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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weihnachtsvorbereitungen...?



Nick
20.11.2006, 19:39
Guten Abend,....seid ihr alle schon kräftig bei den Weihnachtsvorbereitungen :?: :roll:

Auffällig sind auch zur Zeit die ständig und überall stattfindenden Charity-Veranstaltungen, - wenn die Leute die da in den Medien in der Vorweihnachtszeit weltweit als Gutmenschen auftauchen wirklich ständig alle so gut wären, dann sehe die Welt wahrscheinlich insgesamt besser aus. Wobei ich dem einen oder der anderen ein soziales Anliegen nicht absprechen will! Prickelnd wird's aber wenn auf diversen Bällen Großindustrielle, Aufsichtsräte, Manager etc., 5.000 Euro oder mehr an mildtätige Organisationen spenden, nachdem sie in der Woche vorher zum Vorteil des Aktienkurses und der Dividende 1200 Mitarbeiter entlassen haben :evil:

Therapiekong
21.11.2006, 17:58
Endlich wieder mal ein Beitrag, war ja tote Hose hier.. Weihnachten fällt dieses Jahr bei mir aus...

DonRon
21.11.2006, 19:48
...5.000 Euro oder mehr an mildtätige Organisationen spenden,

Schön wär´s ja, aber das geht immer nur an dieselben Organisationen mit den süßen Kindergesichtern...Süchtige sind da nicht so der Hit. :(

Abgesehen davon habe ich, obwohl wir nächsten Sonntag Weihnachtsmarkt auf dem Hof haben, mit Weihnachten noch nicht soviel zu tun. Äh, halt doch, in zwei Wochen geht unser Weihnachtsmailing raus. Da könnt ihr euch mal an den Managern (s.o) ein Beispiel nehmen. :lol:

Gruss

Nick
21.11.2006, 21:37
......was heißt das,....FL stellt Ersatzweise 1200 Leute ein :lol: :lol:

DonRon
22.11.2006, 09:16
......was heißt das,....FL stellt Ersatzweise 1200 Leute ein :lol: :lol:

Wenn sie süchtig sind. Kein Problem. 8)

Nick
11.12.2006, 18:19
http://www.condenast.co.uk/ImageLib/320x480/s_v/SantaRunPA.jpg

ohne Worte :wink:

DonRon
11.12.2006, 19:45
http://www.condenast.co.uk/ImageLib/320x480/s_v/SantaRunPA.jpg


wie darf ich das verstehen? Kommen die jetzt alle? :shock:

Therapiekong
12.12.2006, 16:56
Nein, nachdem helle über die Startseite der hp von Synanon gemeckert hat, ist das die neue Startseite. :lol: :lol: :lol:

MaJa
12.12.2006, 17:48
Moin Moin,

doch, es weihnachtet sehr.
Wir haben aus der FL/FfM-Bäckerei ein Rezept für ein Früchtebrot bekommen und nachgebacken.
Absolut lecker und zu empfehlen. Passt genau in die Zeit jetzt.

Herzlich
MaJa

Nick
12.12.2006, 18:16
..guten Abend Kong,...." die neue Startseite"?, ....richtig gute Idee von Dir! :lol: :lol: :lol:

schnorcheltasse
13.12.2006, 01:35
excuse moi, isch bin nisch elle...

MaJa
02.12.2007, 09:46
Moin moin liebe Forenten,

nu iss dass all wedder sowiet: wi hefft Wiehnachtstied.

Wünsche uns allen eine erholsame, stressfreie Adventszeit und freuen wir uns, dass wir sie nüchtern erleben dürfen. Jedenfalls gilt das für mich.

Besonders den Nichtraucherkandidaten wünsche ich gutes Durchhaltevermögen.

Herzlich aus dem verregneten Norddeutschland
MaJa

FraMat
03.12.2007, 23:34
Moin moin liebe Forenten,
nu iss dass all wedder sowiet: wi hefft Wiehnachtstied.
Wünsche uns allen eine erholsame, stressfreie Adventszeit und freuen wir uns, dass wir sie nüchtern erleben dürfen. Jedenfalls gilt das für mich.
Besonders den Nichtraucherkandidaten wünsche ich gutes Durchhaltevermögen.
Herzlich aus dem verregneten Norddeutschland
MaJa
Jou, danke, danke:p für den Nichtraucherzuspruch,
und mit der stressfreien Advends +Vorweihnachtszeit, schaun wir mal. den Wunsch geb ich aber dankend zurück.
Und wie siehts bei Euch aus, die WeihnachtsSweeties bei Lidl, Aldi + Co alle schon mal durchgenascht? Ganz ehrlich, Hand aufs Herz:D
Ich hab schon so einige Lebkuchenherzen vermampft und Aachener Printen natürlich.;)

talktalk
04.12.2007, 07:54
Weihnacht-Stollen bereits getestet. Lecker.:oops:
Ansonsten wie jedes Jahr: viele Lichter auf dem Ku-Damm und aufgeregte consumer on the run. O² can do, Play-Station, Saturn, MediaMarkt, Douglas... und...und...und.
Da fällt mir ein Lied von "The tubes" ein: "What do you want from Live".

Ich wünsche Euch Besinnlichkeit und eine angenehme Vorweihnachtszeit.

MaJa
04.12.2007, 08:00
Moin moin talktalk,

für mich sind in diesem Jahr die selbstgebackenen Brownies voll on vogue.
Ansonsten bin ich ein Freund des Erwachsenenlakritz.
Geschenke im 20.- Bucks Rahmen.
Ansonsten Börse eher Ebbe.

Herzlich
MaJa

FraMat
04.12.2007, 10:01
Weihnacht-Stollen bereits getestet. Lecker.:oops:
Ansonsten wie jedes Jahr: viele Lichter auf dem Ku-Damm und aufgeregte consumer on the run. O² can do, Play-Station, Saturn, MediaMarkt, Douglas... und...und...und.
Da fällt mir ein Lied von "The tubes" ein: "What do you want from Live".

Ich wünsche Euch Besinnlichkeit und eine angenehme Vorweihnachtszeit.
Mir fällt dazu immer "Dies ist die Stadt" von Abwärts ein: Schaufensterblinken, Lichterketten, mit all dem Plunder den wir so gern hätten.;)

Marcus
04.12.2007, 10:18
Moin Moin,

doch, es weihnachtet sehr.
Wir haben aus der FL/FfM-Bäckerei ein Rezept für ein Früchtebrot bekommen und nachgebacken.
Absolut lecker und zu empfehlen. Passt genau in die Zeit jetzt.

Herzlich
MaJa

dieses rezept hatten wir letztes weihnachten in unser spendenmailing beigelegt.
auch ich bin ein fan dieses früchtebrotes. es ist ein (jetzt nicht mehr) ganz persönliches rezept unseres bäckermeisters: http://www.fleckenbuehl.de/suchthilfe/zweckbetriebe/baeckerei.php
so was von köstlich. ein herzhaftes früchtebrot, das noch so richtig nach großmutters zeiten schmeckt.

helle
04.12.2007, 17:05
hallo,

das rezept hätte ich gerne. vielleicht könnte man mir das per pm zukommen lassen. ansonsten findet weihnachten, so weit wie möglich, ohne mich statt. also wie immer.

thx

schnorcheltasse
06.12.2007, 01:52
Moin Moin werte Gemeinde,

da schließe ich mich der Helle (ausnahmsweise) mal an. Hätte auch gerne das Früchtebrot-Rezept. Vielen Dank und stressfreie Vorweihnachtszeit allen Forennutzern.

Marcus
06.12.2007, 10:17
das rezept liegt als pdf vor - also einfach eine email mit kurzem hinweis auf das früchtebrotrezept an m.heil@suchthilfe.org und ihr erhaltet umgehend das rezept.

Helga Meyer
06.12.2007, 16:59
Kleiner Hinweis: In Stollen (außer im Fleckenbühler) ist fast immer Rum. Oder kann man das außer Acht lassen, wenn man lange genug nüchtern ist? Würde mich mal interessieren, wie Ihr das handhabt.

Albert Britz
06.12.2007, 17:09
Liebe Helga,

ich achte immer darauf, dass in Lebensmittel kein Alkohol ist. Ich bin doch nicht verrückt und mach mir wegen so einer Geschichte meine Nüchternheit kaputt. Dies halte ich seit Fleckenbühl so und das sind immerhin schon 15 Jahre Nüchternheit.

Gruß,
Albert

Jürgen
06.12.2007, 17:49
wenn es mir vor dem essen auffällt, esse ich es nicht.
fällt es mir während des essens auf, schlucke ich runter und lass es gut sein.
hat es mir geschmeckt und nachträglich stelle ich fest, da war alk drin...naja...dann bekomme ich auch keinen nervenzusammenbruch.
ich sehe da nicht mehr so ein rückfallpotential für mich, aber esse nicht bewußt alkoholgetränkte lebensmittel.
nebenbei, mag ich auch gar nicht.

das mit dem stollen und dem rum war mir so auch nicht bewußt. das liegt an den rosinen, oder?
mir ist es bisher nicht aufgefallen. ich esse zwar auch nicht viel stollen, aber hin und wieder schon mal gerne...
toll..kann ich ja jetzt auch knicken, wenn ich mich an meine eigenen standpunkte halte...
wir haben zuhause noch welchen, ich gucke nachher mal nach.


ach so, was allgemeine weihnachtsvorbereitungen angeht bei uns: keine großen geschenkorgien, aber weihnachtskitsch und "Jingle Bell Rock" aus den lautsprechern. ich stehe total auf dieses kitschige USA-weihnachtsgezumpel. Also, swingige weihnachtslieder, knallrote, kitschige Weihnachtsmänner die auf fensterbänken rumstehen, rudolph mit der roten nase, usw., usw. ...;) herrlich...

talktalk
06.12.2007, 19:02
Gibt mir zu denken.
Beim Essen bestellen achte ich darauf.
Beim Stollen - ich esse davon auch sehr wenig - ist mir das nicht aufgefallen.

Ich halte mich aber ansonsten stets daran: Verpackung nachlesen.

Allerdings habe ich eine ähnliche Haltung wie Jürgen: wenn es während des essens auffällt, dann esse ich ruhig weiter - ohne Wiederholzwang und innere Wallungen. Ich merke mir diese Erlebnisse.

Meine innere Stimme sagt mir wann ich rückfallgefährdet bin. Und ich kann ohne Leichtsinn behaupten, daß es nicht beim Essen ist - der Vorsatz ist bei mir konkret programmiert - und dann esse ich nicht, sondern dann saufe ich oder nehme Drogen. Ohne Umwege.

Aber gut einmal mehr darüber nachzudenken. Danke. Und gut heute nüchtern zu sein. Dafür bin ich dankbar.

