sonntag noch. gruß joachim

MaJa
20.11.2005, 08:52
Moin Moin Joachim,
es ist draußen schon fast hell und du gehst schlafen?:lol:'

Was ist mit deinem Fax, wo hast du denn deine Nummer veröffentlicht?
Schönen Sonntag
Herzlich
MaJa

Nick
20.11.2005, 09:52
Guten morgen maja,...telfax,.....die nummer bekommt,..pardon, bekam man bei der auskunft ,....name steht hier überall drüber, wohnort steht im profil,....da müssen solche typen noch nicht mal lesen können,..das erledigt die auskunft für sie!.....ich gehe nicht erst jetzt ins bett,...sondern wieder, ich wollte nur die verandatür zu machen weils so kalt wurde, dann hab ich mich vor den rechner gesetzt,und.....,jetzt ist aber schluß. einen schönen sonntag, gruß joachim

helle
20.11.2005, 12:38
...Warum postest du das hier, obwohl du im besagten Forum auch angemeldet bist? Hier ist das doch nur Polemik...nur kann man nicht diskutieren, wenn sich jemand dazu im falschen Forum äußert...
hallo ostschluffe,

1.) mir ist das in dem neuen forum zu mühsam. nach den anfangsschwierigkeiten mit dem login, stosse ich z. zt. ständig auf probleme mit meinen schreibrechten. komischerweise fehlen mir diese ausgerechnet bei den themen, auf die ich antworten möchte. dazu gehörte u. a. der beitrag, in dem das über donron zitierte behauptet wurde. es ist also nicht ein problem des "wollens" meinerseits, sondern ein technisches. wie auch immer, ich habe keine lust, den admin ständig per messie kontaktieren zu müssen, um auf beiträge antworten zu können.

2.) sei mir nicht böse, aber bevor du mit begriffen wie "polemik" um dich wirfst, solltest du vielleicht erstmal nachschlagen, was er bedeutet.

3.) es gibt dinge, über die ich nicht diskutiere. dazu gehören latrinen-parolen, wie ich sie zitiert habe.

Ostschluffe
20.11.2005, 12:49
Bedeutet das in Österreich was anderes als hier? Dann sorry, ich vergaß, ihr habt ja da die Spezialisten für. :D
Trotzdem sollte man sich über "Probleme" da beschweren, wo sie entstanden sind, sonst sind sie nicht zu lösen. Ich schau gerade mal nach deinen Schreibrechten. Soweit ich das beurteilen kann, sind sie jedoch in Ordnung. An Threads, wo ein Schloss vor hängt, kommt allerdings niemand mehr ran. Das ist gewollt, damit eben nicht zuviel Unfug gemacht wird.
Übrigens musst du ja über "Latrinen-Parolen" nicht diskutieren, du könntest aber doch wenigstens darauf hinweisen, dass es eine solche ist. Machst du ja auch hier. Und ganz zum Schluss, mein lieber Freund aus dem "richtigen" Osten, "zitieren" ist dann aber auch was anderes. Vielleicht befasst du dich erstmal damit, bevor wir so schwere Begriffe, wie Polemik klären.
So jetzt schau ich mal nach deinen Schreibrechten. Das mach ich doch gerne. :P

Ostschluffe
20.11.2005, 13:06
Deine Rechte sehen so aus, dass du, wenn du eingelogged bist, überall antworten darfst. So sollte es auch sein.

Gebt mir mal den Thread an, wo das mit dem Schild stehen soll. Ich kann es nicht finden. Wenn niemand was dazu sagen will und das eine falsche Behauptung ist, mach ich sie weg. Wir wollen nicht das Forum sein, was Leuten, die aktiv in der Suchthilfe was leisten, diskreditiert. Es ist auch nicht unser Ziel, frustrierte Kurzbesucher der Einrichtungen zu uns zu ziehen.
Nur, damit wir uns nicht falsch verstehen, und weil der Name hier schon fiel, wir wohnen auch keineswegs im Hintern von Ulrich L. oder Walter S.

Ansonsten würde ich gern hier nicht über Sachen diskutieren, die woanders stehen. Ebenso werde ich das im anderen Forum auch vermeiden. Ausgelöst wurde das ja hier und auch im SY-Gästebuch von jemand anders. Mir fällt da auch gerne die Aesop-Fabel vom Fuchs und den Trauben ein. :D

DonRon
20.11.2005, 13:46
Hallo Freunde,

ich würde vorschlagen die Foren deutlich voneinander zu trennen. Mittlerweile kennt jeder das Forum von Christian. Wenn er da was posten will, soll er sich dort zu dortigen Themen äußern. Ich tu es nicht.

Wenn sich jemand zu mir äußern will kann er es hier tun. Ich renne nicht jedem Dummkopf hinterher, der irgendwo in der Welt dummes Zeug über mich verbreitet. Über mich, unsere Einrichtung, Synanon, existieren soviele Gerüchte, dass es schon wieder lustig ist. Wenn man also auf jemanden trifft, der so eine "Latrinenparole" verbreitet, weißt man doch sofort, wes Geistes Kind er ist. Wie sagte Marcus so schön: Der Sprecher richtet sich selbst. Damit möchte ich dieses Thema gerne abschließen.

Gruss

helle
21.11.2005, 11:00
Bedeutet das in Österreich was anderes als hier? Dann sorry, ich vergaß, ihr habt ja da die Spezialisten für.

hallo ostschluffe,
der war wirklich gut. der herr haider, auf den du sicherlich anspielst, hat mittlerweile nur noch in kärnten, wo er landeshauptmann (ministerpräsident) ist, nennenswerten zuspruch. aber auch der bröckelt langsam. die kärntner sind in österreich ein bisschen das, was die bayern in deutschland sind. das würde im detail aber zu weit führen.

helle
21.11.2005, 11:03
ach ja, der kabarettist werner schneider hat mal sinngemäss gesagt:

"der haider ist kein nazi, denn dafür müsste er eine gesinnung haben. haider hat aber keine gesinnung."

das trifft die realität ganz gut.

Nick
21.11.2005, 21:01
hallo helle, kommst du jetzt wenigstens überall rein,..der heinzb., ja,.der is schlau, der hat das richtig gemacht, der hat eine eigene ecke,..die des gourmets,.....vielleicht hat ihm ja markus z. ein rezept für wildschweinsülze verraten, nachdem er für ihn das erschossene wildschwein auf den hof geschleppt hatte,..aber mal im ernst,.. .ob der sich da als gourmet wohl fühlt,.... also ich,....ich bevorzuge das gästebuch,.... als dauergast...da fühle ich mich richtig heimisch seit ich der seite für schwierige logins den rücken gekehrt habe, schweren herzens zwar, aber man muß,...sozusagen auch loslassen können. gruß j.

helle
22.11.2005, 07:22
hallo zusammen,

@joachim: nö, ich habe da zum teil keine schreibrechte. ist mühsam. man verliert die lust.

@thema gruppen: lasst uns zum thema gruppen zurück kehren. ich würde die ret/rast-geschichte von donron gerne etwas vertiefen. was ich bisher darüber gelesen habe, hört sich prinzipiell gut an. wenn ich das richtig verstanden habe, ist rast donron's eigenentwicklung, die auf ret aufbaut. falls das gewollt ist, in welcher form könnte man da denn zusammen arbeiten? wie wäre es denn mit einem rast-workshop für interessierte?

heinz benner
22.11.2005, 23:06
da ich der letzte bin der bei synanon war (von denen die hier schreiben)werde ich euch erzählen was in synanon berlin auf den gruppen abläuft.
ich bin auch noch zu elsingszeiten dort gewessen.das hat mit den eigentlichen synanon spielen nichts mehr zu tun.

wenn wann da jemand abraucht, dann darf man am nächsten tag in der hausleitung antanzen und muss den kopf senken.

es hat sich alles sehr verändert.woran das liegt frage ich mich heute noch.
wie kann ein herr schriever, der irgendwann mal sy geholfen hat und nur als angeblicher berater zur seite steht.

alle entscheidungen treffen und die hausleitung hält das maul und schaut weg?

oh man ich könnte viel erzählen

aber eines muss ich sagen, nicht immer der lauteste hat recht.oder der die meisten ausdrücke kennt.

ich konnte brüllen wie ein löwe hab das auch auf jeder gruppe gemacht, bis man mir den hva dienst nehmen wollte.


so das war einen gute nacht geschichte.

