Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Depressiv und schlimmer
Hallo,
seit langer Zeit habe ich nichts mehr geschrieben, weil es mir besser ging. Mein Sohn, verheiratet, Alkoholiker und was ich gerne glauben wollte, abstinent. Er ist von seiner Therapie in eine Nachsorgeeinrichtung gegangen und wohnt auch dort. Heute habe ich ihn persönlich gesprochen und er machte den Eindruck als habe er getrunken. Am Abend rief er dann aus der Psychtrie eines Krankenhauses an, in das er geschickt worden war, als er betrunken in seine Einrichtung kam. Seiner Frau reicht es jetzt, sie hat wohl während des Gesprächs mit ihm einfach aufgelegt. Von Anfang an bei seinen Therapien sagte sie immer, der schafft es sowieso nicht. Ich bin von der ganzen Situation enttäuscht und weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Eine Frage an Euch da draussen, gibt es überhaupt noch Hoffnung??
Gruß Rena :( :cry:
Das ist eine schwere Frage. Rückfälle dieser Art halte ich für nicht sehr ungewöhnlich. Auch ich bin nach fast 3 Jahren aus Synanon raus direkt rückfällig geworden, wieder Entgiftung, danach etwa 10 Tage nüchtern und wieder rückfällig. Dann war ich ca 3 Monate in einer Wohngruppe für Alkoholiker und meine Lebensumstände haben sich wesentlich geändert. Manchmal ist es eine Kleinigkeit, die den Ausschlag in die eine oder andere Richtung gibt. Ich bin jetzt seit über 12 Jahren trocken. Mein Umfelt hat immer Unterstützung signalisiert, wenn ich selbst versucht habe, nüchtern zu leben. Genauso haben Sie aber auch immer deutlich gemacht, dass sie nicht zur Verfügung stehen, wenn ich am Saufen war. Letztlich war das der richtige Weg. Ich konnte mich nie über längere Zeit irgendwie "durchmogeln". Vielleicht ist das auch eine Überlegung, die du anstellen solltest. Mach deinem Sohn klar, dass du als Mutter nur da sein kannst, wenn er trocken ist. Das ist die Grundvoraussetzung. Kann sein, er schafft es nie, kann aber auch sein, dass er jetzt gerade den entscheidenden Schritt tut, der aus der Sucht heraus führt. Hoffnung gibt es immer, wichtig allerdings ist, dein Sohn muss es wollen. Von allein geht es nicht, aber das wisst ihr ja beide.
... gibt es überhaupt noch Hoffnung??
Hoffnungslose Fälle gibt es nicht! Heißt aber nicht, dass es nicht Fälle gibt, wo die Hoffnung mitsamt dem Fall stirbt. Man weiß es nicht. Was man tun kann, ist, die Person, um die es sich handelt, loszulassen. Das heißt keine Erwartungen an sie zu stellen und auch keine Befürchtungen zu hegen. Nicht ganz einfach, aber es geht. Letztlich heißt das nichts anderes, als die Dinge anzuerkennen, wie sie sind. Es bleibt dir sowieso nichts anderes übrig. An seiner Situation kannst du nichts ändern.
Gruss
Hallo,
mein Sohn hatte einen Rückfall und ist in der Psychatrie. Er kommt gegen seinen Feind Alkohol nicht an. Nach 3, fast erfolglosen, Therapien hat er darum gebeten, ob es nicht ein Medikament gebe dass ihm hilft seine schrekliche Sucht in den Griff zu kriegen. Es ist ihm geraten worden Antabus zu nehmen unter ärztlicher Aufsicht. Er lebt jetzt alleine, es ist also niemand da, der helfen könnte, wenn was passiert. Wer weiß Rat und hat Erfahrung mit Antabus?
Gruß Rena
hallo rena,
das zeug kenne ich persönlich nicht. scheint aber nicht ganz ungefährlich zu sein, wenn man trotzdem alkohol zu sich nimmt.
Es ist ihm geraten worden Antabus zu nehmen unter ärztlicher Aufsicht. Er lebt jetzt alleine, es ist also niemand da, der helfen könnte, wenn was passiert. Wer weiß Rat und hat Erfahrung mit Antabus?
Gruß Rena
Kann man machen, ist aber nur eine vorübergehende Krücke. Spätestens, wenn das Antabus nicht mehr gegeben wird, trinkt der Alkoholiker wieder. Was passiert, wenn er trotz Antabus trinkt? Nun, mindestens sollte im kotzübel werden, sonst hat es ja keinen Sinn.
Es müßte was inhaltliches passieren, was bedeutet, dass man sein Verhalten und seine Einstellung zum Trinken und vieles mehr ändern muss. Wer ihm dabei helfen kann? Selbsthilfegruppen, Therapeuten, Sozialarbeiter..., aber nur, wenn er wirklich Hilfe haben will. Wenn es ihm nur darum geht sich selbst oder seiner Mutter oder wem auch immer zu beweisen, dass er ein hoffnungsloser Fall ist, dann klappt das nicht.
Hallo DonRon,
das hier ist keine Antwort auf Ihren Beitrag. Ich habe noch eine Frage, ist Hypnose hilfreich für einen Alkoholiker? Er will gerne aufhören schafft es aber nicht alleine.