FraMat
06.12.2007, 19:15
... ich stehe total auf dieses kitschige USA-weihnachtsgezumpel. Also, swingige weihnachtslieder, knallrote, kitschige Weihnachtsmänner die auf fensterbänken rumstehen, rudolph mit der roten nase, usw., usw. ...;) herrlich...
Na, dann, Jürgen: :D
Viel Spaß (http://de.youtube.com/watch?v=URQJqtEKzuQ&feature=related)

talktalk
06.12.2007, 20:07
Kleiner Hinweis: In Stollen (außer im Fleckenbühler) ist fast immer Rum. Oder kann man das außer Acht lassen, wenn man lange genug nüchtern ist? Würde mich mal interessieren, wie Ihr das handhabt.


Liebe Helga,
bin eben vom Lebensmittel-Einkauf zurück und habe mir die dort angebotenen Stollen angesehen. Es gab "Rum-Stollen" mit dem entsprechenden Hinweis auf der Verpackung (das kleingedruckte). Bei allen anderen Sorten war kein Vermerk zu sehen. Gibt es eine Menge "Rest-Alkohol" oder "Rum" die nicht angegeben werden muß? Man kennt sich ja bei diesem Gesetzes-Dschungel garnicht mehr aus.

Jürgen
06.12.2007, 20:12
you`re a mean one, mr. grinch...

Jürgen
06.12.2007, 20:15
Liebe Helga,
bin eben vom Lebensmittel-Einkauf zurück und habe mir die dort angebotenen Stollen angesehen. Es gab "Rum-Stollen" mit dem entsprechenden Hinweis auf der Verpackung (das kleingedruckte). Bei allen anderen Sorten war kein Vermerk zu sehen. Gibt es eine Menge "Rest-Alkohol" oder "Rum" die nicht angegeben werden muß? Man kennt sich ja bei diesem Gesetzes-Dschungel garnicht mehr aus.

bei meinem stollen steht auch nix drauf, ich schmeck auch nichts.
allerdings sind viele aromen auf alkoholbasis, die mit sicherheit überall irgendwo drin sind.

aber in meinem fall steht nichts drauf, es schmeckt gut und nicht nach alkohol, glück gehabt würde ich sagen...;)

FraMat
06.12.2007, 20:24
Gibt mir jetzt auch zu denken, da ich in Stollen nie was alkoholiches vermutet und auch nicht geschmeckt habe, hab' ich dort auch bisher nie nachgeschaut.
Na ja, muss ich in Zukunft jetzt schauen, aber verzweifeln tue ich deswegen jetzt nicht.
Nachtrag:
Wegen den Aromen, muss ich auch leider auf kalte Schnautze, meinen Lieblingskuchen aus Kindertagen verzichten. :(

helle
06.12.2007, 22:39
Kleiner Hinweis: In Stollen (außer im Fleckenbühler) ist fast immer Rum. Oder kann man das außer Acht lassen, wenn man lange genug nüchtern ist? Würde mich mal interessieren, wie Ihr das handhabt.

hallo helga,

ich esse nur selbst gemachten stollen. die kaufstollen sind zum grossteil schrecklich im geschmack. die stollen aus den vollkornbäckereien sind bei uns preislich jenseits von gut und böse. ich achte mittlerweile vor dem kauf wieder mehr darauf, ob alkohol in den lebensmitteln enthalten ist. wenn ich mal aus versehen was mit alk erwische, hake ich es ab unter der rubrik "unfall, nächstes mal besser aufpassen".

DonRon
07.12.2007, 10:08
Habe jahrelang Sole Zahncreme von Weleda benutzt. Dann hieß es, dass da Alkohol drin ist. Habe ich nie bemerkt. Als ich´s wußte, habe ich die Zahncreme gewechselt. Ich nehme bewußt kein Alkohol in Lebensmitteln zu mir, bin aber auch nicht der Meinung, dass man zwangsläufig rückfällig wird, wenn einem mal was unterkommt. Allerdings, wenn sich jemand bewußt für Alkohol in Lebensmitteln entscheidet, finde ich das problematisch.
Mir ist mal eine alkoholisierte Kirsche in den Mund gekommen, da lief mir wirklich ein Wärmeschauer durch den Körper. Hab ich einen Schreck gekriegt.

Gruß

Helga Meyer
07.12.2007, 10:15
Hallo Leute,
ich glaube die Deklarationspflicht ist inzwischen so eng, dass kein Alkohol drin ist, wenn nichts draufsteht. Jahrelang haben wir mit Begeisterung Marzipan gegessen (ich liebe, bzw. liebte es, besonders das von Niederegger) und es war schon immer Alkohol drin, nur wussten wir es nicht, weil es nicht draufstehen musste. Schluck, jetzt ist es vorbei damit, immer wieder mal nehme ich Marzipan in die Hand und schaue mal nach (muss inzwischen meine Brille mit zum Einkauf nehmen, weil ich sonst die kleine Schrift nicht lesen kann), ob es vielleicht mal doch ohne Alkohol ist. Leider meistens Fehlanzeige. Die Ritter Sport Marzipan Schokolade enthält laut Deklaration keinen Alkohol, schmeckt aber auch nicht so besonders toll. Ich muss jetzt aufhören von Marzipan zu schreiben...
Ja, beim Stollen werden oft die Rosinen in Rum eingelegt. Zum Glück gibt es ja auch außer uns inzwischen Leute, die keinen Wert auf Alkohol speziell in Süßigkeiten legen, und es gibt vieles ohne und es steht dann auch drauf.
In Fleckenbühl nehmen wir es ja besonders genau, und Leute bekommen schon wegen der mehrwertigen Alkohole im Kaugummi Schwierigkeiten, was ich persönlich total bescheuert finde.

Jürgen
07.12.2007, 10:40
In Fleckenbühl nehmen wir es ja besonders genau, und Leute bekommen schon wegen der mehrwertigen Alkohole im Kaugummi Schwierigkeiten, was ich persönlich total bescheuert finde.


Bitte was? Mehrwertige Alkohole im Kaugummi?
Was ist das denn?
Jetzt nicht auch noch Kaugummi...:)

Gruss Jürgen

talktalk
07.12.2007, 11:57
In Fleckenbühl nehmen wir es ja besonders genau, und Leute bekommen schon wegen der mehrwertigen Alkohole im Kaugummi Schwierigkeiten, was ich persönlich total bescheuert finde.

Mir ist diese Diskussion "Alkohol in Lebensmitteln" unangenehm in Erinnerung. Das Thema tauchte in der Herzbergstraße überwiegend bei den "1-2jährigen" nüchternen Bewohnern auf. Ich saß mal in einer "Fallbeil-Kommission" und mußte ein "Vergehen" mitbewerten - ich saß förmlich in einer Zwickmühle. Da hatte ein Synanist in der Küche Worcestershiresauce dem Essen hinzugefügt - es handelte sich um ein festliches Essen für circa 250 Personen. Der Leiter der Runde drängte auf eine Entscheidung: "runter von der Liste" um ein Beispiel für die anderen zu setzen. Ich fand es schrecklich! 1. War wir selbst nicht klar, ob in dieser Sauce Alkohol beigegeben wird, 2. konnte ich nicht verstehen, weshalb bei dieser Verhältnismässigkeit der Menge von einer Regelverletzung die Rede war. Es war unwürdig, glich einer demagogischen und feindseeligen Treibjagd. Wie bei einer Inquisition.
Ich denke die Diskussion sollte mehr zur Aufklärung hingehen. Letztlich handelt es sich bei diesen "Vergehen" nicht um eine konkrete Entscheidung, sich mit Drogen vollzuladen.
Diese Diskussion über "Unachtsamkeit im täglichen Gebrauch von Lebensmitteln" sollte aufklärend sein und nicht als Demonstrationszwecke mißbraucht oder in Einrichtungen anderweitig "instrumentalisiert" werden. (Diese Heuchelei ist ein scharfes Instrument allgemein in Gremien, wenn man einen jemanden aus Positionen herausdrängen will. Ein Perpetum Mobile für die Eiferer.)
Worum geht es bei Suchthilfe: Über vielen anderen Disziplinen hinaus sollte der Süchtige (jung oder älter) für sein zukünftiges Leben mit "gesunden Instinkten" ausgestattet werden. Und da hilft keine Strafe, sondern Hilfe unter seinesgleichen. Aufklärung darüber, warum eine wachsame Lebenshaltung eine gutes Instrument für den Erhalt seiner Nüchternheit ist.
Alkohole in Kaugummi - meine Güte. Irgendwie sollte hier die Kirche im Dorf gelassen werden. Ich bin nicht für Toleranzen - das ist eine heikle Sache. Aber es hilft doch mehr, wenn man bei nüchternen Süchtigen die Bereitschaft weckt, sich auch mit diesen scheinbar banalen Dingen zu beschäftigen.
Es gibt kein schwarz/weiß - das Leben hat neben bunten Farben auch Grautöne. Da gilt es, unterscheiden und entscheiden zu können. Oder?

Was mich betrifft: ich achte beim Essen auf diese Feinheit und kann am Grad meiner Wachsamkeit erkennen, wie hoch meine Bereitschaft ist, meine Nüchternheit ernst zu nehmen und nicht aufs Spiel zu setzen. Und bislang hat das auch sehr gut geklappt - auch mit "Ausrutschern" wie Schokolade oder Marzipan.

DonRon
07.12.2007, 13:22
...Alkohole in Kaugummi - meine Güte. Irgendwie sollte hier die Kirche im Dorf gelassen werden...

Fleckenbühl betrachte ich als sowas wie "Kloster auf Zeit". Das gibt es auch bei den Buddhisten. Da lernt man die reine Lehre. Danach muss jeder die volle Verantwortung für das was er tut übernehmen. Er muss schließlich auch die Konsequenzen tragen.
Ich habe mal in Varna am Schwarzen Meer in einem noblen Hotel im Speisesaal gesessen (Sonderangebot im Winter). Da wurde im kreisrunden Saal in etwa drei Metern vor meinem Tisch eine Apparatur aufgestellt. Langsam wurde mir klar, dass das mir galt. Bei meiner Bestellung hatte ich der Landessprache nicht mächtig, auf irgendwas getippt. Ich fragte nach, ob jetzt für mich etwas flambiert werden solle. Ja, ja, sehr erfreut bestätigten die Kellner mir dies. Ich sagte ihnen, dass sie das alles wieder abbauen sollen und mir das Fleisch, ohne vorher Alkohol drüberzugiessen, servieren sollen. Naja, die übliche Diskussion, der Alkohol verdampfe bei 78 Grad usw. Leute wie ich, verkraften in dieser Fragestellung nur einfache Antworten, sonst gibt es eine endlose Diskussion (zumindest hier im Haus). Für mich gilt: Kein Alkohol in Speisen usw.- wo Alkohol draufsteht, ist Alkohol drin. Ist doch ganz einfach. ;)

Jürgen
07.12.2007, 13:50
Für mich gilt: Kein Alkohol in Speisen usw.- wo Alkohol draufsteht, ist Alkohol drin. Ist doch ganz einfach. ;)

ja, das ist klar und ja auch in ordnung.
aber was hat es denn nun mit dem mehrwertigen alkohol im kaugummi auf sich?

talktalk
07.12.2007, 13:57
Leute wie ich, verkraften in dieser Fragestellung nur einfache Antworten, sonst gibt es eine endlose Diskussion (zumindest hier im Haus). Für mich gilt: Kein Alkohol in Speisen usw.- wo Alkohol draufsteht, ist Alkohol drin. Ist doch ganz einfach. ;)

Dem stimme ich zu. Abgesehen davon, ein typisches Beispiel wie ein Zitat aus dem Zusammenhang herausgepickt wird. Nur mal nebenbei. Aber das Forum funktioniert nicht wie ein Nachrichtenblatt. Man kann alles lesen.

