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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Besuche außerhalb FL/Ausgang



marlene
15.01.2009, 00:42
Hallo wieder mal, liebe Mitglieder des Forums und Fleckenbühler !!

Dagmar
15.01.2009, 13:10
Hallo marlene,
mein Name ist Dagmar,ich bin die Hausleitung von Hof Fleckenbühl und versuche mal deine Fragen zu beantworten. Also:
Nach 6 Monaten kann man alleine raus, z.B. mal in die Stadt o.ä. Die "erste Heimfahrt" zu den Eltern kann man nach 12 Monaten machen, die "zweite Heimfahrt" nach 18 Monaten. Beide Fahrten werden vom Haus bezahlt,sie dauern von Samstag mittag bis Sonntag abend. Wenn man sich nicht alleine in die alte Umgebung traut, kann man sich auch von einem anderen Hofbewohner begleiten lassen.
Ich wünsche dir einen schönen Tag
Dagmar

marlene
15.01.2009, 13:18
Hallo Dagmar,
vielen Dank erst mal, für die Antwort.

Also, daß man nach der Pause, die ja für alle schon lang genug (wenn auch sinnvoll & nachvollziehbar) ist, noch bis zum 12. Monat warten muß, ist ja heftig und bezieht sich das nur auf Besuch bei den Eltern (hört sich so an) oder auch andere Angehörige?
Das die zweite Heimfahrt sogar erst nach 18 Monaten "gestattet" ist, finden wir einbißchen krass.
Es ist doch alles auf freiwilliger Basis- wieso gibt es da solche Vorgaben?

Lieben Gruß, marlene

ps: da fällt mir ein; man darf ja auch zu Besuch zu Euch kommen nach einem halben Jahr, da gibt es ja wahrscheinlich dann öfter die Möglichkeit, seinen Angehörigen zu sehen, nehme ich. So kann man die Zeit ja dann auch gut überbrücken.

DonRon
15.01.2009, 15:58
Hallo marlene,

mach Dir nicht so viel Gedanken um ungelegte Eier. Es ist so, Dein Freund kann nach einem halben Jahr alleine raus in die nähere Umgebung. Also nach Schönstadt, Cölbe oder Marburg. Kaffee trinken, Kino etc. Wenn ihn seine Freundin (Du?) das erste mal auf dem Hof besucht, findet es erst mal in Begleitung statt. Beim nächsten Mal, wenn es keine Probleme gegeben hat, könnt ihr ohne Begleitung sein.
Mit "Heimfahrt" ist gemeint, dass er das erste mal in seine alte Umgebung (wo er Drogen genommen hat, alte Freunde hat, Dealer kennt usw.) fährt. Das ist in der Regel eine sehr belastende Angelegenheit, weswegen wir da etwas vorsichtig sind.
Letztlich ist das alles freiwillig und ein Vorankommen hängt immer davon ab, ob Dein Freund wirklich keine Drogen mehr nehmen will. Der Hof macht sein Entgegenkommen letztlich von seiner Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Ehrlichkeit abhängig. Wenn die Leute auf dem Hof das Gefühl haben, es wird nicht mit offenen Karten gespielt, gibt es sicher Schwierigkeiten.
Du solltest vielleicht in Erwägung ziehen, Sucht ist eine potentiell tödliche Angelegenheit.

Gruß

talktalk
15.01.2009, 17:00
....Sucht ist eine potentiell tödliche Angelegenheit.

Gruß

Gott sei Dank wurde das mal ausgesprochen.

marlene
15.01.2009, 20:43
Hallo DonRon,

ja das sehe ich ein, daß die alte Umgebung mit ehemaligen Freunden usw. wie Du es beschrieben hast für manche sicher sehr belastend ist und eine große Herausforderung sein kann.

Also, man hört halt so viel und macht sich dann Gedanken:rolleyes: . Aber ich weiß schon, daß die Leute bei Euch gut aufgehoben sind und damit wirklich für sich und Familie/Partner eine neue Chance erhalten, wieder einen Neuanfang finden zu können:D .

Ich denke, alle Fragen die jetzt noch so aufgekommen waren in der letzten Zeit, sind damit auch beantwortet.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende (ist ja bald) und weiterhin eine gute und gesunde Zeit.