adelle

grüsse aus dem arschkalten zürich

heinz

Nick
23.11.2005, 00:09
Tja heinz, das muß man begreifen, die veränderung in synanon (Spiele, gruppen etc.) ist marktabhängig, das heißt,....angebot und nachfrage regulieren den markt. unterm strich stellt sich das so dar,....kämen typen wie ich dort heute hin, das würde vermutlich nix,....da käme ich wahrscheinlich nicht mehr klar. Aber,!!!das ist auch uninteressant,....dafür kommen das jetzt andere klar, die vor zehn jahren sofort durch die ritzen gefallen wären. Da wird lediglich das klientel ausgetauscht,...das geschäft überlebt, (ich wünsch es synanon, auch wenn ein obskurer Herr S. die strippen zieht.). Für uns beide ist nur eins wichtig, nie wieder in eine hilflose situation zu kommen und nicht mehr dahin zu müssen, das wär ein ding,...mit dir in einer gruppe zu sitzen und via therapeutische schiene zu erzählen, "was es mit uns macht,". gruß joachim

DonRon
23.11.2005, 20:01
ist rast donron's eigenentwicklung, die auf ret aufbaut. falls das gewollt ist, in welcher form könnte man da denn zusammen arbeiten? wie wäre es denn mit einem rast-workshop für interessierte?
Hallo helle,

momentan haben wir hier bei uns verschiedene Versuchsgruppen am Laufen. Dabei wird erst mal eine Einweisung gegeben. Danach denke ich, kann man eine kontinuierliche Gruppe laufen lassen, die natürlich süchtiges Verhalten zum Schwerpunkt hat. Das Ziel wäre schon auf lange Sicht externe Gruppen zu installieren, die sozusagen jenseits der AA-Schiene aber auch nicht kein Spiel im klassischen Sinne ist. Da die Gruppen moderiert werden, müsste man sowas wie eine Einführung organisieren. Wie gesagt, das ist geplant, wird aber erst in der ersten Jahreshälfte 2006 umgesetzt werden .

Gruss

Ostschluffe
23.11.2005, 20:17
auch nicht kein Spiel im klassischen Sinne ist.

Sorry, wenn ich nachfrage, ist die doppelte Verneinung gewollt? "Nicht kein" ist zwar ungebräuchlich, bedeutet aber letztlich, die Gruppen sind ein Spiel im klassischen Sinne. Das war aber nicht so gemeint, oder?

DonRon
23.11.2005, 21:06
Hall Ostschluffe,
nee, dass war ein nachträglich eingebauter Tippfehler. Es bleibt bei der einfachen Verneinung.

Gruss

helle
24.11.2005, 15:30
hallo donron,

komme gerne auf dein angebot von vor 2 wochen zurück, stelle mir also bitte mal eine kleine liste mit literatur zum thema zusammen. falls du zu eurer rast-geschichte schon etwas ausgearbeitet hast, das du für herzeigbar hältst, würde mich das natürlich auch interessieren.

DonRon
24.11.2005, 20:26
stelle mir also bitte mal eine kleine liste mit literatur zum thema zusammen.

helle kannst du Englisch lesen?

helle
24.11.2005, 23:06
hallo donron,

kein problem mit englisch. ist eh gut, wenn man zwischendurch ein bisschen übung kriegt. vielleicht übersetze ich es dann schnell noch ins spanische. :lol:

DonRon
09.12.2005, 18:52
Hallo helle,

ich bin dir noch eine Auskunft schuldig. Bücher zum Thema Rational Emotive Verhaltenstherapie, die als Grundlage für das RaST (Rationale Selbsthilfe Training) gelten.

Norbert Lotz, Das innere Selbstgespräch
Dieter Schwartz, Vernunft und Emotion
Roman Schmitt, Rational-Emotive Therapie
Dieter Schwartz, Gefühle verstehen und positiv verändern
Michael Edelstein, Three Minute Therapy (sozusagen die ABC-Methode von Ellis in Anwendung)

Marc Aurel
Bertrand Russell, Eroberung des Glücks
Epiktet (oder andere Stoiker)
Auf der Homepage von SMART findest du noch etliche Artikel zu Themen wie Selbstvertrauen, Weisheit usw.

Gruss

helle
10.12.2005, 11:41
hallo donron,

danke erstmal. ich kenne natürlich keinen der autoren, von russel abgesehen.

Nick
10.12.2005, 22:53
Hi Helle, ist das der Russel der in den siebziger Jahren, zur Zeit der damaligen Revolutionären Gruppen in Europa, das sogenannte Russel-Tribunal initiiert hatte, um sich mit den sogenannten unmenschlichen Haftbedingungen der Gefangenen über eine breitere intellektuelle Öffentlichkeit auseinanderzusetzen? :?:

Averell
10.12.2005, 23:16
1872 - 1970 gelebt.
Erstes Russell-Tribunal (Vietnam-Tribunal) 1966.
Ja, der ist es. Agil bis ins hohe Alter.

Nick
10.12.2005, 23:50
Hi Avarell, danke, ..wußt ich's doch, als in dem Nebel meiner Erinnerungen schemenhaft dieser Name auftauchte, jetzt bin ich beruhigt, ich hätte mich ja auch irren können! Gruß Joachim :wink:

DonRon
11.12.2005, 00:56
Sag ich doch, Süchtige sind nicht doof, nur süchtig. :lol:

Gruss

Nick
11.12.2005, 01:35
Na,...jetzt übertreib nicht,...ich hab auch ein paar Doofe kennengelernt, im übrigen,..auch wenn ich nicht gerne damit hausieren gehe,...ab und an hab ich auch mal Bücher gelesen, ich habe vor acht Wochen einer netten Seminarleiterin und Politologin, Steppenwolf von Hesse empfohlen, sie sagt sie hätte es mittlerweile durch,......Ahh,.. ich werde das mal testen, da kenne ich nahezu jede Seite, aber jetzt bin ich erstmal Bettreif, gute nacht! :lol:

helle
11.12.2005, 11:53
hallo,

ich habe von russel vor ca. 25 jahren "warum ich kein christ bin" gelesen.

Nick
11.12.2005, 21:18
Kluge Frage von dem Herrn Russel,...bist Du einer?,.....ich bin keiner,....wie auch?, schau Dir die Welt an,.....! Gruß Joachim

MaJa
11.12.2005, 21:37
Moin Moin,
Marc Aurels "Selbstbetrachtungen" gehört unbedingt an die erste Stelle der Bücher, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen möchte.
Den Zusammenhang zur diskutierten Therapieform kann ich aber nicht beurteilen.
Herzlich
MaJa

Nick
11.12.2005, 22:29
Hallo Maja,..."Selbstbetrachtungen" sind ab und an ein unerlässliches Muss, auch auf einer Insel,..aber was hat es mit Therapieformen??? zu tun,.......oder, es sieht so aus, als verliere ich tatsächlich langsam den Überblick über die Themen?, ...da würde ich mich dann doch vorsichtshalber über 1 - 2 Wochen ausklinken und dann Neu einsteigen, aber,...ihr helft mir sicher vorher auf die Sprünge, oder? Bis dahin Gruß, Joachim :wink:

DonRon
11.12.2005, 23:22
@joachim

du verlierst den Faden. Du solltest etwas weiter vorne im Thread nachlesen und nicht immer auf den letzten Beitrag reagieren. :roll:

Gruss

Nick
12.12.2005, 00:17
Hallo Ronald,..stimmt,..ich hab mir die Mühe gemacht und alle Seiten durch geblättert, ich bin völlig vom Thema weggedriftet, wenn's von mir abhängt, ich bin wieder auf Stand. Also: Die momentane Tendenz ist folgende: Ein Stinknornmaler Süchtiger kommt in eine Einrichtung, wird ...wen wunderd's,... dort zu einem Problem (wie wir alle eins waren!), dann ist offensichtlich, der Aufwand der durch den betreffenden Patienten entsteht (weil er sich wie ein Süchtiger verhält!) beschäftigt zu viele Mitarbeiter über zu große Zeiträume,...das ist ein ökonomisches, sprich finanzielles Problem. Im Regelfalle kommt es zu einer Supervision, dann stellt sich auf einmal heraus,... der Patient ist Schwerstgestört. Aufgrund des Zeitdruckes und der zunehmenden Arbeitsverdichtung entschließt man sich , dem Patienten dann doch Medikamenente anzubieten, in der Hoffnung das Problem wäre somit gelöst,.....in keinem von mir beobachteten Fall war's so,..aber die Verantwortung wurde einfach umgeschichtet auf die nächste Institution, wo der ursprüngliche (normale!) Drogenabhängige dann als Borderliner oder gar als schlimmeres auftaucht, ...zusätzlich Stigmatisiert bis an sein Lebensende! Im übrigen für mich ein sehr schwieriges Thema weil sehr vielschichtig und wie schon auf einer anderen Seite bemerkt, nicht virtuell zu lösen oder endgültig zu besprechen. Gruß Joachim :(