Du bist, mit Verlaub, ein alter Hase. Und die jungen :p müssen das erst lernen. Mein Beitrag votiert nicht die "endlose Diskussion" sondern Aufklärung, wieso die Formel "wo Alk draufsteht, ist Alk drin" und "kein Alk in Speisen" so wichtig für den einzelnen ist. Darüber braucht man nicht demokratisch diskutieren - zumindest nicht in unseren Kreisen. Und ffür Talkshows gibt das Thema nicht viel her.:roll:

DonRon
07.12.2007, 19:06
@talk

wir betreiben das Forum hier nicht in erster Linie als Talkshow (was auch legitim wäre) sondern eher wie ein öffentliches Meeting. Da sagt jeder seins. Das Thema Alkohol in Lebensmitteln ist unter Süchtigen schon ein interessantes Thema und ich weiß, dass das sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Aus meinen Berliner Tagen kenne ich Freunde, die sich um Alkohol in Lebensmitteln, z.B. Eis, oder Tiramisu, nie auch nur einen Deut gekümmert haben. Mir wird immer mulmig, wenn ich den Verdacht habe, da ist was drin, in dem, was ich grade esse. Mag sein, dass das ein bißchen übertrieben ist, aber so bin ich nun mal programmiert.
Ansonsten denke ich auch - wie du - dass man sich entscheidet rückfällig zu werden und nicht, dass man es versehentlich wird.

DonRon
07.12.2007, 19:08
...Abgesehen davon, ein typisches Beispiel wie ein Zitat aus dem Zusammenhang herausgepickt wird. Nur mal nebenbei. Aber das Forum funktioniert nicht wie ein Nachrichtenblatt. Man kann alles lesen.


Das verstehe ich nun gar nicht. :confused: Fühlst du dich auf den Schlips getreten? War nicht meine Absicht.

DonRon
07.12.2007, 19:50
@ jürgen

guckst du hier:

Mehrwertige Alkohole in Kaugummi??
Der Alkohol, der betrunken macht, heisst Ethanol. Es gibt aber mehrere Alkohole (genaugenommen sauviele). Das sind organische Verbindungen mit einer OH-Gruppe dran, die allgemeine Formel wäre R-OH. Mehrwertig bedeutet hier mehrere OH-Gruppen.

http://www.chemie.uni-ulm.de/experiment/glycerin.gif
Gemeint ist wohl Glycerin: 1,2,3-Propantriol. Die Endung -ol steht für die OH-Gruppe. Tri für 3; 3 OH-Gruppen.

Du musst dir also keine Sorgen machen. Von Kaugummi oder Zahnpasta betrunken zu werden ist ziemlich unwahrscheinlich http://www.chemieonline.de/forum/images/smilies/wink.gif

Es gibt zur Endung -ol und zur OH-Gruppe natürlich auch Aussnahmen, aber die lass ich mal aussen vor.
Weiterführend hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alkohole
http://science.kairo.at/chemistry/alkohole.html

Jürgen
07.12.2007, 20:20
@DonRon

Danke...

talktalk
07.12.2007, 20:20
Das verstehe ich nun gar nicht. :confused: Fühlst du dich auf den Schlips getreten? War nicht meine Absicht.

Ein klein wenig schon. Bin zur Zeit dünnhäutig. Wird schon wieder gut.;)

Averell
08.12.2007, 00:42
1. Physiologisch wird im menschlichen Körper dank der metabolischen Prozesse ein relativ konstanter Alkoholspiegel von in etwa 0,03 %0 produziert

2. Enthalten auch Lebensmittel, die keinerlei Angaben dazu machen, Alkohol. Apfelsaft, Traubensaft, Brot sind ein paar Beispiele. Die Mengen sind so gering, dass sie nicht unter die Deklarationspflicht fallen.

Generell ist es sicher sinnvoll, wenn man den "sicheren" Weg wählt und die aktive Einnahme von Alkohol meidet. Also, wo draufsteht, dass Alkohol drin ist, lasse ich die Finger. Der Umgang innerhalb Synanons allerdings hatte immer etwas von einer Hexenjagd und hatte auch etwas damit zu tun, dass Hirarchien ab und zu Exempel statuieren müssen, um glaubhaft zu sein. Im Nachhinein erkennt man, das das eine gehörige Portion Lächerlichkeit beinhaltete. Einen Teil der übelsten "Hexenjäger" habe ich in nüchternen Jahren mehrfach überholt. Die Soßen- oder auch Malzbierstories sind legendär. Für den dauerhaften Umgang mit seiner persönlichen Gefährdung findet im Leben außerhalb des "Klosters" Synanon jeder sein eigenes Rezept. Die paar Leute, die hier schreiben, zeigen, dass es funktionieren kann. Die vielen Mehrfachwiederkehrer beweisen allerdings auch, wie schwer es auch mit absoluten Dogmen ist!

MaJa
08.12.2007, 09:41
Moin moin,

es geht doch vor allem darum Leute zu sensibilisieren, die es noch nicht sind.
Logisch haben versehentliche Einnahmen von Alk nichts mit Sucht zu tun.

Treffe ich auf die Ronaldsche Kirsche spucke ich sie einfach aus.
Ein Rückfall ist doch wohl nie zufällig sondern per definitionem bewusst herbeigeführt.
Habe jedenfalls noch nie glauben können, dass jemand wie B.Becker eine Spritze findet in der zufällig Heroin ist und die dann auch noch zufällig in die Vene kriegt. Zuviel der Absurditäten.

Richtig ist auch der Hinweis, dass das Deutsche Lebensmittelgesetz leider nicht so korrekt ist, wie viele andere. In den meisten Ländern ist z.B. das sogenannte alkfreie Bier durchaus mit etwa 0,4% angegeben.

Mir scheint aber das Verhalten der längere Zeit drogenfrei Lebenden unter uns übereinzustimmen. Es funktioniert also.

Herzlich
MaJa

FraMat
08.12.2007, 10:21
... Generell ist es sicher sinnvoll, wenn man den "sicheren" Weg wählt und die aktive Einnahme von Alkohol meidet. Also, wo draufsteht, dass Alkohol drin ist, lasse ich die Finger. Der Umgang innerhalb Synanons allerdings hatte immer etwas von einer Hexenjagd und hatte auch etwas damit zu tun, dass Hirarchien ab und zu Exempel statuieren müssen, um glaubhaft zu sein. Im Nachhinein erkennt man, das das eine gehörige Portion Lächerlichkeit beinhaltete. Einen Teil der übelsten "Hexenjäger" habe ich in nüchternen Jahren mehrfach überholt. Die Soßen- oder auch Malzbierstories sind legendär. Für den dauerhaften Umgang mit seiner persönlichen Gefährdung findet im Leben außerhalb des "Klosters" Synanon jeder sein eigenes Rezept. Die paar Leute, die hier schreiben, zeigen, dass es funktionieren kann. Die vielen Mehrfachwiederkehrer beweisen allerdings auch, wie schwer es auch mit absoluten Dogmen ist!
Dem ist, was mir dazu auf der Zunge brannte, nichts mehr hinzu zu fügen. Auch mir ist . aus der BE noch so ein Yes-Törtchentribunal nachhaltig in Erinnerung.
Das schlimme an diesen Geschichten war, das jeder in solchen Momenten zur Zielscheibe werden konnte, ob schuldig oder nicht: "Sag mal, warst Du nicht auch oft mit dem unterwegs? Vielleicht habt ihr ja zusammen Yes-Törtchen gekauft. usw, usw.
Doch nichtdestsotrotz, macht micht der Hinweis von Helga in der Richtung wieder etwas wacher und solange ich diese Reaktion außerhalb des Klosterlebens habe,
ist für mich alles in Ordnung. Für den letzten Stollen werde ich mir also keine Latzhose mit Vierer verpassen.;)

Therapiekong
08.12.2007, 17:19
Nur soviel zum Thema: Ehrlichkeit zum Alkoholkonsum Ehemaliger (wie auch immer man diesen Kreis einschränken mag) ist sehr proplematisch, weil immer noch die Mentalität der Hexenjagd herrscht. Viele "gestandene" Ehemalige trinken hin ud wieder Alkohol, reden nicht darüber und haben damit auch keine Propleme (ehemalig Fixer wohl gemerkt).:!: :!:

Jürgen
08.12.2007, 18:58
Nur soviel zum Thema: Ehrlichkeit zum Alkoholkonsum Ehemaliger (wie auch immer man diesen Kreis einschränken mag) ist sehr proplematisch, weil immer noch die Mentalität der Hexenjagd herrscht. Viele "gestandene" Ehemalige trinken hin ud wieder Alkohol, reden nicht darüber und haben damit auch keine Propleme (ehemalig Fixer wohl gemerkt).:!: :!:

ich weiß, aber um gleich den schuh umzudrehen, es gibt dann auch dieses phänomen, das einige dieser "gestandenen" Ehemaligen einen leicht abfällig belächeln, weil man selbst eben immer noch nix trinkt und noch auf alkohol in lebensmittel achtet. ich war auch fixer, und säufer...und kiffer..und pillenschlucker.
und das kann ich dann ja gar nicht leiden und werde auch ziemlich unentspannt.
wenn da jemand keine probleme mit hat, werde ich auch niemanden verurteilen.
aber ich will auch nicht wie ein depp behandelt werden, weil ich immer noch trocken lebe.
hab diese erfahrungen übrigens mit keinem aus den forum gemacht. nur damit jetzt kein falsches bild entsteht.

MaJa
08.12.2007, 19:28
Moin moin,

Jürgen, never change a winning team, wir liegen richtig und was die anderen davon halten, oder wie sie es machen mag für sie gelten, aber nicht ungeprüft für mich.

Es gibt verschiedene Wege aus der Sucht und mancher mag sich für abstinent halten, obwohl er sich gelegentlich einen gönnt.
Sogar bei den AAs gilt, dass etwa einer von 1000 Alkis später imstande ist, kontrolliert zu trinken.
Na dann prost bei solcher Quote.
Ich trau mich das nicht und will meinen klaren Kopf bitteschön behalten.