Vielen Dank auch an Dich für Deine Antwort ;)

Averell
15.01.2009, 21:49
Wenn erstmal das erste halbe Jahr rum ist, könnt ihr ja besprechen, wie es weitergehen soll. Wenn er erstmal solange sauber ist, kann man ja individueller planen. "Man" sagt zwar Minimum ca. zwei Jahre, aber weißt du, ich hab Leute getroffen, denen haben 5 Jahre Synanon nicht gereicht und andere, die kapieren es schnell. Wichtig ist, dass du ihn nicht drängst.

marlene
16.01.2009, 01:35
Hallo Averell,

nein, auch wenn das jetzt vielleicht durch meine Beiträge so den Anschein erweckt haben mag, drängen oder ihn in irgend eine Richtung forcieren möchte ich gar nicht.

Ich muß sagen, die ersten Wochen waren am härtesten :( - plötzlich ganz allein, aber inzwischen geht es auch für mich jeden Tag ein bißchen mehr Berg auf und ich bin auch dabei nun mal wieder auch an mich zu denken, etwas für mich/uns zu tun, damit wir irgendwann, wenn wir uns treffen, alles Negative hinter uns lassen können- ich hab mich auch schon mit dem Gedanken vertraut gemacht, alles mehr auf mich zukommen zu lassen- egal wie es irgendwann kommen sollte.

Auch wenn es sich nicht so entwickeln sollte, wie ich es erhoffe, so würde ich doch für ihn nur das Beste wollen.

Jetzt versuche ich jedenfalls positiver zu denken :) , mir nicht mehr so viel Negatives auszumalen, von dem ich sowieso nicht wissen kann, wie es kommen wird.

Wenn s nach mir geht, hat er jedenfalls alle Zeit, die er braucht, unabhängig davon, was dabei heraus kommt.

Herzliche Grüße, marlene

Nick
16.01.2009, 11:39
Hallo marlene,
mach Dir nicht so viel Gedanken um ungelegte Eier.
Gruß

...so sieht's aus,...weitere Gedanken zu dem Thema mitzuteilen erspare ich mir sonst gibt es wieder Stress,...:)

talktalk
16.01.2009, 13:52
...so sieht's aus,...weitere Gedanken zu dem Thema mitzuteilen erspare ich mir sonst gibt es wieder Stress,...:)

Ja mein lieber Nick. "Hardcore" ist nicht erwünscht.:mrgreen:

Therapiekong
16.01.2009, 17:44
Schei... auf Stress, den können wir doch ab :D:D

Matrix
16.01.2009, 21:21
Ein herzliches Hallo erst mal...:rolleyes:
Muß das Thema leider noch mal aufgreifen... Vielleicht mögen die erfahrenen Benutzer in ihrer Abgeklärtheit übersehen, das für die Angehörigen von heut auf morgen ein wichtiger Teil des Lebens fehlt,keiner da ist der sich um deine (meist problematischen) Angelegenheiten kümmert, du keinen geschützen Lebensbereich hast, deine Freunde nur Bahnhof verstehen und wenn dann niemand da ist,der dir die Welt aus Sicht eines Süchtigen erklärt, kann die Phantasie schon paradoxe Bilder produzieren. Ich habe Gott sei dank einen solchen guten Freund mit dem ich über die ganze Problematik reden kann.
Will sagen, ihr solltet die Arroganz beim posten mal kurzzeitig ablegen, denn marlene ist auch in einer Art Notlage gewesen. Ironie ist da wohl völlig unangebracht. Auch seelische Notlagen habe ich schon tödlich enden sehen.
Wenn ihr nicht den Nerv habt euch mit den Ängsten, Sorgen und Nöten von Angehörigen auseinander zu setzen, dann laßt sie einfach nicht zu für das Forum.

Therapiekong
16.01.2009, 21:28
:?::?: Eine selbsternannte Forumspolizei lassen wir auch nicht zu :-x

Matrix
16.01.2009, 21:56
Aber, aber dazu fehlt mir jegliche Kompetenz. Hab ich da jemanden ans Beinchen gepinkelt? ach..Ironie ist doch immer wieder verlockend :)

Averell
17.01.2009, 01:30
Will sagen, ihr solltet die Arroganz beim posten mal kurzzeitig ablegen, ...Wenn ihr nicht den Nerv habt euch mit den Ängsten, Sorgen und Nöten von Angehörigen auseinander zu setzen, dann laßt sie einfach nicht zu für das Forum.

Diese Art der Verallgemeinerung macht dich nicht unbedingt zu einem besonders klugen Schreiber. Ich finde das ziemlich unfair!!