DonRon
12.12.2005, 20:05
Ein Stinknornmaler Süchtiger kommt in eine Einrichtung, wird ...wen wunderd's,... dort zu einem Problem ,... der Patient ist Schwerstgestört -( wohlgemerkt, ein normaler süchtiger!!)- aufgrund des Zeitdruckes und der zunehmenden Arbeitsverdichtung entschließt man sich , dem Patienten dann doch Medikamenente anzubieten(

Aus einem menschlichen Problem wird ein technisches gemacht und und technische Lösungen angeboten. Das die das menschliche Problem nicht lösen ist klar. Aber jetzt ist es handhabbar.
Der Nebeneffekt, den unseren lieben Sozialarbeiter übersehen haben, ist, dass man ihnen das Arbeitsfeld entzogen hat und jetzt wieder die Mediziner am Werk sind und das Geld verdienen.
In Ffm wird gerade, als sozusagen vorgezogenes Ergebniss der Heroinstudie, nicht nur darüber nachgedacht, sondern geplant, ab nächstem Jahr Heroinvergabe anstatt der Methadonvergabe durchzuführen.
Sind die Süchtigen doch selber schuld, was sind sie auch für ein undankbares Klientel. :shock:
Ich wollt euch nicht den Abend verderben.

Gruss

helle
20.12.2005, 09:31
...In Ffm wird gerade, als sozusagen vorgezogenes Ergebniss der Heroinstudie, nicht nur darüber nachgedacht, sondern geplant, ab nächstem Jahr Heroinvergabe anstatt der Methadonvergabe durchzuführen...

hallo donron,

heroin an alle oder nur an die "hoffnungslosen fälle"? es stellt sich auch die frage, welchem zweck das dienen soll. was ist das ziel dieses programmes? wenn ich mich nicht irre, haben die methadon-programme als fernziel die abstinenz. wenigstenz theoretisch. ich muss allerdings zugeben, dass ich mich in der thematik nicht besonders auskenne.

schnorcheltasse
22.12.2005, 16:14
es stellt sich auch die frage, welchem zweck das dienen soll. was ist das ziel dieses programmes?

Unter www.heroinstudie.de erfährt man etwas über die Zielsetzung:
Unter anderem soll herausgefunden werden, "ob durch Heroinvergabe eine Kontrolle und Überwindung der Abhängigkeit eher erreicht werden kann, als durch die Standardbehandlung der Suchttherapie, und ob eine Reduktion des illegalen Konsums stattfindet". :?: :shock: :?:

Eine Situation, in der ein Abhängiger, der seinen Stoff täglich sicher geliefert bekommt, seine Abhängigkeit überwinden möchte, kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Und das die Reduktion des illegalen Konsums zurückgeht, wenn man daraus einen legalen Konsum macht, wird sicherlich auch keine überraschende Erkenntnis am Ende der Studie sein...

DonRon
22.12.2005, 16:49
Hallo,

obwohl ich´s besser weiß, wundert´s mich doch immer wieder. Solche Studien haben nicht die Funktion etwas ergebnisoffen zu prüfen, sondern sie sollen den politisch Verantwortlichen, die letztlich die Entscheidung treffen, ein Alibi verschaffen, dass es fachlich korrekt ist. Und es gibt offenbar keinen Unfug, dem ein deutscher Professor nicht bereit ist, sein fachliches(?) Plazit zu geben, wenn es denn anständig bezahlt wird.
Mein Ahaerlebnis in dieser Hinsicht hatte ich witzigerweise durch eine Kurzgeschichte von Heinrich Böll. Es ist die Geschichte eines Bauunternehmers, der sich wohl noch aus seiner eigenen Erziehung her einen Restanstand bewahrt hatte und es für unanständig hielt sich durch Schmiergeld den Bauauftrag zu verschaffen. Unter Schmerzen ließ er sich von seiner Frau - die mehr Realitätssinn hatte - dazu bringen ein Kuvert persönlich an der Tür abzugeben. Zu seiner Überraschung kriegte er den Auftrag.
Ich las damals als - ich glaube 17-jähriger - diese Geschichte und hab´s kaum glauben können. Dachte mir aber, wenn der Böll sowas schreibt, kann es nicht ganz falsch sein. Ich und meine Vorstellung von der Welt waren damals so lieb, man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
Naja heute habe ich Schwielen an der Stelle.

Auch ´ne Weihnachtsgeschichte.
Alles Gute zum Fest wünsche ich euch

Nick
22.12.2005, 20:15
Hallo Jung's, ich versteh's ja auch nicht, und wenn ich's verstehe, dann fällt mir lediglich ein Spruch von Ingo W. ein, der da lautet: Einem Menschen Drogen zu geben um ihm aus seiner Drogenabhängigkeit zu helfen,.. ist wie F..... für die Jungfräulichkeit. :oops:

DonRon
23.12.2005, 18:24
Hat er das gesagt? :shock:

Nick
23.12.2005, 19:34
Ja, hat er, in der Bibliothek Altbau, die sogenannte Bernburger Runde, damals begann auf breiter Front die Diskussion im Zusammenhang mit Methadon und der kontrollierten Heroinvergabe an sogenannte Schwerstabhängige.

helle
24.12.2005, 10:31
Hallo,

...Solche Studien haben nicht die Funktion etwas ergebnisoffen zu prüfen, sondern sie sollen den politisch Verantwortlichen, die letztlich die Entscheidung treffen, ein Alibi verschaffen, dass es fachlich korrekt ist. Und es gibt offenbar keinen Unfug, dem ein deutscher Professor nicht bereit ist, sein fachliches(?) Plazit zu geben, wenn es denn anständig bezahlt wird...

hallo zusammen,

ich habe mal gehört, dass unsere frauen und herren politiker jährlich mehrere milliarden euros für gutachten und studien ausgeben. das scheint sich zu einer richtigen "industrie" entwickelt zu haben. wie auch immer, der steuerzahler zahlt, wie immer, die zeche. letzteres ist nichts neues. das ist aber noch lange nicht alles. u. a. liegt gerade beim bundessozialgericht die entscheidung darüber an, ob die krankenkassen die fahrtkosten der substituierten zu ihren "ausgabestellen" übernehmen müssen.

Nick
26.12.2005, 03:35
Hallo Helle, zunächst mal liebe Weihnachtsgrüße an Dich,....bei dem Lesen Deines Beitrages habe ich mir gerade mal überlegt, wie hoch die Kosten in meiner Suchtzeit für die vielen Fahrten von Frankfurt nach Amsterdam gewesen wären,....das hätte das Budget wahrscheinlich gesprengt! Vielleicht sollte ich die Fahrtkosten für meine gelungene Rehabilitation nachträglich noch beim Bundessozialgericht einklagen,...dann könnte ich anschließend in Rente gehen und mir im Europäischen Süden 'ne Finca zulegen und dort drüber nachdenken warum ich nicht schon früher mit Heroin angefangen habe! Gruß Joachim :lol: :lol:

DonRon
29.12.2005, 11:56
...dann könnte ich anschließend in Rente gehen und mir im Europäischen Süden 'ne Finca zulegen und dort drüber nachdenken warum ich nicht schon früher mit Heroin angefangen habe!

Ich weiß nicht, ob unser 17. Bundesland (Mallorca) auch an dem Heroinprojekt teilgenommen hat. Denn für Pola würde ich mir nun wirklich nicht den Rücken krumm machen vor einem Soz. Arbeiter. :lol:

helle
01.01.2006, 10:52
...Denn für Pola würde ich mir nun wirklich nicht den Rücken krumm machen vor einem Soz. Arbeiter. :lol:

hallo,
zu meiner zeit ist polamidon zum glück noch kein thema gewesen. ich weiss gar nicht, was mich an solchen "projekten" am meisten ärgert. wenn man mal von den (pseudo)wissenschaftlichen aspekten absieht, werden dabei signale ausgesendet, die in die völlig falsche richtung zeigen. diese projekte sollen angeblich einen leichten bzw. leichteren weg aus der krise bieten. erzieherisch finde ich das fatal, denn im leben gibt es nunmal in der regel keine bequemen abkürzungen bzw. ausweichmöglichkeiten. man muss lernen, sich zu stellen. das sollte meines erachtens unbedingt am anfang des nüchternen lebens stehen.