Herzlich
MaJa

P.S.: War schön Dich, Jürgen, am Freitag in HH zu treffen. M.

talktalk
08.12.2007, 20:17
Laß`die Biertrinker lächeln. Ich finde, es gibt amüsanteres im Leben.8)
Ich lächle manchmal wenn sie im Lokal zu lallen beginnen. Da möchte ich nicht tauschen.

Therapiekong
08.12.2007, 20:49
Das über Abstinete gelächelt wird, habe ich wohl nicht gesagt und auch nicht, dass die Leute lallend durch die Gegend laufen. Vielleicht mal Beiträge in Ruhe und bis zum Ende lesen, bevor die pawloschen Reflexe einsetzen. :x

Jürgen
08.12.2007, 21:14
keine ahnung was pawlosche reflexe sind, aber ich habe erfahrungen berichtet und die noch recht moderat...

Averell
08.12.2007, 22:32
Mittlerweile gibt es auch in Deutschland alkoholfreies Bier mit 0,0 Prozent (hat etwa 0,05 also weniger als Traubensaft) von Bitburger und Warsteiner. Von der Sache ist es ein wenig so, wie fleischfreie Würstchen für Vegetarier. Immerhin bewahrt es mich vor diesen lästigen Erklärungen bei irgendwelchen Feierlichkeiten, denn es sieht wie Bier aus. Auf der Flasche steht zwar riesengroß 0,0 %, trotzdem fragt keiner mehr. Wenn man eine Bitter Lemon in der Hand hält, fragen ALLE, warum man denn kein Bier tränke. :D
Ich weiß zwar, dass es rein psychologisch ein Drahtseilakt ist, denn zumindest das Bitburger schmeckt wie "richtiges" Bier, aber soviel traue ich mir dann eben doch zu. Es ist natürlich auch inkonsequent, denn man kaschiert die Abstinenz. Na und? Ich kaschier sie nach außen, innerlich weiß ich genau, warum ich keinen Alkohol trinke. Interessant wäre die Frage, wie man bei Synanon mit diesen nachweislich alkoholfreien Bieren umgehen würde. Meines Wissens sind ja Apfelsaft und auch Traubensaft - unter einem hier auch gelegentlich postenden Einkäufer sogar vom edlen Haus Vaihinger eingekauft :D - sehr beliebt.:D

talktalk
09.12.2007, 00:31
Das über Abstinete gelächelt wird, habe ich wohl nicht gesagt und auch nicht, dass die Leute lallend durch die Gegend laufen. Vielleicht mal Beiträge in Ruhe und bis zum Ende lesen, bevor die pawloschen Reflexe einsetzen. :x

Dein Beitrag, lieber Therapiekong, war nicht gemeint. Ich beziehe mich auf Jürgens Beitrag.

helle
10.12.2007, 04:23
hallo zusammen,

mag ja sein, dass es süchtige gibt, die mit gelegentlichem alkohol-konsum klar kommen. ich finde das riskant. ich habe mir schon hin und wieder mal überlegt, ob ich nach der langen nüchternen zeit mit alkohol umgehen könnte. da für mich alkohol aber niemals ein genussmittel gewesen ist, sondern immer die funktion einer droge hatte, habe ich diese gedanken immer schnell ad acta gelegt. der "richtige wein" zum "richtigen essen" hat für mich nichts mit lebensqualität zu tun. ich habe vor ein paar jahren ne zeitlang alkoholfreies bier getrunken, das habe ich dann auch wieder gelassen, obwohls mir geschmeckt hat. ich kam mir irgendwie vor mir selbst blöd dabei vor, ohne dass ich das schlüssig erklären könnte. der alkoholgehalt des alkoholfreien bieres spielt für mich übrigens keine rolle, denn da ist nicht mehr drin, als in diversen fruchtsäften etc. mann, es gibt leute, dei lassen die finger von sauerteig, weil da auch alkohol drin ist.

Jürgen
10.12.2007, 10:46
hallo zusammen,

mag ja sein, dass es süchtige gibt, die mit gelegentlichem alkohol-konsum klar kommen. ich finde das riskant. ich habe mir schon hin und wieder mal überlegt, ob ich nach der langen nüchternen zeit mit alkohol umgehen könnte. da für mich alkohol aber niemals ein genussmittel gewesen ist, sondern immer die funktion einer droge hatte, habe ich diese gedanken immer schnell ad acta gelegt.

das trifft es eigentlich, alk war nie ein genussmittel in der suchtzeit.
ich glaube auch nicht, das der fixer von damals nach dem schuß sich noch `ne anständige flasche rotwein aufgemacht und noch ein glas genossen hat.
sondern es war doch eher so, das man in ermangelung von spritzbaren stoff die tabletten mit bier und wein runter gespült hat.
aber gut, jedem seine eigene abfahrt. wenn jemand trinken will, soll er trinken.
damit hab ich persönlich nur ein problem, wenn ich die leute lange abstinent erlebt habe und dann wird auf einmal kontrolliert getrunken. da gehe ich meistens erstmal auf abstand. das hat für mich aber nix mit hexenjagd zu tun sondern sind die gründe eher bei mir. ich will dann nicht so nah ran.
also Kong, ich will niemanden was, stehe aber dieser sache kritisch gegenüber.

Averell
10.12.2007, 16:56
Es kommt mir auch eher unwahrscheinlich vor, dass jemand, der früher mal ohne jegliches Maß Alkohol konsumiert hat, plötzlich kontrolliert trinken kann. Da wär mir der Versuch doch zu riskant.

helle
10.12.2007, 20:54
...Es ist natürlich auch inkonsequent, denn man kaschiert die Abstinenz. Na und? Ich kaschier sie nach außen, innerlich weiß ich genau, warum ich keinen Alkohol trinke...
hallo averell,
wir süchtigen sind doch nichts besonderes. andere leute haben auch ihre probleme bzw. eine vergangenheit, die sie nicht jedem erzählen wollen. was tut man in so einem fall? man "kaschiert" es eben. warum ist das inkonsequent, wenn ich nicht jedem auf die nase binde, dass ich ein süchtiger bin? warum man aber alkoholfreies bier trinkt, um zu kaschieren, ist mir schleierhaft. ich habe mir über die jahre einige standard-antworten zurecht gelegt, die ich je nach situation anwende. das hat dann den vorteil, dass ich weiterhin mein bitter-lemon trinken kann, ohne über gebühr blöd angequatscht zu werden.

Averell
10.12.2007, 21:17
Ich bin erst partiell zum alkoholfreien Bier gewechselt, seit es das 0,0 % Zeugs gibt. Zu bestimmten Gelegenheiten und Speisen hat mir der spezielle Geschmack früher gefehlt. Ich bin ganz froh, dass ich ihn jetzt haben kann ohne jeglichen Alkohol. Der Unterschied zu früher liegt einfach schonmal darin, dass mir der Geschmack, als ich jeden Tag getrunken habe, relativ egal war. Wir haben auch trübes Bier von der Rampe der Brauerei geklaut, welches da zu Entsorgung stand. Heute geht es mir in erster Linie um den Geschmack in Zusammenhang mit bestimmten Events. Am Anfang war ich auch eher ängstlich. Jetzt weiß ich, dass ich die Grenze im Kopf klar gezogen habe.

helle
11.12.2007, 17:13
dann hab ich dich in deinem vorletzten post wohl falsch verstanden.

DonRon
13.12.2007, 13:27
Ich bin nicht süchtig. Ich bekomme aber - das weiß ich aus leidvoller Erfahrung - Probleme, wenn ich bestimmte Stoffe, die in mir bestimmte Wirkungen entfalten, zu mir nehme. Deswegen lasse ich es.
Warum sollte ich jetzt Stoffe zu mir nehmen, die nur ganz ganz wenig davon enthalten? Will ich mich testen? Und wenn ja, wozu?
Wenn ich durstig bin, trinke ich Wasser, oder irgendwas, was den Durst löscht. Muss ich einen bestimmten Geschmack haben? Das sind so kuriose Diskussionen, auch die Hinweise auf Säfte die irgendein Anteil Alkohol haben sollen. Letztlich muss doch jeder sich darüber Rechenschaft ablegen, (oder auch nicht) warum er sich auf solche Spielchen einlässt.
Wenn ich Höhenangst habe, stelle ich mich doch nicht an den Rand eines Daches, ich bin doch nicht bescheuert.

MaJa
13.12.2007, 14:34
Moin moin DonRon,

ist nicht Deine Umschreibung im ersten Satz die Definition von Süchtig?

Bei den AA`s und NA`s habe ich gelernt, dass man immer süchtig bleibt. Du hast ja schon mehrfach auf den Glaubensbekenntnischarakter der Anonymen hingewiesen und jetzt möchte ich einfach wissen, ob nach so langer Nüchternheit wie bei Dir eine Heilung erfolgt ist und nicht nur ein "in den Griff kriegen".

Das ist natürlich nur eine akademische Frage, weil Du ja auch selbst sagst, Du lässt es lieber (wie die meisten von uns auch).

Herzlich
MaJa

Jürgen
13.12.2007, 15:13
Ja, das würde mich auch mal interessieren.
Nebenbei das mit dem "immer süchtig bleiben" habe ich bei Synanon gelernt.

talktalk
13.12.2007, 17:36
Ich bin nicht süchtig. ...... Letztlich muss doch jeder sich darüber Rechenschaft ablegen, (oder auch nicht) warum er sich auf solche Spielchen einlässt.
Wenn ich Höhenangst habe, stelle ich mich doch nicht an den Rand eines Daches, ich bin doch nicht bescheuert.

Lieber Ronald, bin etwas irritiert. Bist Du wirklich nicht mehr süchtig oder meinst Du sagen zu wollen, Dein ehemals "süchtiges Verhalten" ist nicht mehr vorhanden? Würde mich interessieren, ohne Ironie. Vielleicht liegt ein Mißverständnis vor.