Gruss Rena
talktalk
09.05.2008, 17:37
Hallo DonRon,
das hier ist keine Antwort auf Ihren Beitrag. Ich habe noch eine Frage, ist Hypnose hilfreich für einen Alkoholiker? Er will gerne aufhören schafft es aber nicht alleine.
Gruss Rena
Hallo Rena, Alkoholismus kann nicht von einem "genommen" werden. Das ist harte Arbeit und der Betroffene muß sich beteiligen, sich engagieren. Merkwürdig ist, daß "er" sich keinen Rat in diesem Forum holt. "Er" - der Betroffene - scheint das von "anderen" für sich machen zu lassen. So wird das nix. Weder mit Antabus, mit Beten, mit Hypnose. Gruß - talktalk
Tja, tut mir leid aber ich schließe mich meinem Vorredner an.
Rena, ich weiß nicht wie viel du für ihn tust oder erledigst, aber einer der Gründe warum Süchtige manchmal nicht in die Puschen kommen ist, dass sie immer wieder jemanden finden, der die Dinge für sie erledigt. So können sie dann weitermachen wie bisher.
Ich weiß es ist schwer, aber man muss loslassen können.
Wenn er es alleine nicht schafft, bringe ihn her und setz ihn vor der Tür ab und fahre weg. Hier helfen ihm über hundert Leute. Mach ihm aber vorher klar, dass du ihn nicht wieder mit nimmst.
Gruss
Hallo,
ich habe auch so einen Sohn,es macht mich ganz krank, er war so ein liebenswürdiges Kind,charmant sensibel , einfach liebenswert. Er ist leider die meisste Zeit bei senmem Vater aufgewachsen.Das war ein grosser Fehler meinerseits, ich weiss es ist unverzeilich.Aber ich musste arbeiten ,freiberuflich hatte niemanden der sich kümmern konnte , ich war noch sehr jung,sorry ....... kurze Pause...... es ist alles so wie soll ich sagen heftig was ich hier von euch lese.Ich komme mir so hilflos vor.
Ich habe deinen Beitrag mehrmals gelesen, und wüsste sehr gerne:Bist Du heute darüber weg? Bist Du in etwa gesund?
Lieben Gruss Heidi
Moin Heidi
also aus der Sicht eines Sohnes kann ich nur sagen, ich habe keine Drogen genommen weil irgendwas schief lief in unserer Familie, sondern weil mich die Drogenszene und die Wirkung von Drogen faziniert haben.
Das etwas in unserer Familie schief lief damals, hat vielleicht mein Drogenkonsum ein wenig begünstigt. Aber andersrum hätte eine Idylle es nicht verhindert. Da bin ich heute sicher.
Es waren auch keine falschen Freunde oder sonstige äußeren Einflüsse schuld.
Meine Eltern (getrennt lebend) haben sich natürlich auch Vorwürfe gemacht. Als ich ich noch drauf war, habe ich das auch dementsprechend ausgenutzt.
Erst als ich nüchtern wurde konnte ich meine Eltern langsam davon überzeugen, das sie weder einen nennenswerten Einfluss auf meinen Drogenkonsum hatten, noch auf meinen späteren Ausstieg. (aktuell 17 Jahre nüchtern)
Ich will damit sagen, mach Dir nicht soviel Gedanken was Du hättest besser machen können, sondern mehr was Du jetzt aktuell tun kannst um ihm zu helfen.
Aber diese Selbstvorwurfschiene bringt gar nichts und ist meistens komplett falsch.
Viel Glück
Brett
naja, ich habe nichts dagegen, dass eltern sich auch mal selbstkritisch überprüfen. das heisst aber nicht, dass das zwangsläufig zu schuldzuweisungen füren muss in bezug auf die sucht des eigenen kindes. ich selbst hatte auch ne ziemlich harte kindheit, auf die ich mich als aktiver süchtiger auch lange und gerne bezogen habe. es mag ja auch etwas daran gewesen sein bzw. sage ich heute immer, dass meine eltern zumindest nicht viel dafür getan haben, dass ich mich als kind geborgen und geliebt gefühlt hätte. für einen nüchternen süchtigen ist das alles aber erst fünftes semester.
...Ich habe deinen Beitrag mehrmals gelesen, und wüsste sehr gerne:Bist Du heute darüber weg? Bist Du in etwa gesund?
Hallo Heidi,
die meisten, die hier schreiben sind ehemalige Fixer und leben heute ohne Drogen, d.h. nüchtern. Insofern sind sie alle lebende Beispiele dafür, dass es geht. In unseren Augen gibt es auch keine hoffnungslosen Fälle. Jeder kann aussteigen.
Das Leben geht immer nur nach vorne, nie zurück. Es hilft also nicht über vergossene Milch zu jammern. Du solltest Dich fragen, was kann ich vernünftigerweise heute tun? Zuerst für mich und dann vielleicht auch für meinen Sohn. In jedem Fall solltest Du Dich in eine Verfassung bringen, in der Du Lebensfreude und Hoffnung ausstrahlst. Nur so kannst Du anderen helfen.
Gruß
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