Nick
03.01.2006, 00:43
Hi Helle, ganz kurz zu Polamidon, die vielen hundert Leute, die ich in den letzten 12 Jahren beruflich kennengelernt haben,....die sich irgendwie bejahend zu Polamidon oder der Freigabe von Heroin befürwortend geäußert haben,....rate mal wieviele davon gespritzt haben,...... :shock: Das ist ein Geschäft,...nichts weiter,...ganz schnöde,...Ein Vergleich wäre eventuell: Alle Trainer in den Europäischen Ligen haben Fußball gespielt,...ja, und dann gäbe es welche die Fußball nur im Fernsehen kennengelernt haben und dann aber einen Erstligaclub trainieren,... :lol:

Rosenkind
03.01.2006, 01:07
Hey Joachim,
ein Geschäft war es doch schon immer - auch vor der offiziellen Abgabe von Polamidon oder der Freigabe von Heroin.
Zu meiner Zeit gab es immer und überall irgendwelche Ärzte, die Codein in riesigen Mengen für die "Durststrecken" verschrieben haben.
Gruß Rosenkind

Nick
03.01.2006, 01:15
Hi Rosenkind, klar war's schon immer ein Geschäft,....aber jetzt im großen Stil, ......bundesweit, europaweit,.....neue Märkte,...wer weiß,...da hängen ein paar Tausend Arbeitsplätze dran,...meiner übrigens auch,.....in meiner Klinik entstand das Europaweit erste Modell,..Leute die Substituiert sind, mit der Dosierung XY in den Therapeutischen Prozess einzugliedern, und dann über den Zeitraum von 3-4 Monaten ausschleichen zu lassen,...ich hab's gerne begrüßt,....die Ergebnisse kann ich hier nicht offen besprechen, lohnt sich auch nicht!

Katrin
05.01.2006, 10:07
Hallo Joachim,
ganz ehrlich gesagt halte ich gar nichts von Therapie und Methadon oder sonstiges. Habe das selber schon hinter mir und es hat nichts gebracht. Daytop war früher einer der härtesten Einrichtungen die mir sehr viel gebracht hat, doch jetzt machen die den Mist auch. Ich bin erst nüchtern geworden wo ich wollte und das ohne irgendwas.
Hatte 5ml Methadon bekommen und bin innerhalb eines Jahres auf 1ml runter gegangen, mit dem einen bin ich dann stationär gwesen.Zum Schluß waren noch drei Monate Fleckenbühl auf dem Programm und seitdem Bin ich nüchtern.Ich genieße die nüchterne Zeit mit meiner Tochter und Mann und ich weiß das ich immer auf der Hut sein muß.
In meinen15 Jahren Drogenkonsum war der Entzug mit Methadon am Schlimmsten und ich kann nicht verstehen das die Dealer in weiß so offen damit umgehen. DieLeute werden überdosiert und kommen nie wieder davon weg. Für mich war es auch der schwerste Entzug und habe heute noch Respekt davor, deswegen halte ich nicht von dem Zeug und gleichzeitig Therapie.

DonRon
05.01.2006, 15:51
Soweit ich weiß, werden von ca. 120.000 i.V. konsumierenden Drogenabhängigen ca. 60.000 entweder legal in irgendeinem Programm oder vor allem (ca.2/3) grau substituiert. Eine eigentlich vorgesehende psychosoziale Betreuung findet in den seltensten Fällen statt. Beikonsum ist kein Ausschlussgrund auch nicht wenn er regelmäßig stattfindet.
Hier werden Leute ruhig gestellt, abgeschoben, aus Kostengründen ausgesondert.
Trotz alledem, niemand zwingt mich an so einem Programm mitzumachen.


Gruss

Jürgen
05.01.2006, 17:28
Man muss aber vielleicht auch mal sehen, das nicht jeder nüchtern werden will. Ein Umstand der für mich nicht in Frage kam, aber das gibt es.
Ich behaupte mal, es gibt Menschen die nicht mehr in Lage sind den nüchternen Weg einzuschlagen. Oder es schlicht nicht mehr wollen (HIV krank, oder einfach total fertig),
haben X-Therapien hinter sich, waren x-mal bei sy. (jeder der ein paar mal Nachtdienst hatte, weiß wovon ich schreibe)
Was will man da machen? Sollen die doch Pola, Codein oder was weiß ich noch bekommen. Die werden soweiso nicht aufhören. Nebenbei, ich glaube, das ist die große Masse der Süchtigen.
Was ich kritisiere ist, das es als Einstieg zum Ausstieg verkauft wird und das selbst bei jungen Leuten, die noch die Chance haben den etwas steinigeren Weg der Abstinenz zu gehen. Zumindestens war das so in 90er in Bremen. Aber ich denke das ist nicht besser, sondern eher schlimmer geworden.
Für mich selbst war das nie ein Weg. Aber mittlerweile kann ich es verstehen oder sagen wir besser nachvollziehen, wenn jemand diesen Weg einschlägt.
Ich weiß, das ist nicht die Standartmeinung, wenn man in Selbsthilfeorganisationen tätig ist. Aber das mache ich ja auch nicht mehr. :)

In diesem Sinne,

nüchtern bleiben

Jürgen

Nick
05.01.2006, 18:00
hi Katrin, so hat halt jeder seine Ansichten,..wenn einer zu uns kommt und sagt, er will bei uns ausschleichen,....na, dann kann er das machen, ...und wenn er oder sie clever ist, ....ok, dann bleibt er/sie nüchtern und dann hat er/sie eh genug zu tun um es zu bleiben .... ob in Selbsthilfe oder Therapie,....das ist mir so egal als ob in Peking ein Ziegel vom Dach fällt,...ist für mich auch gar nicht kontrovers, eher langweilig! Mit freundlichen Grüßen Joachim :cry:

helle
05.01.2006, 18:48
...Man muss aber vielleicht auch mal sehen, das nicht jeder nüchtern werden will. Ein Umstand der für mich nicht in Frage kam, aber das gibt es.
Ich behaupte mal, es gibt Menschen die nicht mehr in Lage sind den nüchternen Weg einzuschlagen. Oder es schlicht nicht mehr wollen (HIV krank, oder einfach total fertig),
haben X-Therapien hinter sich, waren x-mal bei sy. (jeder der ein paar mal Nachtdienst hatte, weiß wovon ich schreibe)...
Jürgen
hallo jürgen,

das es leute geben soll, die aus besonderen gründen angeblich nicht aufhören können, gehört für mich zu den vielen legenden, die es im zuammenhang mit sucht gibt. der betroffene mag das subjektiv so sehen, aber was heisst das schon? wenn man mir damals polamidon angeboten hätte, hätte ich mit ziemlicher sicherheit auch zugegriffen. wahr ist wohl, das zeigt die realität, dass nur eine minderheit den ausstieg schafft. ich behaupte, dass polamidon etwas verspricht, was es nicht halten kann und den ausstieg aus der sucht eher erschwert, als erleichtert. die politiker wissen das auch, da bin ich mir sicher. die diversen programme mit ersatzstoffen oder mit drogen selbst sind für mich der sichtbare ausdruck der herumeierei, die es in allen bereichen der politik gibt. da wäre es ehrlicher und sauberer, wenn man die drogen gleich legalisieren würde.
ich setze gleich noch einen obendrauf. ich sehe es überhaupt nicht ein, dass ich als steuer- bzw. abgaben-zahler den polamidon-konsum eines süchtigen finanzieren soll. es ist mir egal, ob man meine einstellung dazu für hartherzig oder unsolidarisch hält.

Rosenkind
05.01.2006, 19:08
Ich denke, jeder sollte selbst entscheiden auf welchem Weg er nüchtern wird oder auch eben nicht. Angebote sind ja ausreichend vorhanden.
Für mich jedenfalls, wäre ausschleichen nicht der richtige Weg gewesen.
Aber wer weiß das schon ... ich habe mich damals auch nicht bewußt für Synanon entschieden. War wohl eher Zufall (falls es den gibt) und Glück, dass ich dort gelandet bin.
Gruß Rosenkind

Jürgen
05.01.2006, 19:25
Naja, weißt heißt Legende. Wenn jemand nicht aufhören will, hört er nicht auf. So einfach ist das. Guck dir doch die ganzen gesellschaftsfähigen Säufer an. Die meine ich auch. Für die zahlst Du dann übrigens auch, falls sie nicht gerade privat versichert sind.
Das die Möglichkeit besteht zu jeder Zeit nüchtern zu werden für den Durchschnittsüchtigen ist mir schon klar. Aber es tun halt nicht alle.
Und im Illegalen Drogenbreich kommt dann noch viel Elend und Kriminalität dazu.
Ich hab mal jemanden kennengelernt, der war damals über 40, HIV positiv, die Krankheit war am ausbrechen, kurz gesagt... der hatte nicht mehr lange. Und nahm Polamidon und dazu noch Pillen. Und er war damit zufrieden. Der wollte einfach nicht mehr. Was willst Du so jemanden erzählen? Wie toll und perspektivreich das nüchterne Leben ist? Der lacht Dich mit seinem zahnlosen gesicht aus. Und ich kann das verstehen. Ich würd das vielleicht auch in so einer Situation machen. Ich hoffe nur, das sie sich mir niemals stellt.
Was ich eigentlich sagen will, ich für mich weiß, das es besser ohne Suchtstoffe geht. Aber ich gehe nicht davon aus, das alle so denken.