Was die "Geschmacksfrage" betrifft, teile ich Deine Meinung mit dem Vergleich mit der Höhenangst.
Beispiel: ich bin ein geborener Bayer. Bier und bayerische Menschen gehören einfach zusammen. Will das jemand ernsthaft bestreiten?
Ich habe jedoch in meinem Leben noch nie alkoholfreies Bier getrunken. Aus einem einfachen Grunde: Bier trinken und besoffen werden gehört für mein anerzogenes und kulturelles Verständnis zusammen. Schunkeln, lallen, dummes Zeug von sich geben, Stimmung mit den Mittrinkern, ein "wir-sind-wir-Gefühl", dieser ganze frivole Budenzauber.
"Alkoholfreies Bier" hingegen passt garnicht in mein Verständnis. Diesen Schwenk kann ich mit meterlangen Diskussionen nicht relativieren und "gängig" zurecht flicken und daraus eine Haltung entwickeln. Und weil das mit dem "alkoholfreien Bier" nicht funktioniert, laß`ich es einfach. Und das "echte" Bier (the real thing) steht aus triftigen Gründen nicht mehr zur Disposition.
Wie wäre die Diskussion bei "Heroin ohne Morphium-Derivate"? Verdunkeltes Wasser spritzen? Irgendwie ist dieses Thema kurios. Ich habe schon Schwierigkeiten meinen "Fanta-Durst" (alle sagen zu Recht: Dreckszeug) zu ertragen.:roll:

FraMat
13.12.2007, 19:07
Ich bin nicht süchtig. Ich bekomme aber - das weiß ich aus leidvoller Erfahrung - Probleme, wenn ich bestimmte Stoffe, die in mir bestimmte Wirkungen entfalten, zu mir nehme. Deswegen lasse ich es. .

Ich halte es gerne einfach, weil das ganze ist schon kompliziert genug. Doch eigentlich habe ich die letzten Jahre immer genau so, (wie es oben steht) meine Sucht, oder meine Unfähigkeit mit bestimmten Stoffen umzugehen, definiert.
Deshalb lasse ich bestimmte Dinge einfach und experimentiere auch gar nicht groß rum, das habe ich oft + schmerzhaft genug hinter mir. Heißt, ich muss nicht so tun als ob, z.B. Malzbier trinken, nur weil ich auf irgend einem Volksfest stehe und alle dort ein großes Glas mit gelb-brauner Flüssigkeit in der Hand haben.
Wieso muss ich das denn angeblich auch haben, nur um nicht aufzufallen?
Dann fall ich doch lieber auf, mit meinem Saft in der Hand, damit kann ich umgehn. Mit dem andern auf kurz oder lang nicht.
Nachtrag:
Ach ja, aktueller Anlass war ja weihnachtliches, also Markt, Jingle Bells, Glühwein usw., ich bleib trotzdem beim Saft oder Kaffee. :)

Averell
14.12.2007, 00:39
So macht es halt jeder, wie es ihm am besten in sein Lebenskonzept passt. Ich bin der Meinung, dass ganz andere Dinge irgendwann eine viel größere Rolle spielen. Entscheidend ist, wie man mit seinem eigenen Leben zufrieden ist. Wenn man eine Arbeit hat, die nicht nur frustet, wenn man Hobbies betreibt, die einen ausfüllen, wenn es Menschen gibt, die einem wirklich was bedeuten...dann hat man auch genügend Argumente, dieses Leben nicht wieder hergeben zu wollen. Wenn ich hunderte Argumente gegen alkoholfreies Bier finde, dann hab ich auch irgendwie ein Problem. Ich seh das irgendwie gelassener. Und, ich will mich ja nicht loben, aber...:D irgendwie ist es halt mein Weg und er funktioniert ganz gut. Ich meine, ich hab nichts von, wenn ich ständig über andere und deren Befindlichkeiten, über die großen Zusammenhänge zwischen Psyche und Sucht und so, nachdenke. Ich hab auch nichts von, wenn ich dann mal wieder ab und an höre, wer alles von den klugen Leuten, die mir schon immer genau erklären konnten, was ich zu tun und zu lassen habe, um nüchtern zu bleiben, sich selbst die Kante gegeben hat (zum wievielten Mal wohl?). Aber es ringt mir mittlerweile schon ein gelassenes Schmunzeln ab, denn ich steh weiter nüchtern da und hab mir ein hübsches, selbstbestimmtes Leben aufgebaut. Das wollte ich von Anfang an und das hält mich auch nüchtern. Synanon hat mich nach zwei Jahren nur noch deprimiert. Hat eben jeder doch seinen individuellen Weg. Das kann man nicht wegreden. Irgendwann muss man es entweder allein hinkriegen oder man schaft es nie. Die meisten hier werden genau diese Erfahrung gemacht haben.

FraMat
14.12.2007, 01:25
Womit wir wieder bei der Sache mit dem mitgegebenen "Werkzeug der Nüchternheit" sind.:D Das jeder mit auf seinem Weg bekommt.
Wie es der einzelne nutzt, bleibt jedem bekanntlich selbst überlassen.
Nur es nach der Zeit garnicht mehr zu nutzen, ist schlecht - habe ich des öfteren merken müssen. :?

talktalk
14.12.2007, 22:07
Ich hab auch nichts von, wenn ich dann mal wieder ab und an höre, wer alles von den klugen Leuten, die mir schon immer genau erklären konnten, was ich zu tun und zu lassen habe, um nüchtern zu bleiben, sich selbst die Kante gegeben hat (zum wievielten Mal wohl?).QUOTE]
Scheinst ja sehr betroffen zu sein.;)

[QUOTE=Averell;3719]Aber es ringt mir mittlerweile schon ein gelassenes Schmunzeln ab, denn ich steh weiter nüchtern da und hab mir ein hübsches, selbstbestimmtes Leben aufgebaut. Das wollte ich von Anfang an und das hält mich auch nüchtern. Synanon hat mich nach zwei Jahren nur noch deprimiert.War es nicht eher Dein damaliger Zustand? Nur so mal ein Gedankenanstoß von einem der weniger klugen Leuten.;)

Averell
15.12.2007, 00:00
War es nicht eher Dein damaliger Zustand? Nur so mal ein Gedankenanstoß von einem der weniger klugen Leuten.;)

Mein Zustand, als ich zu Synanon ging, war katastrophal. Keine Frage. Dort hatte ich die Möglichkeit, viel zu lernen, was mir auch heute noch nutzt. Doch irgendwann kommt für (fast) jeden der Moment, wo Synanon einengt. Die Kunst, diesen Moment zu erkennen, war auch mir nicht gegeben. Dennoch habe ich erkannt, was ich tun muss, um genauso nüchtern wie innerhalb Synanos aber wesentlich selbstbestimmter leben zu können. Klar, das geht erst, wenn man ein gewisses Grundgerüst aufgebaut hat. Diese Chance hatte ich ja während meines Aufenthaltes. Es ist eben die Kunst, Hilfe anzunehmen, wenn man sie braucht, und selbst etwas zu tun,, wenn man es kann.

MaJa
15.12.2007, 08:33
Moin moin,

gute posts, danke dafür.
Hier fällt mir spontan ein, dass mein Auslöser nach ungezählten Rückfällen kam, als ich mich wirklich im Innersten entschloss, nüchtern zu leben und Verantwortung zu tragen et cetera.
Vorher waren das nur oktroierte Ziele mit der Nüchternheit: Partnerin, Kinder, Sozialfuzzies u.v.m.
Hatte aber nie geklappt. FraMat hat recht, die Werkzeuge kennen und haben wir, wir müssen sie nur nutzen.

Interessant, wie wir uns auf Weihnachten vorbereiten.

Schönen 3tten Advent.

Herzlich
MaJa

DonRon
16.12.2007, 22:08
... Es ist eben die Kunst, Hilfe anzunehmen, wenn man sie braucht, und selbst etwas zu tun, wenn man es kann.

Dem stimme ich vollkommen zu. Nur hat das nichts damit zu tun, ob du in Syn/Fleckenbühl oder sonst wo bist. Aber ich gebe dir insoweit recht, als es schwierig ist, sich - sozusagen im Elternhaus - zu emanzipieren.

@Maja
Mittlerweile mache ich einen Unterschied zwischen dem was ich bin, das sind die mehr oder minder unveränderlichen Kennzeichen - männlich weiß, hetero.. und dem was ich tue. Ich bin ja heute auch kein Buchhändler oder Drucker, obwohl ich beides mal gelernt und ausgeübt habe, wie das Spritzen eben auch, oder?

Averell
16.12.2007, 23:27
Aber ich gebe dir insoweit recht, als es schwierig ist, sich - sozusagen im Elternhaus - zu emanzipieren.




Das ist wohl des Pudels Kern.:D

MaJa
17.12.2007, 10:02
@Maja
Mittlerweile mache ich einen Unterschied zwischen dem was ich bin, das sind die mehr oder minder unveränderlichen Kennzeichen - männlich weiß, hetero.. und dem was ich tue. Ich bin ja heute auch kein Buchhändler oder Drucker, obwohl ich beides mal gelernt und ausgeübt habe, wie das Spritzen eben auch, oder?

Moin moin DonRon,

das ist wohl auch alles richtig.
Mir ist das aber doch zu gefährlich, mich als nicht süchtig zu bezeichnen,weil ich doch manchmal bei mir den Süchtigen auch im normalen Leben an den Reaktionen von mir erkennen kann.
Die Erkenntnis ein Süchtiger zu sein und mich entsprechend vorsichtig gegenüber den Suchtstoffen, den Plätzen und vor allem auch den ehemaligen Leidensgenossen zu verhalten, hat mich bis dato clean bleiben lassen.
Der Besuch der Meetings wiederum hat mich dazu gebracht, an meinem Charakter Dinge die behadlungsbedürftig waren und sind zu erkennen und daran zu arbeiten.

Deshalb kann ich für mich statuieren: Ich bin ein Süchtiger und habe aufzupassen, wenn es um Stoffe geht, die mich haben abstürzen lassen.

Herzlich
MaJa

DonRon
17.12.2007, 16:40
...Die Erkenntnis ein Süchtiger zu sein und mich entsprechend vorsichtig gegenüber den Suchtstoffen, den Plätzen und vor allem auch den ehemaligen Leidensgenossen zu verhalten, hat mich bis dato clean bleiben lassen. ...Deshalb kann ich für mich statuieren: Ich bin ein Süchtiger und habe aufzupassen, wenn es um Stoffe geht, die mich haben abstürzen lassen.

Dagegen kann man schlecht argumentieren. Mein Einwand sich eine solche Sichtweise anzueignen ist, dass sie mir zu sehr nach außen abgibt. Wer hat mich denn so gemacht? Wer holt mich da raus? (höhere Macht, die Gesellschaft etc.) Das ist der fundamentale Unterschied zwischen Synanon/Fleckenbühl und AA! Ich weiß, dass in Synanon das anders weitergegeben wurde, aber es wurde immer in einem viel höheren Maße die Selbstverantwortlichkeit und Fähigkeit sich zu entscheiden, betont. Heute ist das für mich eindeutig geregelt. Was in meiner Macht ist - also was ich tue, denke, fühle - liegt in meiner Macht d.h. Verantwortung, und nur ich, niemand sonst kann das beeinflussen. (mal von Gewaltanwendung usw. abgesehen)
Ich bin streng evangelisch erzogen worden. Wir sehen uns im eigentlichen Sinne nur Christus gegenüber verantwortlich, keiner menschlichen Macht oder Gewalt. Das gab Martin Bonhoeffer die Kraft gegen die Nazis zumindest innerlich zu bestehen. Ich verstehe wohl, dass das hilfreich sein kann, habe mich im Leben aber anders entschieden. ES kommt mir vor wie eine Krücke, eine hilfreiche zwar, nichtsdestotrotz, eine Krücke.