Matrix
17.01.2009, 11:26
Diese Art der Verallgemeinerung macht dich nicht unbedingt zu einem besonders klugen Schreiber. Ich finde das ziemlich unfair!!

Einen wunderschönen guten Morgen wünsch ich uns allen ;)
Ich erhebe auch nicht den Anspruch ein besonders kluger Schreiber zu sein, sondern wollte nur mal zum Ausdruck bringen, dass Ironie das Letzte ist was man braucht wenn man sich ein wenig Hilfe erhofft. Leider kamen die "Sprüche" nur von den erfahrenen Benutzer, deshalb die Verallgemeinerung. Die Jacke sollte sich nur anziehen, wem sie auch paßt.
Na ja, auch wenn ich mich jetzt nicht mehr zu "Jedermanns Liebling" qualifizieren kann, hoffe ich der nächsten "Marlene" wird etwas anders begenet. Wir sind ja Gott dei Dank nicht alle so nervig.
Euch allen ein schönes Wochenende auch wenn das Leben nicht immer fair ist und manche Menschen unklug.

Averell
17.01.2009, 12:26
Ironie passt eben auch nicht immer, genausowenig wie eiin großes Ego und der Alleinvertretungsanspruch auf die Wahrheit. Schön finde ich, dass Marlene sicher die Möglichkeit hatte, hier ein paar Dinge mitzunehmen, die ihr wirklich helfen. Gäbe es dieses Forum nicht, wäre sie ja vielleicht nur auf diesen investigativen "Sektenbericht" gestoßen. Zumindest das ist nicht passiert.

Dagmar
17.01.2009, 12:40
Hallo Marlene, ich seh`s wie DonRon,mach dir nicht soviel Gedanken.Anfangs hört sich das natürlich alles heftig an : 12 Monate warten bis man das erste Mal nach Hause fahren darf u.s.w...., aber die "Vorgaben" sind aus vielen Jahren Erfahrung heraus entstanden. Wir könnten ja auch sagen: o.k., nach sechs Monaten und dann nochmal `ne Woche später fahren die Leute nach Hause ins alte Umfeld...Aber glaub mir, das wäre zu belastend für die Leute. Ich spreche ja als Süchtige aus eigener Erfahrung und weiß selbst wie sich das anfühlt wenn man zu Hause ist: alte Kumpel die weiter Drogen nehmen, besorget Familienmitglieder,das ist schon ein seltsames, auch fremdes Gefühl. Bisher hab ich nur Leute kennengelernt die froh waren wieder "auf den Hof,nach hause zu kommen". Ich wünsch dir einen schönen Tag Dagmar

Averell
17.01.2009, 14:25
Vorgaben sind wichtig und nötig. Vielleicht könnte man hier nachdenken, ob es wirklich eine Frage der Zeit ist (ich stelle dabei ja nicht in Frage, dass es klar sein dürfte, dass einige wenige Wochen nicht reichen). Die Probleme werden auch nach einem Jahr ähnlich sein. Aber natürlich ist das nicht entscheidend. Wenn Fleckenbühl meint, nach einem Jahr kann man das erst machen, dann ist das auch ein Erfahrungswert. Wie aber an anderer Stelle bereits geschrieben, meine persönlichen Erfahrungen - nicht vergleichbar mit den hunderten Süchtigen, die eine Selbsthilfe durchlaufen - sagen mir, dass ich viele Leute kennengelernt habe, denen drei, vier Jahre Aufenthalt nicht gereicht haben, um dauerhaft nüchtern zu bleiben. Ich könnte mir vorstellen, dass das zumindest zu meiner Zeit daran lag, dass man eine Vorbereitung auf ein leben außerhalb der Gemeinschaft praktisch ausklammerte. Anfang der 90er Jahre hat man Leute, die bei Synanon ausziehen wollten, oft ziemlich negative Gefühle mitgegeben.
Am Ende steht und fällt alles mit dem eigenen Willen. Die Gemeinschaft ist ein extremes Gerüst. Wenn man sich darauf einlässt, ohne selbst bestimmte Dinge irgendwann zu regeln und zu hinterfragen, dann steht man am Tag X im Regen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass sich in den letzten 15 Jahren da auch einiges getan hat. Der Beginn des Umdenkens war schon zu spüren, als ich noch in der Bernburger lebte.