Gruss Jürgen

helle
05.01.2006, 20:23
hallo jürgen,

ich habe mich auf das "nicht aufhören können" bezogen. beim "nicht aufhören wollen" sind wir einer meinung. wenn sich jemand, wie von dir angesprochen, bereits im endstadium von aids befindet, ist natürlich alles im wahrsten sinne des wortes aussichtslos. an diesen bedauernswerten leuten will ich meine ansichten nicht fest machen.

DonRon
05.01.2006, 21:42
...das es leute geben soll, die aus besonderen gründen angeblich nicht aufhören können, gehört für mich zu den vielen legenden, die es im zuammenhang mit sucht gibt.

Yep, das sehe ich auch so. Allerdings gibt es Leute , die nicht aufhören wollen. Da sollte man fein unterscheiden. Ob die Gesellschaft die Pflicht hat, diese zu alimentieren, ist eine interessante Frage.
Man kann aber sicher ausschließen, egal zu welcher Ansicht man tendiert, dass von den derzeit ca. 120.000 praktizierenden Süchtigen, knapp die Hälfte nicht aufhören will und es damit eine halbwegs plausible Erklärung für langjährige Substitution gibt. Es ist wohl eher so, dass es eben leichter ist einen Süchtigen mit Methadon zu ködern, als mit Abstinenz. Oder anders ausgedrückt, Methadon schafft mehr Arbeitsplätze, was in der heutigen Zeit ja auch schon was ist.

Gruss

DonRon
05.01.2006, 21:51
Nebenbei, ich glaube, das ist die große Masse der Süchtigen.

Nebenbei gesagt, halte ich auch das für ein Gerücht. Tatsache ist, dass die meisten Süchtigen irgendwie aussteigen, wahrscheinlich irgendwann von alleine. Oder nehmen hin und wieder was, oder, oder...
Bei den Leuten, die heute zu uns kommen, erlebst du kaum einen, der nicht zeitweise Methadon genommen hat. Sie steigen alle wieder aus dem Programm aus - bis auf ganz wenige - und nehmen wieder anständige Drogen. Mithin, Methadon verlängert die Angelegenheit um einige Zeit, sonst nichts.

Gruss

Jürgen
05.01.2006, 23:26
Hallo,

vorweg, bevor ich unfreundlicher werde, ich hab schon Respekt vor dem, speziell bei Dir DonRon, was Ihr wißt und hier mitteilt.
Aber die letzten beiden Postings sind für mich eher rhetorische Turnerei.

1. bin ich nicht der Befürworter oder Vertreter von Methadon oder sonstigen Ersatzstoffen. Ich halte das als Austiegmittel, genau wie Ihr, für blödsinnig. Aber dennoch gibt es Menschen, die eben NICHT Nüchtern leben wollen. Was wollt Ihr mit denen machen? Wegsperren und zwanghaft nüchtern halten.

2. zu können und wollen: da gibt es für die Person die es betrifft nicht so ein großen Unterschied. Auch wir sind nicht vor Rückfällen gefeiht (schreibt man das so?). Und wenn es alles immer soooo einfach wäre, gebe es keine Fleckenbühl, kein Synanon, keine AA, kein Day Top, usw., usw..
3. Zu der großen Masse (Zitat von mir) die eben nicht aufhören. Damit meinte ich natürlich Drogen konsumieren, Saufen und alles andere.
Natürlich ist der Großteil unserer schönen Gesellschaft unter Strom. Und die hören einfach nicht auf. Da wird gesoffen, mit Freude Pillen geschluckt, gespritzt, gesnieft. Alles was der Markt her gibt. In jeder Schicht, in jeder Berufsklasse. Und das sind aber bestimmt mehr als 120.000. Das ist so. Wer das leugnet, lebt nicht auf dem gleichen Planeten wie ich. Nur bei Fixern fällt es natürlich gravierender auf, wenn die Ihrer Sucht nachgehen wollen. Es ist sehr teuer und illegal. Wie dumm. Ich bin auf jeden Fall dafür, das jeder die Konsequenzen aus seinem Tun trägt. D.h. wer klaut und erwischt wird, soll auch die Quittung dafür bekommen. Aber ihn bestrafen, weil er Drogen nimmt? Nö, halte ich nicht für ok. Oder wir bestrafen den Säufer auch. Ach geht ja nicht, der ist ja gar nicht in der Statistik der 120.000 aktiven Süchtigen. (Wo kommt diese Zahl eigentlich her????) Oder machen wir tatsächlich jetzt Unterschiede in der Droge die jemand konsumiert. Das wäre mir neu, aber ich bin wohl schon zulange raus.
@DonRon: Ich weiß auch, das viele Leute in ihrer Karriere Methadon bekommen haben und es sie letztendlich nicht befreit hat von dem Wahnsinn. (Ich hab auch schon den einen oder anderen Süchtigen getroffen 8) )
Ich behaupte ja auch nicht, das es das tut. Aber ich weiß auch, das es Menschen gibt, den hat es zumindestens temporär geholfen, ein einigermaßen ruhiges Leben zu führen. Ohne Anschaffen, ohne Klauen.
Das ist Fakt. Ich bin allerdings nicht so naiv zu glauben, das das der goldenen Weg ist. Ich persönlich würde jedem raten einen nüchternen Weg einzuschlagen. Das tue ich auch. Ist zwar seltener geworden, aber es kommt noch immer mal vor.

Puha...ich habe fertig.

Schöne Nacht noch,
ich geh jetzt schlafen. Nüchtern.

Gruss Jürgen

Jürgen
05.01.2006, 23:28
Nebenbei, ich glaube, das ist die große Masse der Süchtigen.

Nebenbei gesagt, halte ich auch das für ein Gerücht.
Gruss

Wieso eigentlich auch? Hatte ich noch ein Gerücht verbreitet?

Averell
06.01.2006, 00:13
Deine Ausführungen, lieber Jürgen, speziell im Rückschluss auf die Trinker hat einen Haken. Alkoholiker kriegen keine Therapie statt Strafe, oder? Alkoholiker MÜSSEN entziehen, wenn sie aus dem Kreislauf raus wollen. Es gibt keine äztlich kontrollierte Alkoholabgabe im größeren Stil, oder? Ich finde, man kann den Menschen in Deutschland sehr gut erklären, warum man Steuergelder für Selbsthilfen und Thearpien aufwendet. Eher schwierig zu erklären ist der Fakt, dass man Sucht mit Steuergeldern verlängert. Aber ein kontrovers diskutiertes Thema ist das allemal. Ich weiß auch nicht, was man generell mit Leuten machen sollte, die nicht WOLLEN. Vor dieser Verweigerung zu kapitulieren, ist aber sicher nicht der Königsweg.

DonRon
06.01.2006, 09:27
...Wieso eigentlich auch? Hatte ich noch ein Gerücht verbreitet?

Ja, siehe den Beitrag von Helle. :wink:

Gruss

Jürgen
06.01.2006, 10:12
Deine Ausführungen, lieber Jürgen, speziell im Rückschluss auf die Trinker hat einen Haken. Alkoholiker kriegen keine Therapie statt Strafe, oder? Alkoholiker MÜSSEN entziehen, wenn sie aus dem Kreislauf raus wollen. Es gibt keine äztlich kontrollierte Alkoholabgabe im größeren Stil, oder?

Lieber Averell" 8) 8) 8)

ja, stimmt. Beide Süchte werden unterscheidlich "behandelt".
Ich persönlich mach da keinen Unterschied. Ich habe selbst beide Stoffe in hohen Mengen genossen, um zu wissen das da nur die Wirkung unterschiedlich ist.
Ist ja alles auch nur meine persönliche Sicht der Dinge. Das das nicht jeder so sieht ist ja auch klar, aber auch nicht weiter schlimm.