Jürgen
17.12.2007, 18:14
Dagegen kann man schlecht argumentieren. Mein Einwand sich eine solche Sichtweise anzueignen ist, dass sie mir zu sehr nach außen abgibt. Wer hat mich denn so gemacht? Wer holt mich da raus? (höhere Macht, die Gesellschaft etc.) Das ist der fundamentale Unterschied zwischen Synanon/Fleckenbühl und AA! Ich weiß, dass in Synanon das anders weitergegeben wurde, aber es wurde immer in einem viel höheren Maße die Selbstverantwortlichkeit und Fähigkeit sich zu entscheiden, betont. Heute ist das für mich eindeutig geregelt. Was in meiner Macht ist - also was ich tue, denke, fühle - liegt in meiner Macht d.h. Verantwortung, und nur ich, niemand sonst kann das beeinflussen. (mal von Gewaltanwendung usw. abgesehen)
Ich bin streng evangelisch erzogen worden. Wir sehen uns im eigentlichen Sinne nur Christus gegenüber verantwortlich, keiner menschlichen Macht oder Gewalt. Das gab Martin Bonhoeffer die Kraft gegen die Nazis zumindest innerlich zu bestehen. Ich verstehe wohl, dass das hilfreich sein kann, habe mich im Leben aber anders entschieden. ES kommt mir vor wie eine Krücke, eine hilfreiche zwar, nichtsdestotrotz, eine Krücke.

hmmm...das ist aber schon ein bißchen kompliziert gedacht, oder?
Oder geht es Dir um die Bezeichnung?
"ich bin süchtig" bedeutet für mich ja nicht das eine höhere Macht oder was auch immer dafür verantwortlich ist. Sondern eben ich selbst.
Ich kann mit bestimmten Stoffen nicht besonders gut umgehen, also lasse ich lieber die Finger davon.
Ich verstehe ja schon was Du meinst (zumindestens glaube ich das), aber ich finde den Tipp "man ist sein leben lang süchtig" einfacher und pragmatischer.
Vielleicht ist es aber auch wirklich Deine lange Zeit der Nüchternheit und vor allem die sehr konsequente Form der Nüchternheit die Du lebst, dich diesen Unterschied ziehen zu lassen.
Wir kleinen "Tütenkleber" rauchen hier und da noch, da geht auch mal eine Aspirin C ins Wasser bei Kopfschmerzen, Alk-freies Bier wird getrunken und man hört von Ehemaligen die hin und wieder kontrolliert Bier trinken. (Also das mache ich jetzt nicht alles, aber so mal als Zusammenfassung)
Das gibt es bei Dir ja gar nicht und das schon Jahrzehnte lang.
Dazu kommen Fastenzeiten und gesunde Ernährung.
Kurz gesagt, das ist ein komplett unterschiedliches Leben und dadurch auch eine unterschiedliche Lebenseinstellung.
Ich meine damit jetzt nicht den wahrscheinlich oft gehörten "Vorwurf" das nur wer außerhalb von Sy und FL wohnt, weiß wie das Leben wirklich funktioniert.
Das meine ich nicht und nebenbei, denke ich auch nicht.
Aber es ist für den Standart-Ehemaligen einfacher zu sagen "ich bin süchtig und zwar bis zu meinem Lebensende und somit lasse ich ab sofort die Finger von allen Stoffen die Süchte fördern". Zumindestens für mich.

Vielleicht liege ich auch komplett daneben und habe Dich falsch verstanden, dann bitte ich den letzten Absatz zu ignorieren.

Averell
17.12.2007, 20:47
So daneben kannst du da nicht liegen. Ich habe das mit einem gelegentlichen Kopfnicken gelesen.


Ich weiß, dass in Synanon das anders weitergegeben wurde, aber es wurde immer in einem viel höheren Maße die Selbstverantwortlichkeit und Fähigkeit sich zu entscheiden, betont.

Das hätte ich jetzt nicht so gesehen, aber wahrscheinlich reichen 2,5 Jahre Aufenthalt noch nicht, um das zu sehen. Im ersten Jahr ist es doch aus nachvollziehbaren Gründen eher so, dass man besser macht, was gesagt wird, oder hab ich das nur so gesehen?

MaJa
17.12.2007, 21:04
Moin moin,

ist ja richtig eine philosophische Diskussion geworden.
Interessant in dem Zusammenhang ist die derzeitige Debatte, inwieweit wir überhaupt frei entscheiden können, oder ob nicht jede Entscheidung und Handlungsmaxime eine Funktion der Biochemie und der vielfältigsten Bedingungen (Umwelt, Erziehung etc.) ist.

Da stimme ich Jürgen zu: Das ist für mich wenig hilfreich und könnte sogar in der Konsequenz wieder in die falsche Richtung führen; weil ich ja im Umkehrschluss als nicht mehr Süchtiger durchaus Stoffe der verschiedensten Colour konsumieren könnte wie ein nichtsüchtiger, normaler Mensch.
Nee, just datt geiht nu nich.

Immer noch passe ich auf, wohin meine Gedanken und Füße gehen. Dann habe ich eine Chance rechtzeitig gegenzusteuern.
Risikoleben habe ich genug gehabt.

Herzlich
MaJa

Jürgen
17.12.2007, 21:45
Moin moin,

Das ist für mich wenig hilfreich und könnte sogar in der Konsequenz wieder in die falsche Richtung führen; weil ich ja im Umkehrschluss als nicht mehr Süchtiger durchaus Stoffe der verschiedensten Colour konsumieren könnte wie ein nichtsüchtiger, normaler Mensch.




genau........

helle
18.12.2007, 07:19
hallo zusammen,
donron sagt im kern, dass jeder erwachsene mensch für das, was er tut oder lässt, selbst verantwortlich ist. ich sehe das absolut genau so. für mich ist das das wesentliche, um seine sucht in den griff zu bekommen, aber auch, um mit anderen widrigkeiten bzw, schwierigen situationen des lebens fertig zu werden. alles andere sind ausreden. donrons hinweis darauf, dass das bei synanon vermittelt wurde, trifft zu. averells einwand stimmt in so weit, dass es in der natur der sache steckt, am anfang der nüchternheit so manches erstmal einfach zu machen, ohne zu verstehehn, warum, und auf spätere einsicht zu hoffen. ich sage in diesem zusammenhang immer, dass es von grossem vorteil ist, wenn man irgendwann mal anfängt, das nüchterne leben gut zu finden. donron's hinweis auf die "krücken" finde ich ebenso richtig. wenn man es genau nimmt, sind auch synanon oder fl krücken. ich hoffe sehr, dass sich bei dem, was ich als nächstes sage, niemand auf den schlips getreten fühlt, aber es ist meine meinung. wie mit allem, kann man es auch mit dem satz "ich bin süchtig" übertreiben bzw. des guten zu viel tun. provokativ ausgedrückt, kann man durch die "kultivierung" dieses oder auch anderer sätze fast das gegenteil von dem erreichen, was man eigentlich will. ich habe von einer frau, die zu diesem zeitpunkt mehr als zwanzig jahre nüchtern gewesen ist, die mutter aller süchtigen-sätze gehört, nämlich "...man muss sich halt immer wieder neu entscheiden..." sorry, mir wäre das auf die dauer zu stressig, wenn man mal ganz davon absieht, dass die entscheidung zwischen nüchtern oder voll eventuell mal zu einem rückfall führen kann. oder muss man als "anständiger süchtiger" jedesmal, wenn es einem scheisse geht, zwangsläufig und reflexartig daran denken, wie toll es eigentlich wäre, sich jetzt drogen oder alkohol zu geben? nein, ich finde, es reicht vollkommen aus, sich selbst mit ausreichend strenge und unnachgiebigkeit den "jammerlappen" etc. abzugewöhnen. so, ich hoffe, ich bin nicht zu weit vom thema abgewichen. bitte um nachsicht, falls doch.

MaJa
18.12.2007, 08:10
Moin moin,

beim Lesen der Posts ist mir der Gedanke gekommen, dass ich zur Überschätzung und Großspurigkeit neige und daher für mich gilt: Lieber keine Selbstüberschätzung und immer schön bescheiden bleiben.

Die Wege der Nüchternheit sind vielfältig und es ist sehr wichtig, wie helle sagt, Spaß daran zu haben. Meint für mich weder mich kleiner zu machen als ich bin, noch mich aufzublasen (s.o.).
Also mit den mir gegebenen Mitteln glücklich zu sein.
Dazu gehört unbedingt meine Nüchternheit und die Arbeit an meiner Persönlichkeit, mich also "besser in den Griff zu kriegen" und mich zu akzeptieren, damit eventuell auch andere die Chance haben, mit mir normal umzugehen.
In meiner Suchtzeit ging das nicht, und die Defekte habe ich noch lange nicht umfassend bearbeitet.

Herzlich
MaJa

Jürgen
18.12.2007, 10:21
Das mit dem "immer neu entscheiden" sehe ich ähnlich. Das habe ich auch nie verstanden.
Das wäre mir auch zu anstrengend.
Allerdings weiß ich auch aus eigener Erfahrung, wie schnell man sich etwas vormacht und in die falsche Richtung laufen will.
Und wenn man sowas rechtzeitig mitbekommt, muss man sich ggf. nochmal wieder neu entscheiden.
Das habe ich persönlich schon so erlebt. Und ist auch noch nicht sooo lange her.

DonRon
19.12.2007, 10:29
...Da stimme ich Jürgen zu: Das ist für mich wenig hilfreich und könnte sogar in der Konsequenz wieder in die falsche Richtung führen; weil ich ja im Umkehrschluss als nicht mehr Süchtiger durchaus Stoffe der verschiedensten Colour konsumieren könnte wie ein nichtsüchtiger, normaler Mensch.
Nee, just datt geiht nu nich.
Immer noch passe ich auf, wohin meine Gedanken und Füße gehen. Dann habe ich eine Chance rechtzeitig gegenzusteuern.
Risikoleben habe ich genug gehabt.