DonRon
17.01.2009, 18:40
...Ich könnte mir vorstellen, dass das zumindest zu meiner Zeit daran lag, dass man eine Vorbereitung auf ein leben außerhalb der Gemeinschaft praktisch ausklammerte. Anfang der 90er Jahre hat man Leute, die bei Synanon ausziehen wollten, oft ziemlich negative Gefühle mitgegeben.


In der Tat, da hat sich einiges geändert. Heute gibt es den sogenannten "geplanten Auszug". Der allerdings erst ab einem Jahr möglich ist. Vorher (natürlich auch nachher) geht man auf eigenes Risiko. Man meldet seinen Auszug an und hat dann drei Monate Zeit alles zu regeln. Arbeit, Wohnung etc. Es gibt eine Starthilfe in Form eines Kredits und natürlich Klamotten, Möbel etc. Auch der weitere Kontakt zu Fleckenbühl ist nach vier Wochen möglich, falls nicht sogar eine Anstellung bei uns erfolgt und, und, und...
D.h. niemand muss hier heimlich weggehen. Niemand wird festgehalten. Wenn wir allerdings den Eindruck haben jemand ist noch nicht reif alleine zurechtzukommen, kriegt er das natürlich gesagt. Insider wissen: Hier kriegt man auch Antworten auf Fragen, die man gar nicht gestellt hat. :-)

Gruß

Averell
18.01.2009, 00:32
Das klingt richtig verantwortungsvoll! Hat es 1994 in Berlin nicht gegeben. Da hat man die Leute teilweise noch bei Nacht und Nebel vom Hof gejagt mit vorgeschobenen Begründungen. Dabei laufen in Deutschland mittlerweile einige sehr gute Argumente für das Funktionieren der Selbsthilfeorganisation durch die Prärie. Einige davon sind ja hier versammelt. Viele Jahre Nüchternheit in Eigenverantwortung, sowas ist viel besser als die Besuche von Bundespräsident, Kanzler und Außenminister zusammen!!

helle
18.01.2009, 02:12
mein auszug 1986 war auch geplant, mich hat niemand bei nacht und nebel vom hof gejagt. ich bin ein halbes jahr vor meinem auszug in die altengruppe gegangen, habe meine weitere planung mitgeteilt, habe mir die erlaubnis geholt, aus dem keller ein paar möbel mit zu nehmen, und das war's.
@matrix: ich habe gesucht, aber keine nennenswerte ironie gefunden. im gegenteil, in einigen beiträgen hat man doch ganz nett mit den sogenannten angehörigen gesprochen und sie dabei immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass es für angehörige ebenfalls hilfsangebote gibt. die gibt es sogar schon ziemlich lange, das ist also nichts neues. andersherum wird eher ein schuh draus. man sollte einfach akzeptieren, dass sich die suchthilfe fl eben in erster linie um die süchtigen kümmert. ich weiss nicht, woher da irgendwelche ansprüche auf betreuung der angehörigen kommen. die werden aber hier im forum eh befriedigt, finde ich. ich habe es an anderer stelle schon gesagt, zu meiner zeit waren uns die angehörigen schlicht wurscht. da hat sich also in der zwischenzeit eh schon einiges getan.

Benjamin
31.01.2009, 04:23
Wenn ihr nicht den Nerv habt euch mit den Ängsten, Sorgen und Nöten von Angehörigen auseinander zu setzen, dann laßt sie einfach nicht zu für das Forum.
Dem stimme ich zu. Als ehemaliger Betreiber einer Website die ausschließlich Ironie, Sarkasmuns und Zynismus zum Thema hatte ist mir die Art von Ironie sehr wohl aufgefallen. Es wurde doch schon gesagt: Drogen sind tödlich und darum für alle ein ernstes Thema. Bei aller Liebe und Spaß darf dies nicht vergessen werden.

Tja,;und sonst: Nix wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. :)
P.s.: Puh habe ich nen Sodbrennen. Ob das wohl vom Waldmeister kommt :rolleyes:

DonRon
02.02.2009, 10:32
Dem stimme ich zu. Als ehemaliger Betreiber einer Website die ausschließlich Ironie, Sarkasmuns und Zynismus zum Thema hatte ist mir die Art von Ironie sehr wohl aufgefallen.

Hallo Benjamin,

einverstanden, aber wo siehst Du hier im Forum das Problem. Dir ist sicher aufgefallen, wir pflegen hier ein offenes Wort, deshalb wäre uns natürlich mehr damit geholfen, wenn Du Ross und Reiter nennst. :cool:

Gruß