Gruss Jürgen

DonRon
06.01.2006, 10:19
Hallo Jürgen,

ich will dich nicht in die Methadonbefürworterecke stellen. Ich argumentiere nicht gegen dich, sondern gegen bestimmte Positionen. Ich habe auch eine differenzierte Meinung zu Methadon. Ich würde auch nicht abstreiten, dass es Leute gibt, die nicht mehr aufhören können oder vielleicht exakter gesagt, nicht unter den gegebenen Umständen aufhören können. Ich gehe z.B. davon aus, dass ca. 10% der Leute, die zu uns kommen, eigentlich immer in einer beschützten Umgebung wie unserer leben müssten, weil sie es eben nicht alleine schaffen, nüchtern zu bleiben. Wenn wir mal die Alkoholiker weglassen, kämen wir bei den genannten 120.00 Fixern auf max. 12.000 Leute, die vielleicht zu substituieren wären. Tatsächlich ist die Zahl viel höher. Aus einer ganzen Reihe von Gründen. Es ist einfacher, weniger frustrierend, schafft (gesicherte) Arbeitsplätze, usw.
Aber es ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen, dass bei der derzeitigen freizügigen Methadonvergabe, Süchtige, die durchaus - bei geeigneter Unterstützung - in der Lage wären ihre Misere zu überwinden, davon abgehalten werden.
Ich glaube auch nicht, dass die Gesellschaft es sich leisten kann 120.000 Süchtige dauerhaft zu alimentieren. Früher oder später wird eine ähnliche Diskussion auftreten, wie bei den Arbeitslosen. Es wird irgendwann einer auftauchen, der rechnen kann, der dann feststellt, dass diese Art der Behandlung des Problems nicht sehr wirtschaftlich ist.
Summa sumarum, ich denke, mindestens 90% der Süchtigen können aufhören. (Das ist vielleicht eine Frage der Diagnose oder der Kriterien, die erfüllt sein müssen, um festzustellen, wann jemand tatsächlich nicht alleine zurechtkommt) Und diesen 90% muss man es ermöglichen, evtl. auch mit einem gewissen Druck, ihre Situation zu verändern. Wie war letztlich der Spruch dazu: Fordern und fördern.

Gruss

Jürgen
06.01.2006, 15:00
Hallo Jürgen,

ich will dich nicht in die Methadonbefürworterecke stellen. Ich argumentiere nicht gegen dich, sondern gegen bestimmte Positionen.
Gruss

Nicht gegen mich? Hmm, das ist ja dumm? Hätte ich mir das Posting ja schenken können?
Nee, im Ernst, soweit sind wir auch nicht auseinander. Ich gebe auch gerne zu, das mir hier und da Hintergrundwissen fehlt, das Du natürlich mit Leichtigkeit abrufen kannst. Ist schließlich seit 34 Jahren auch mehr oder weniger Dein Job Dich damit im Detail zu beschäftigen.
Ich schicke nur LKW zu Großveranstaltungen. Also nicht gerade der Bereich wo man viel mit Drogenpolitik zu tun hat.
Mir geht nur diese gesellschaftliche Trennung der Süchte auf die Nerven.
Ich habe ständig mit Leuten zu tun die trinken. Und da sind immer wieder Leute dabei wo ich denke, oha das hat aber schon Suchtcharakter. Aber das ist voll ok. Im Gegenteil, man wird eher blöde angeguckt oder behandelt, wenn man kategorisch nicht trinkt.
Und solange unsere Gesellschaft so damit umgeht, braucht man wegen ein paar Fixern die Ihr Leben mit Suchtstoffen führen wollen sich nicht aufregen. Wenn die Säufer später ihre Leberkrankheiten und was weiß ich noch bekommen, zahlen wir das auch alle mit. Und das sind bestimmt mehr als 120.000. (wage ich jetzt mal zu behaupten)
Das es viele gute Gründe gegen Methadonvergabe als "Heilmittel" sprechen, ist klar. Aber das sagte ich ja schon.

Schönes Wochenende

Jürgen

DonRon
06.01.2006, 15:40
Hallo Jürgen,

Allerdings läßt sich die gesellschaftliche Bedeutung des Drogenproblems nicht nur an den Zahlen ablesen. Denn wenn man das täte (tut man aber nicht) wäre das Drogenproblem schlicht zu vernachlässigen.
Z.B. sterben jährlich an der Nikotinsucht 120.000 Menschen, 40.000 an der Alkoholsucht, demgegenüber nur etwas mehr als 1.000 an Drogen. Die Mortalität von Medikamentenabhängigkeit ist nicht quantifiziert, dürfte aber erheblich sein, irgendwas zwischen Nikotin und Alkohol. Dann gibt es noch ca. 5.000 Verkehrstote jährlich(natürlich nicht wenige davon infolge Alkoholkonsums). Die Folgekosten dieser Süchte sind entsprechend immens.Steht alles im aktuellen Jahrbuch Sucht.
Wieviele Menschen infolge TV-Konsums verblöden ist ebenfalls nicht bezifferbar. Ich habe mal einen Bericht gelesen, demzufolge Fernsehkonsum von mehr als zwei Stunden täglich, persönlichkeitsverändernd ist. Mehr als 90% der Konsumenten schaut weit mehr als diese zwei Stunden. Wenn du allerdings in irgendeiner Runde mal fragst, wer mehr als zwei Stunden guckt, wirst kaum jemanden finden.
Was du bezüglich deiner Erfahrungen, keinen Alkohol zu trinken sagst, kenne ich natürlich aus eigenem Erleben auch. Ich sage dann: Ich bin Alkoholiker, dann herrscht regelmäßig betretenes Schweigen. So genau wollte das keiner wissen. Ist ein bißchen so, als hätte man einen Pfurz gelassen.
Trotzdem ist es richtig sich das Drogenproblem und die Art und Weise, wie die Gesellschaft damit umgeht, gesondert anzuschauen. Das Drogenproblem ist - aus welchem Grund auch immer - ein Kristallationspunkt, an dem bestimmte gesellschaftliche Tendenzen der Bewältigung und Verdrängung gut zu studieren sind. Hier kann man im Kleinen sehen, wie die Gesellschaft im Großen tickt. (oder auch nicht tickt)

Gruss

Nick
06.01.2006, 17:26
hallo Jungs, ich kann's nicht lassen,..aber dieses Thema ist so unergiebig wie das berühmte Wembley - Tor, ist der Ball drin oder draußen,..der eine oder andere kocht sich da hoch, man kann sich ergötzen an dem was man an selbst geschriebenem auf dem Monitor sieht, aber jeder der hier beteiligten hat diese Diskussionen doch in seinem Leben schon so oft geführt, oder etwa nicht,..einig ist mann/frau sich doch, das es ohne Drogen geht, was will man mehr,...ich bin kein Heiler oder Glücksbringer, man kann niemanden Nüchternquatschen,...viel weniger Pharmazeutische Interessen und Marktgesetze beeinflussen, ich denke unsere Arbeit ist wirksam im kleinen, von Person zu Person,....und wenn auch das nicht geht, dann kann man sagen, man hat es wenigstens für sich kapiert,...! :wink:

Jürgen
06.01.2006, 17:47
,....und wenn auch das nicht geht, dann kann man sagen, man hat es wenigstens für sich kapiert,...! :wink:


hallo Joachim,

das sowieso. somit auch von mir ein :wink:

Noch was, ab zu ergötz ich mich tatsächlich an meinem Geschreibsel.
Paßt ja auch ganz gut in so einem Internetforum. Man kann es sich sogar vorher nochmal durchlesen, bevor man es rausjagt. Hilft bei mir aber auch nicht immer.

Hau rein und Gruss

Jürgen

Nick
06.01.2006, 17:58
Hi Jürgen, stimmt, im nachhinein denk ich mir dann auch manchmal, was für'n Schrott da oft über eigentlich klare Dinge geredet wird, ich schließe mich da nicht aus,...aber was soll's, ....ich hoffe Du bist guter Dinge,...ich bin's,.. trotz aller anstrengenden Querelen und freue mich auf das bessere Wetter,...übrigens,... ich habe hier zwei geile Fender Strats zu liegen,....schöne Teile. Gruß Joachim :lol: :wink:

MaJa
06.01.2006, 18:06
Moin Moin,
als Kernpunkt der Diskussion zeigt sich für mich: wie wecke ich den Willen zur Nüchternheit? Und zwar beim Einzelnen. Nur ich selbst kann mich ändern und damit längerfristig auch gesellschaftliche Bedingungen schaffen, die andere zu solchem Tun ermuntert.