Im Grundsatz ist das sicher alles richtig und auch praktikabel. Welches Modell du dir aussuchst, ist deine Entscheidung und du machst das, wie du es für passend hälst und wenn du hinterher noch nüchtern bist, kann es nicht ganz falsch gewesen sein, obwohl...in der Schule hatte ich manchmal im Rechnen zwar falsch gerechnet, aber das richtige Ergebnis, das war dann Zufall.
Es ist vielleicht auch nur ein Streit um des Kaisers Bart und also in gewisser Weise l´art pour l´art, aber deine Gedanken und Füße gehen eben nicht von alleine, sondern du triffst vorher die Entscheidung, wohin sie gehen und es ist aus meinem Verständnis heraus eminent wichtig zu verstehen, wie ich zu einer Entscheidung komme, aufgrund welcher Muster, Einstellungen, Ansichten usw. Das hat viel mehr mit Achtsamkeit, Einsicht und Verantwortung zu tun, als mit Risko(leben).
Dazu gehört dann natürlich auch die Erkenntnis, dass ich bestimmte Dinge nicht kann. Ich komme doch auch nicht auf die Idee aufs Matterhorn zu klettern, oder 220 Sachen mit meinem Motorrad zu fahrn oder eben ein Bier zu trinken. Alles Sachen, die ich nicht kann oder die mir zu gefährlich sind. Dazu brauche ich nicht nur keine externe Instanz, mehr noch ich lehne sowas explizit ab. Das gibt mir natürlich enorm viel Freiheit, die aber auch ihren Preis hat. Aber was ist schon umsonst?

DonRon
19.12.2007, 10:39
Noch ein Nachsatz zudem zuvor ausgeführtem. Man muss sich nicht jedesmal neu entscheiden. Das tut doch keiner. In vielen Dingen entscheidet man eine Sache für sich, aufgrund von Erfahrungen und rationalen Überlegungen und wenn einen das Leben nicht aus irgendeinem Grund mit der Nase drauf stößt, weil sich da etwas im Laufe der Zeit verändert hat, dann bleibt man dabei. Wenn ich z.B. kirchlich heirate, sage ich vor dem Pfarrer und der Gemeinde, dass ich diese Frau bis ans Ende meiner Tage als meine Frau anerkenne usw. Ich überlege diese Entscheidung nicht jeden Tag neu. Auch in vielen einfachen Dingen des täglichen Lebens handle ich vernünftigerweise aus der Gewohnheit heraus. Ich will dieses Beispiel nicht strapazieren, denn es hat natürlich, wie alle Analogien, seine Grenze.

Helga Meyer
19.12.2007, 16:52
Ich finde man kann sich doch toll finden, wenn man keinen Alkohol oder keine Drogen konsumiert. Das braucht auch keine Rechtfertigung. Ich glaube, dass sich viele Menschen angegriffen fühlen und ihren eigenen Konsum überdenken, wenn sie mitbekommen, das man keinen Alkohol trinkt. Das berührt mich nicht im geringsten. Einmal allerdings - voriges Jahr im Urlaub, ich war mit dem Alpenverein in der Toscana - hat ein Mann, der mitbekam, dass ich keinen Wein trinke, zu mir gesagt, dass er es für eine Krankheit hält, und dass mir etwas ganz Entscheidendes entgeht und dass man die Menschen in den südlichen Ländern dann nicht verstehen kann. Ich habe ihn gefragt, ob er noch nie davon gehört hat, dass es Alkoholiker gibt. Darauf meinte er, ja, die dürften nichts trinken, davon hätte er schon gehört, aber in diese Kategorie würde ich ja wohl nicht gehören. Er meinte zu wissen, wie Alkoholiker aussehen... Da habe ich mich doch angegriffen gefühlt und war nicht wirklich cool.
Ich kenne auch Menschen, die keinen Alkohol trinken, aus welchen Gründen auch immer, jedenfalls nicht deshalb, weil sie süchtig sind. Ich habe mal einen Mediziner, der sich mit Hirnforschung beschäftigt (unter diesen Menschen gibt es ja viele, die meinen, wir hätten keine Möglichkeit unser Leben zu beeinflussen, wir würden immer nur das machen, was unser Hirn uns vorschreibt), sagen hören: Wir haben nicht viel Freiheit etwas zu tun, aber die Freiheit, vieles zu lassen.
In diesem Sinne

Jürgen
19.12.2007, 17:12
ja, so ist es wohl.
Dieses Unwohlsein in Gesellschaften wo getrunken wird, weil man das Gefühl hat sich rechtfertigen zu müssen, kenne ich aber.
Manchmal geht es ganz einfach und sage eben, ich trinke nichts, weder heute noch morgen.
Manchmal fällt es mir schwerer oder ich will mich auch gar nicht erklären müssen.
Dann gehe ich nach Hause. Oder gehe gar nicht erst hin zu Veranstaltungen dieser Art.
Sprich Familienfeiern, wenn es nicht gerade Beerdigungen oder sonstige einschneidenen Geschichten sind, finden ohne mich statt.
Zu Firmenweihnachtsfeiern gehe ich so gut wie nie hin.
(gestern war sie erst wieder bei uns, heute gucken sie alle schräg aus der Wäsche)
Wenn ich Musik mache ist das komischerweise etwas anderes.
Da wo ich spiele wird oft und gerne getrunken, aber das stört mich nicht im geringsten.
Ich muss den ganzen Kram aufbauen, dann spielen, später alles wieder abbauen und einladen. Da kommt nicht ansatzweise das Gefühl auf ich müsste auch trinken können oder mich erklären müssen.

Hat mein Vortrag eine Message?

Ja, es kommt darauf an...;)

Gruss Jürgen

helle
22.12.2007, 07:37
hallo zusammen,

ich weiss nicht, ob das hierher gehört, aber ich bin der ansicht, dass eines der grundübel unserer gesellschaft eine fast allgegenwärtige art von gehirnwäsche ist. ich weiss, das hört sich nach verschwörungstheorie an, aber ich versichere euch, dass ich nicht zu den anhängern von jan van helsing etc... gehöre. die sind mir zu oberflächlich und zu primitiv und lenken von den meiner ansícht nach tatsächlichen problemen nur ab. ich will jetzt nicht vom hundertsten ins tausendste gehen. zweck der "gehirnwäsche" ist, uns in einem permanenten stadium der angst zu halten. menschen, die angst haben, sind leichter manipulierbar bzw. regierbar. wir sollen unseren job machen, konsumieren und, ganz wichtig, kräftig abfeiern. wer genau hinsieht, merkt doch, dass in europa mittlerweile die selbe angst geschürt wird, wie es in usa seit dem world trade center der fall ist. ich habe oft das gefühl, dass eine art von endzeit-stimmung entstanden ist. es wird darüber geklagt, dass der drogen- und besonders der alkoholkonsum bei kinder und jugendlichen stark zunimmt. das ist kein wunder, denn die allgemeine stimmung wird von denen natürlich angenommen. permanent werden die angeblichen gefahren beschworen, in regelmässigen abständen werden terror-warnungen nach geschoben, um seinen job hat eh fast jeder angst. was liegt in so einer situation näher, als nochmal richtig abzufeiern, bevor alles den bach runter geht? okay, das ist jetzt stark verkürzt dargestellt. aber in die richtung geht es, das ist meine überzeugung.

Therapiekong
22.12.2007, 09:48
helle, Du hast absolut Recht. Ich finde es schlicht weg zum kotzen, wie die Menschen damit manipuliert werden. Das beste Beispiel aus letzter Zeit ist der pemanente Versuch unseres rolllenden Sicherheitsrisikos (wer damit wohl gemeint ist ;) die Online-Dursuchung durchzudrücken, die bestimmt nicht vor Terroranschlägen schützt, sondern viel besser dafür geeignet ist, Hinz und Kunz zu überwachen, insbesondere die, die keine Lust mehr haben, die etablierten Volksverdreher zu wählen :-x
In diesem Sinne Fohes Fest und keep online :rolleyes:

talktalk
22.12.2007, 12:19
Wir sind bei von Orwell beschriebenen Totalirismus angekommen. Die Volksverblödung wird von einer gigantischen Konsumindustrie mit allen Rafinessen als System gepflegt. Wie bei einer Software - die wird, damit die auch weiter flüssig funktioniert - gepflegt und mit updates versorgt. Therapiekong hat es in den Auswüchsen beispielhaft beschrieben. Das System wünscht ein aktives Mitwirken des Volkes und beschreibt mit seinem Medienapparat (täglich schlimme Nachrichten) und aggressiver Werbung den neuen Menschen. Diese Manipulation hat keinen anderen Zweck als das Volk in der Spur zu halten und ist stets bemüht, diesen Budenzauber als lupenreine demokratische Lebensgemeinschaft zu verkaufen. Man beobachte nur einmal die Politiker, wenn diese über die Presse politische Entscheidungen und Entwicklungen fürs Volk in die Mikrofone flöten: stets salbungsvoll, immer ach unsere demokratischen Grundwerte, Augenaufschlag "wir sind ein demokratisches Land" und müssen dagegen und dafür entschieden vorgehen" usw. (eines der Musterbeispiele des medialen Schmierentheaters: Steinmeier, Schäuble. Eigentlich kann man sich bei einer persönlichen Verhaltensstudie nur noch totlachen.).Eine moderne Art von relation management zum Erhalt und Ausbau einer macht- und geldorientierten Gesellschaft.
Die einzige Waffe gegen diese Manipulation ist der innere Ausstieg aus diesem System. Damit meine ich nicht den totalen Ausstieg, sondern den partiellen Verzicht und die Hinwendung seiner Interessen und persönlichen Grundwerten. Ich für mich entscheide mich Stück für Stück in meinem Leben, woran ich teilnehme und woran ich nicht teilnehme. Und erkenne, daß ich nicht als Einzelgänger diese Lebenshaltung wähle... es gibt eine Bewegung, aus welchen Gründen auch immer, die sich entschlossen hat, nicht immer in der Spur (8-spurige Autobahn) zu fahren. Es gibt, um bei diesem Vergleich zu bleiben, auch schöne, gemütliche Landstraßen.
In diesem Sinne: fröhliche Weihnachten oder auch nicht. Und 2008 ist nur eine Zahl, damit z.B. das Finanzamt weiß wann es Geld zu bekommen hat und der Gebeutelte bloß nicht vergisst, wann die Stunde geschlagen hat.:D
Und deshalb wünsche ich jedem das Seine und für Ihn das Beste.:)

Averell
22.12.2007, 14:16
Das ist mir alles zu pessimistisch. Ich finde auch, man kann mehr gegen diese Entwicklung tun. Aber jetzt ist erstmal Pause. Ich fahr zu den Schwiegerelterm Weihnachtslieder singen.:D

helle
24.12.2007, 10:07
hallo,

ich bin im grunde kein pessimist, eher das gegenteil. nur habe ich mir angwöhnt, zu beobachten. nicht nur das, was um mich herum passiert, sondern auch mich selbst. ich habe absichtlich den begriff "gehirnwäsche" gewählt, denn die wenigsten dinge geschehen zufällig. in den werbe-abteilungen arbeiten psychologen. waum wohl? unlängst habe ich eine statistik gelesen, nach der ca. 30% aller frauen unter 30 jahren essstörungen haben. sind die so auf die welt gekommen, oder könnte dahinter das durch werbung etc. beförderte bild "jung, schlank, gutaussehend" stecken? in der modernen psychoanalyse spricht man vom menschen als eine "informations-verarbeitungs-maschine". das problem liegt darin, dass die verarbeitung eben nicht nur bewusst, sondern im viel grösseren masse unbewusst abläuft. das führt oft dazu, dass man, wie gesagt bewusst und unbewusst, versucht, irgendeinem "ideal" zu entsprechen. wohl dem, der gelernt hat, das alles und sich selbst hin und wieder zu hinter fragen. in diesem sinne wünsche ich allen besinnliche feiertage.