Die Diskussion der Institutionalisierung ist in der Tat unergiebig und dazu habt ihr schon alles gesagt.

Ich habe seinerzeit nach fast zwei Jahren Substitution mit Pola und heftigstem Beigebrauch ( man braucht mehr um noch was zu merken) zu meinem Arzt gesagt, ich sehe ihn als nichts anderes als einen Dealer in Weiß. Habe dann von 6 Metern ohne alles abgeturnt und bei der Gelegenheit exzessiv das Saufen angefangen. Der Polaaffe hatte 3 Wochen gedauert und war der schlimmste meines Lebens.

Allerdings ist es eine Besonderheit, dass die Fixer als Feindbild No 1 vom Establishment gesehen werden. Erklärbar ist das für mich nicht. Außer vielleicht durch die völlig fremden Rituale im Gegensatz zum vertrauten und gebilligten Gehabe der Säufergilde.

Wollte sagen: Ich kann mich ändern und durch mein Leben zeigen, dass es sich lohnt nüchtern zu leben.
Das ist der Ansatzpunkt.

Herzlich
MaJa :D

Nick
06.01.2006, 18:35
Hallo Manfred, nett Dich mal wieder Live zu sehen,...Säufergilde?,...genial,...ich werd's in mein Repertoire übernehmen wenn Du gestattest,....Gruß Joachim :lol:

Jürgen
07.01.2006, 10:12
Trotzdem ist es richtig sich das Drogenproblem und die Art und Weise, wie die Gesellschaft damit umgeht, gesondert anzuschauen. Das Drogenproblem ist - aus welchem Grund auch immer - ein Kristallationspunkt, an dem bestimmte gesellschaftliche Tendenzen der Bewältigung und Verdrängung gut zu studieren sind. Hier kann man im Kleinen sehen, wie die Gesellschaft im Großen tickt. (oder auch nicht tickt)

Gruss

Hallo,

ja, ich stimme im vollen Umfang zu (auch zu dem Rest Deines Textes, wollte nur nicht alles zitieren).
Was das Fernsehen angeht, das hatte ich fast schon vermutet. Und ich gehöre zu den Leuten, die mehr als 2 Std. schauen. :?
Ich arbeite sogar indirekt dafür. Und bei mancher Show habe ich mich wirklich schon fast geschämt, daran beteiligt gewesen zu sein. 8)
Was das mit dem Alkohol angeht: ich habe auch schon mal gesagt: "Nein Danke, seit meinem letzten Heroinentzug habe ich auch gleich mit dem Trinken aufgehört." Ist ja nicht gelogen, aber es will wirklich kaum einer so genau wissen.
Das kann man aber nicht überall machen.
Ich bin aber in der der glücklichen Lage, das mein Boss das seit der Einstellung von mir weiß und wirklich sehr gut reagiert hat. Nämlich, "solange Du Deinen Job hinbekommst, ist mir das eigentlich egal." Somit war ich nie in der Situation es unbedingt verheimlichen zu müssen. Deswegen bin auch hier im Forum nicht wirklich anonym.
Aber ich binde es auch nicht jeden auf die Nase. Standart ist:"Nein danke, ich trinke nicht (mehr)." Wer ein bißchen nachdenkt, oder in der Familie schon mal über die Problematik Sucht gestossen ist, fragt dann nach. Die anderen nicken ein bißchen verstört und der Fall ist erledigt. (Nebenbei, die wenigsten fragen nach)
Ich versuche aber diese Situationen zu vermeiden.
Gehe z.B. nicht mit irgendwelchen neuen Geschäftspartnern oder Kollegen von außerhalb abends groß essen und dann noch auf Reeperbahntour, z.B..
Damit fahre ich eigentlich ganz gut.

Gruss Jürgen

helle
08.01.2006, 15:45
hallo zusammen,

das problem ist vielschichtig (eines meiner lieblingswörter :lol: ). dementsprechend entwickelt sich auch unsere diskussion. sie wird unübersichtlich. das thema wäre wohl für einen gesprächskreis oder themenwochenende besser geeignet.

talktalk
14.01.2006, 13:07
hallo zusammen,

das problem ist vielschichtig (eines meiner lieblingswörter :lol: ). dementsprechend entwickelt sich auch unsere diskussion. sie wird unübersichtlich. das thema wäre wohl für einen gesprächskreis oder themenwochenende besser geeignet.

Lieber Helle,
zurück zum Thema "Substitution". Ich habe regelmäßig Gelegenheit substituierten Süchtigen zu begegnen. In den von mir besuchten Gruppen tauchen diese Menschen wiederholt auf und ich persönlich freue mich, wenn der oder die Person eines Tages verkündet, völlig clean geworden zu sein. Traurig finde ich, neben den schon erwähnten Beiträgen zu den gesellschaftlichen Gesichtspunkten, den persönlichen Zustand der jahrelang mit Medikamenten behandelten Süchtigen. Dieser bewegt sich dicht an dem Bild eines "aktiven" Drogennehmers entlang, nur legal, und das empfinde ich als extrem traurig und hoffnungslos. Keine Verbindung zur Aussenwelt - keine wache Wahrnehmung - nur die Vermeidung von Entzugssymptomen - keine Möglichkeit einer inneren Entwicklung und keine Entwicklung zu seinen persönlichen "Chancen" im Leben. All das finde ich erschreckend, weil quasi tot.
Nur meine Erfahrung mit der Nüchternheit bewahrte mich bei meinem letzten Rückfall vor der Bereitschaft eines von mir besuchten Arztes mich sofort in das Methadonprogramm aufzunehmen. Ich wollte wieder zurück zur Nüchternheit, die ich kennenlernte. Und ich bedanke mich bei mir selbst, daß ich sofort aufhören und meinen nüchternen Weg fortsetzen konnte. Die Hilfsmittel hatte ich zur Hand: Kontakt mit anderen genesenen Süchtigen und viel Wissen pur. Es war eine Sache der Entscheidung. Und diese Entscheidung unter Methadon ist mächtig weit entfernt.
So, jetzt gehe ich einen neuen Wasserhahn für meine Küche kaufen (Batterie belehrten mich die Fachleute) und wünsche Dir schönes Wochenende und auch allen hier - lasst die Sonne scheinen.
Patrick

talktalk
14.01.2006, 13:25
[quote=Jürgen]... ich sehe es überhaupt nicht ein, dass ich als steuer- bzw. abgaben-zahler den polamidon-konsum eines süchtigen finanzieren soll.
hallo Helle,
Du hast es bereits vorher auf den Punkt gebracht: eine Politik die herumeiert. Das Schlimme ist: die Gesellschaft finanziert diese Gruppe auch noch mit. Wollte damit sagen: wir geben unseren Zehent an die Entscheidungselite ab, die gelinde gesagt, in unserem Lande nicht mehr bei Troste ist. Denn was in Deutschland zur Zeit passiert, kann man garnicht mehr kommentieren, so abstrus, korrupt und fantasielos wie das hier abgeht. Da wundert mich auch die "Lösung" für penetrante Fixer nicht die hier institutionalisiert wird. Was will man von diesem Haufen besseres erwarten? Es geht um Kohle und daß diese auch schön fließt, in die eigene Tasche. Könnte noch stundenlang labern... dieses Land wird geführt von Hohlkörpern. Das nenne ich Luxus - den wir bezahlen.
Nix für ungut. Patrick

Therapiekong
14.01.2006, 17:39
Patrick:


Das Schlimme ist: die Gesellschaft finanziert diese Gruppe auch noch mit....... dieses Land wird geführt von Hohlkörpern.

Zudem werden aber auch gemeinnützige Einrichtungen mit Steuergeldern direkt (Zuwendungen etc.), oder indirekt (keine Steuerpflicht, halber Umsatzsteuersatz etc.) gefördert, bei denen man auch nicht hinschaut, was tatsächlich mit dem Geld passiert.
Ausserdem: Vor gar nicht so langer Zeit hatte man die Möglichkeit die politischen Verhältnisse zu ändern, bzw. zu korrigieren (Wahl nennt man das), und da man weiss, dass man von Politikern in der Regel grundsätzlich belogen wird, vor einer Wahl besonders, hätte man ja mal ein Kreuzchen an der richtigen Stelle machen können. Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient (der Zitaten-Spezialist hier postet bestimmt die Herkunft). Also Kopf hoch bis zu nächsten Wahl.

Averell
14.01.2006, 17:50
Das ist mir nun aber wieder sehr einfach. Na ja, vielleicht ist es ja so.