DonRon
24.12.2007, 11:39
...ich habe absichtlich den begriff "gehirnwäsche" gewählt, denn die wenigsten dinge geschehen zufällig. in den werbe-abteilungen arbeiten psychologen. waum wohl? ...
wohl dem, der gelernt hat, das alles und sich selbst hin und wieder zu hinter fragen.

Ich glaube nicht, dass hinter allem ein Masterplan steckt. Es ist vermutlich einfach so, dass mit einem gewissen Erfolg an unsere niederen Instinkte appelliert wird. Wie gesagt, es sind aber unsere Instinkte, Gier, Neid, Missgunst, Ablehnung...
Es ist natürlich schön, wenn es einigen gelingt sich selbst infrage zu stellen. Aber auch da muss man aufpassen, dass man nicht eines Tages beieinander steht und zu den Anderen hinüberschaut und spricht, wie seinerzeit die Pharisäer: Herr, ich danke dir, dass ich nicht bin, wie jene dort. :)

MaJa
24.12.2007, 12:32
Pharisäer: Herr, ich danke dir, dass ich nicht bin, wie jene dort. :)

Moin moin,

...da passt der Baumspruch des Khalil Gibran bestens.


FF
MaJa

helle
25.12.2007, 07:33
naja, irgendwann ist mit der gelassenheit schluss, auch wenn man an den meisten dingen, die passieren, nichts daran ändern kann. :-)

MaJa
11.12.2010, 23:18
Moin moin,

da sich bei mir noch keine richtige Weihnachtssimmung eingestellt hat, hier ein Link, der vielleicht doch manchem hilft, dieselbe zu bekommen.

http://ecard.ashland.edu/2004admission/index.html

Love & peace
MaJa

Meriadoc
16.12.2010, 09:41
Moin moin,
da sich bei mir noch keine richtige Weihnachtssimmung eingestellt hat, hier ein Link, der vielleicht doch manchem hilft, dieselbe zu bekommen.
Love & peace
MaJa

Ich verspüre bislang gar keine Weihnachtsstimmung, stelle nur an mir fest, dass ich in diesem Jahr total gestresst und dauergenervt bin :evil:.
Vielleicht wird dafür das eigentliche Fest um so schöner, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt. ;)

Eine schöne Rest-Adventszeit wünscht Meridoc

Averell
16.12.2010, 17:36
Schnee genug liegt ja. Ich find es schon weihnachtlich, wobei meine Gesamtsituation (war gerade ein paar Tage out of order wegen Magengeschwür) eher dagegen spricht. Aber jetzt, auf dem Weg der Besserung, kommt ein wenig Besinnlichkeit.

FraMat
16.12.2010, 23:55
Etwas wie Weihnachtsstimmung hat sich bei mir auch noch nicht eingestellt.
Ich freue mich aber auf die geplanten Treffen, Fressgelage und Aktionen im Freundeskreis. Nach dem Motto:
Salat war kalt, die Gans war warm,
weihnachtlich ist mir im Darm. ;)

BTW.
@Averal: Gute und schnelle Besserung, damit dir der Festschmaus auch bekommt.

marlene
17.12.2010, 01:02
Das sieht aber schön aus und stimmt wirklich einbißchen ein, (auch wenn mir gar nicht nach Weihnachten ist) besonders mit dem Schneefall, auch wenn wir hier im Moment genug davon haben ; )

obremst
17.12.2010, 12:41
Mir ist dieses Jahr schon weihnachtlich zumute, ich freu mich das die Familie wieder komplett zusammen ist (immer noch nüchtern :D) und ich bin froh dass ich schon alle Geschenke zusammen habe.
Mein Freund macht zu Hl.abend Rindsrolladen mit Spätzle und Blaukraut (lecker) und wenn ich jetzt noch bißchen weniger arbeiten müsste dann wärs perfekt.

DonRon
18.12.2010, 12:07
Wir schneien ein. Das an sich ist schon recht stimmungsvoll. Apropos voll, Mon chéri ist voll Alkohol. Sollte man bei den weihnachtlichen Naschereien berücksichtigen. ;)

Mit nüchternem Gruß

Averell
18.12.2010, 19:10
@Averal: Gute und schnelle Besserung, damit dir der Festschmaus auch bekommt.


Danke. Gans werde ich gar nicht erst probieren. Mit den Säureblockern geht es ja ganz gut, aber man merkt sofort, wenn irgendwas im Magen ankommt, was der momentan nicht mag.

Clara
22.12.2010, 11:13
Am 6.Januar 2011 bin ich genau 4 Jahre clean. Aber anders als bei Ronald, der sich nur einmal für die Nüchterheit entscheiden mußte, habe ich mich öfters dazu entscheiden müssen. Ich hatte in den letzten Jahren zu Weihnachten immer das dringende Bedürfniss einen Glühwein zu trinken. Um dem Drang nicht nachzugeben, mußte ich ganz klar erneut die Entscheidung für die Nüchternheit treffen. Es reicht auch nicht zu sagen, ich will nicht mehr trinken, nicht mehr kiffen etc, sondern ich muß etwas wollen. Ich muß nüchtern leben wollen. Um dauerhaft abstinent leben zu können, muß ich mich für die Nüchterheit entscheiden. In meinem Fall auch öfters.

Trotzdem esse ich ab und zu Pommes mit Ketschup/Mayo ohne zu fragen, ob in der Soße Alkohol ist.

Liebe Leute, Euch allen schöne und streßfreie Wihnachten, und ein gesundes 2011....

Averell
22.12.2010, 13:52
Nach Soßeninhalten und Plätzchenzutaten frage ich seit Jahren nicht mehr. Ich hab auch bei manchen das Gefühl, die ständige Beschäftigung mit Spuren von Alkohol in Lebensmitteln dient letztlich auch nur dazu, den alten Liebling nicht ganz zu vergessen. Ich lebe völlig "normal", trinke eben nur keine alkoholischen Getränke. Eine Rumkugel hat bei mir noch nie den Rückfallreflex ausgelöst.

Meriadoc
22.12.2010, 21:30
Nach Soßeninhalten und Plätzchenzutaten frage ich seit Jahren nicht mehr. Ich hab auch bei manchen das Gefühl, die ständige Beschäftigung mit Spuren von Alkohol in Lebensmitteln dient letztlich auch nur dazu, den alten Liebling nicht ganz zu vergessen. Ich lebe völlig "normal", trinke eben nur keine alkoholischen Getränke. Eine Rumkugel hat bei mir noch nie den Rückfallreflex ausgelöst.

Das sehe ich ganz ähnlich, meine Rückfälle hatten nie irgendetwas mit irgendeinem Lebensmittel zu tun. Aber Weinbrandbohnen etc. würde ich deswegen trotzdem nicht essen. ;)

Meridoc

Averell
22.12.2010, 22:25
. Aber Weinbrandbohnen etc. würde ich deswegen trotzdem nicht essen. ;)

Meridoc

Natürlich nicht.

obremst
24.12.2010, 17:34
schöne Weihnachten alle zusammen.

http://www.businessesgrow.com/2010/12/14/a-very-social-media-christmas/

MaJa
25.12.2010, 08:03
Danke, Obremst,

von mir auch.
Der Link ist nett.

Love and peace
MaJa

DonRon
27.12.2010, 18:06
...Trotzdem esse ich ab und zu Pommes mit Ketschup/Mayo ohne zu fragen, ob in der Soße Alkohol ist...

Daa ist sicher kein Alkohol drin. Trotzdem würde ich diesen Ansatz nicht zum Programm machen. :rolleyes:

Nen guten Rutsch und ein nüchternes, erfolgreiches Jahr wünsche ich Dir!

Gruß

Clara
28.12.2010, 11:58
Dir auch ´nen Guten Rutsch und ein gesundes 2011.

Ich weiß, daß in FL 100% darauf geachtet wird, ob irgendwo Alkohol drin ist.Ich bin da nicht so 100%ig. Ich trinke keinen Alkohol, esse kein Mon Cherie, gurgel nicht mit alkoholischem Mundwasser etc. Aber ich esse im Restaurant alles was ich möchte. Es sei denn auf der Speisekarte steht Weißweinsoße, oder so. Dann verzichte ich. Mit diesem Verhalten komme ich gut zurecht, und ich weiß, daß ich nüchtern bin.

Averell
28.12.2010, 12:21
Dir auch ´nen Guten Rutsch und ein gesundes 2011.

Ich weiß, daß in FL 100% darauf geachtet wird, ob irgendwo Alkohol drin ist.Ich bin da nicht so 100%ig. Ich trinke keinen Alkohol, esse kein Mon Cherie, gurgel nicht mit alkoholischem Mundwasser etc. Aber ich esse im Restaurant alles was ich möchte. Es sei denn auf der Speisekarte steht Weißweinsoße, oder so. Dann verzichte ich. Mit diesem Verhalten komme ich gut zurecht, und ich weiß, daß ich nüchtern bin.


Genau auch mein Ansatz. Klar, dass eine Suchthilfe da klarere Linie fahren muss, aber letztlich sollen ja Menschen am Ende rauskommen, die eigenverantwortlich leben können. Da scheint mir diese Vorgehensweise sehr praktikabel. Rückfällig wird man sowieso nicht, indem man einen Schnaps trinkt. Rückfälle bereitet man sich im Kopf vor. Wenn man das Glas auf den Tisch stellt, ist praktisch schon alles gelaufen. Eine Marzipanschokolade von Sarotti macht mir da keine Gewissensbisse.

Clara
28.12.2010, 13:01
Mir auch nicht.

Nick
31.10.2011, 11:34
"Wäre ich ein Reisender aus einer fernen Galaxie, ich würde die Menschheit vor allem für eines bewundern: Die Erfindung der Religion." ( Umberto Eco ) ;)

Clara
31.10.2011, 16:11
Heute haben sie bei mir in Ratingen in der EinkaufsPassage die WeihnachtsBeleuchtung aufgehangen. Halleluja.
Es ist wieder soweit. Aber ich muß gestehen, ich habe schon ein paar Geschenke in den letzten Wochen besorgt. SonderAngebote.
Ich mag Weihnachten.

Clara
17.12.2011, 19:09
So, morgen ist der 4. Advent. Dann noch ein paar Tage, dann ist Weihnachten. Habt Ihr schon alle Geschenke? WeihnachtsPost erledigt? Oder macht Ihr alles auf den letzten Drücker? Feiert Ihr gerne Weihnachten?