DonRon
14.01.2006, 18:21
..Zudem werden aber auch gemeinnützige Einrichtungen mit Steuergeldern direkt (Zuwendungen etc.), oder indirekt (keine Steuerpflicht, halber Umsatzsteuersatz etc.) gefördert, bei denen man auch nicht hinschaut, was tatsächlich mit dem Geld passiert.

... hätte man ja mal ein Kreuzchen an der richtigen Stelle machen können. .

1. kong, nun werd doch mal konkret.
2. äh, ja, wo war die Stelle noch mal?

Ich liebe ja das Politisieren. Habe nur ein Problem dabei, jedes mal wenn sowas anfängt, werden die Statements immer merkwürdig flach. Geht´s euch auch so? :oops:

helle
14.01.2006, 20:06
Ausserdem: Vor gar nicht so langer Zeit hatte man die Möglichkeit die politischen Verhältnisse zu ändern, bzw. zu korrigieren (Wahl nennt man das), und da man weiss, dass man von Politikern in der Regel grundsätzlich belogen wird, vor einer Wahl besonders, hätte man ja mal ein Kreuzchen an der richtigen Stelle machen können...
hmm! meinst du die letzte bundestagswahl? not oder elend, oder was stand da nochmal zur wahl? man sollte aber auch ein bisschen selbstkritisch sein, wenn man von den politikern als lügner redet. wer von uns wählt denn nicht den politiker, der uns am meisten verspricht? erinnere dich doch mal daran, was lafontaine anno '90 die wahrheit eingebracht hat.

Averell
14.01.2006, 20:51
wer von uns wählt denn nicht den politiker, der uns am meisten verspricht?

Äh...Entschuldigung...ich! :oops:

Therapiekong
14.01.2006, 21:32
Zu Ronald:


1. kong, nun werd doch mal konkret.
2. äh, ja, wo war die Stelle noch mal?


Zu 1. Die letzten Skandale, so aus der Erinnerung: Die verchwundenen Millionen für die Flutopfer, oder DRK, aktuell Förderverein Palast der Republik, zu Synanon Berlin will ich nichts sagen!
2. Muss jeder selbst wissen.

Ansonsten politische Diskussionen werden schnell öde. Aber nur mal die Grundlagen des Rechnens:

Das Mittel zwischen 16 und 18 ist nicht 19 (bezogen auf die Mehrwertsteuer) und wenn man als Finanzminister nicht weiss, dass sich Einnahmen und Ausgaben decken müssen, ja dann!

talktalk
14.01.2006, 21:33
..Zudem werden aber auch gemeinnützige Einrichtungen mit Steuergeldern direkt (Zuwendungen etc.), oder indirekt (keine Steuerpflicht, halber Umsatzsteuersatz etc.) gefördert, bei denen man auch nicht hinschaut, was tatsächlich mit dem Geld passiert.

... hätte man ja mal ein Kreuzchen an der richtigen Stelle machen können. .

1. kong, nun werd doch mal konkret.
2. äh, ja, wo war die Stelle noch mal?

Ich liebe ja das Politisieren. Habe nur ein Problem dabei, jedes mal wenn sowas anfängt, werden die Statements immer merkwürdig flach. Geht´s euch auch so? :oops:

zu Punkt 2) ...diese Stelle, lieber Ronald, ist ein großes Loch - ein Bermuda Dreieck der Demokratie... dachte damals mit den Grünen den G-Punkt getroffen zu haben... war aber eine satte Niete.
Patrick

DonRon
14.01.2006, 23:57
... dachte damals mit den Grünen den G-Punkt getroffen zu haben... war aber eine satte Niete.

Patrick, wie alt bist du?
Bei uns im Landkreis haben wir eine schwarz/grüne Regierung. :lol:
Das funzt! :lol:

talktalk
15.01.2006, 00:16
... dachte damals mit den Grünen den G-Punkt getroffen zu haben... war aber eine satte Niete.

Patrick, wie alt bist du?
Bei uns im Landkreis haben wir eine schwarz/grüne Regierung. :lol:
Das funzt! :lol:

Was hat das mit meinem Alter zu tun, wenn diese Narrenveranstalter hier in Berlin unter der rot/rot/grünen Regierung das Geld zum Fenster rauswerfen, daß es nur noch kracht? Und diese Schnodderschnauze Wowereit hat auch nichts verändert - wenn es bei Euch funzt, dann sei versichert, hier ist alles beim Alten: mächtig die Schnauze aufreissen und nichts auf die Beine stellen - von wegen Realpolitik, alles nur eitles Geschwätz und Milliardengräber in der brandenburgischen Tiefebene.
Nix für ungut - es ist manchmal zum heulen :cry: - Patrick

DonRon
15.01.2006, 00:20
O.K. ich habe vergessen den Ironiemodus einzustellen.

Averell
15.01.2006, 01:36
Was hat das mit meinem Alter zu tun, wenn diese Narrenveranstalter hier in Berlin unter der rot/rot/grünen Regierung das Geld zum Fenster rauswerfen, daß es nur noch kracht?

Die Berliner Grünen sind (zum Glück) nicht mit in der Landesregierung, sonst wär es noch chaotischer.
Und Wowereit...na ja...es gab schon schlimmere Gestalten hier in Berlin. Ich erinnere mich da nur an Herrn Lummer, der war aber richtig daneben. Das Diebchen :evil: war auch nicht ohne. :shock:

talktalk
15.01.2006, 09:21
O.K. ich habe vergessen den Ironiemodus einzustellen.
Lieber Ronald, wäre nicht nötig gewesen - ich hab es auch so verstanden.
Patrick :lol:
Nicht mal auf diese abstruse Konstellation kann man sich verlassen. Hatte gehofft, daß das unmögliche vielleicht funktioniert.

talktalk
15.01.2006, 09:24
Was hat das mit meinem Alter zu tun, wenn diese Narrenveranstalter hier in Berlin unter der rot/rot/grünen Regierung das Geld zum Fenster rauswerfen, daß es nur noch kracht?

Die Berliner Grünen sind (zum Glück) nicht mit in der Landesregierung, sonst wär es noch chaotischer.
Und Wowereit...na ja...es gab schon schlimmere Gestalten hier in Berlin. Ich erinnere mich da nur an Herrn Lummer, der war aber richtig daneben. Das Diebchen :evil: war auch nicht ohne. :shock:

Lieber Averell, Du hast recht - die von Dir genannten Heinze waren nicht ohne - aber wenn man hier wohnt möchte man doch Veränderung und ich bekomme andauernd eigen Gähndrang wenn Wowi den Mund aufmacht.
Patrick :evil:

DonRon
15.01.2006, 11:08
Freunde,

eure körperlichen Reaktionen auf tagespolitische Ereignisse in allen Ehren, aber werdet konkret, kommentiert von mir aus was ihr wollt , aber immer konkret. (wie im Spiel) :lol:
Ansonsten ist das hier tatsächlich ein Altherrenverein, der sich über seine Gebrechen ausläßt. :roll:

Gruss

helle
15.01.2006, 11:58
hallo zusammen,

ich schlage vor, wir verschieben die politischen diskussionen in die "allgemein"-rubrik.

talktalk
15.01.2006, 18:35
hallo zusammen,

ich schlage vor, wir verschieben die politischen diskussionen in die "allgemein"-rubrik.

okay. 8)

Nick
15.01.2006, 18:45
Genau,...verschiebt es in die hinterste Ecke,....macht lieber ein Thema - Rock/Blues etc. auf,.....da hätten wahrscheinlich alle was davon,.....ich höre gerade Jonny Cash,....erstaunlich wie der gekonnt > Personal Jesus < von Deblech Mode interpretiert,...schöner Song,.....> Desperado< ist auch nicht schlecht. :wink:

talktalk
15.01.2006, 18:50
Diese Interpretation geht mir auch unter die Haut.. die Brüchigkeit seiner Stimme... finde ich einen Zacken "echter" als von den Junge D.M., die auch nicht ohne sind.

DonRon
15.01.2006, 19:15
....ich höre gerade Jonny Cash

würde sagen, dem Alter angemessen. :P

MaJa
15.01.2006, 19:22
Moin Moin,
appropos Musik, meine neueste Anschaffung ist "sisters euclid" mit "run neill run". Eine Supermusik und eine hommage an Neill Young ohne Stimme aber mit allem sonst. Super. :idea:
Übrigens hier in einem Bremer Studio abgemischt.
Herzlixt
MaJa

Nick
26.11.2006, 10:28
Guten Morgen Leute, das war ein schöner und auch interessanter Thread, - trotz der Querthemen gab's ca. 180 Beiträge, - zu der Zeit hab ich zwischendrin noch versucht alles klein zu schreiben :lol: