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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ausstieg ohne Therapeutische Hilfe!



student
19.08.2008, 16:40
Hallo!
Ich suche für eine wissenschaftliche Studie an der Uni ehemalige Drogenabhängige (illegale Drogen oder Alkohol), die ohne therapeutische Hilfe es ganz allein geschafft haben ihre Sucht zu überwinden. Ich würde dann ein Interview durchführen. Ich wäre sehr dankbar für Hinweise und Vermittlungen. Wahrscheinlich werde ich für die nächsten Jahre mit dem Thema beschäftigt sein, weswegen ich -auch wenn das Erstellungsdatum dieses Beitrages alt sein sollte - dennoch um e-mails bitte. Bitte schreiben sie an: delfino22@web.de

Vielen Dank für die Unterstützung!

Student

FraMat
19.08.2008, 19:03
Hallo,

deine Frage wirft noch einige andere Fragen auf, um darauf wirklich was dazu sagen zu können.
Am meisten irritiert mich die Bezeichnung: ganz allein geschafft haben ihre Sucht zu überwinden ,
was ich persönlich einfach für unmöglich halte.
Weil es heißt nicht umsonst: Ein Süchtiger allein ist in schlechter Gesellschaft.;)
Ohne Therapie oder professioneller therapeutischen Hilfe,(Einzel- Gruppengespräche), geht es schon, wenn Du das damit meinst.
Der Zusatz professionell dehalb, weil die verschiedenen Selbsthilfegrupen, die ohne Fachpersonal arbeiten auch eine therapeutische Wirkung haben.

Alleine nüchter/clean werden, verstehe höchstens ich in dem Sinne, dass jemand erst mal aufhört überhaupt zu konsumieren, seine Wohnung, Umfeld usw.
von allen typischen Utensilien befreit, also ausmisten.;) Und zur nächsten Selbsthilfegruppe seiner Wahl rennt. Und das am besten am Anfang so oft wie möglich.
In der Art komme ich dann mit dem Begriff "alleine" so einigermaßen klar.

student
19.08.2008, 20:11
Vielen Dank für deine Nachfrage und die Hinweise FraMat,

also..."ganz alleine" war in Bezug auf den Ausdruck "ohne therapeutische Hilfe" zu deuten. Ich suche nämlich Personen, die aus eigenem Antrieb heraus, ohne die Unterstützung von Selbsthilfegruppen oder Therapieprogrammen die Sucht überwunden haben. Der "informellen" Hilfe (Freunde, Partner), die begleitend unterstützend gewirkt hat, schreibe ich in meiner Arbeit keinen „therapeutischen“ Wert zu. Es gibt tatsächlich solche Leute, die ohne professionelle Hilfe bzw. Selbsthilfegruppen den Ausstieg geschafft haben. Genau die suche ich. Es gibt sie nicht wie Sand am Meer, weswegen auch jeder Hinweis willkommen ist!
Grüße
Student

Jürgen
19.08.2008, 23:09
Moin,

also ich kenne keinen.
(ok, ich komme aus dem Selbsthilfeumfeld, da trifft man die ja auch nicht)
Aber mich würden dann irgendwann deine Ergebnisse interessieren.

Es wird wohl auch mit der Defenition schwierig werden.
Denn selbst wenn Du jemanden findest, der einfach so aufgehört hat, dann hat der (oder diejenige) garantiert irgendwann vorher schon mal eine Art von Therapie hinter sich gebracht. Und die hinterlassen immer Spuren.
Also ist das dann wirklich ein aufhören ohne "therapeutische" Hilfe?

Den Säufer oder Junkie zu finden der jahrelang konsumiert hat und auf einmal so ohne weiteres aufhört, die gibt es wahrscheinlich wirklich sehr selten.
(und wenn, warum hat er aufgehört, wenn es so gut lief :/ )
Ich kenne ja keinen, aber das schrieb ich ja schon.

Viel Glück und berichte mal zwischendurch.

Averell
20.08.2008, 01:39
Ich halte das auch für eher unwahrscheinlich. Kann mir nur vorstellen, dass es Leute gibt, die nicht sehr tief in die Problematik reingeraten sind und rechtzeitig den Absprung durch einen rigerosen Cut schaffen. Ansonsten gibt es zumindest Krankenhauseinlieferungen, die zwangsläufig zu Kontakten therapeutischer Art führen. Ok, diese sind vielleicht nicht dauerhaft und nicht besonders intensiv, gleichwohl hinterlassen die Spuren. Letztlich hinterlässt jeder Kontakt Spuren. Mich würde wirklich interessieren, ob es solche Leute wirklich gibt und inwieweit man ihre Drogenkontakte als massive Sucht bezeichnen kann. Irgendwie kenne ich sowas nur aus Filmen, von wegen drei Tage einschließen, leiden, kotzen, alles zertrümmern und dann ist alles SUPI. Bei mir ist es nicht so gelaufen, in meinem Umfeld ist es früher nicht so gelaufen und auch meine jetzigen Kontakte zeichnen ein anderes Bild.

student
20.08.2008, 17:20
Vielen Dank für Eure Hinweise! Das stimmt schon, dass fast jeder schon mal irgendeinen Kontakt mit einer therapeutischen Einrichtung gehabt hat. Leute, die eine Therapie abgebrochen haben und es dann selbst schaffen, sind für mich auch interessant. Ich bin ziemlich offen, für die unterschiedlichen Konstellationen. Vielleicht war die Bemerkung "ohne therapeutische Hilfe" missverständlich. Ich hoffe, Euch fällt nun jemand ein, der in diese Kategorie fällt.
Grüße
Student

talktalk
20.08.2008, 17:22
Der Bursche, bereits 1965 ein harter Opiat-Junkie, lebte in München.
Franz wurde in Holland nüchtern durch die Gnade Gottes und durch einen starken Glauben an Gott.
Zu lesen unter:

http://www.soulsaver.de/article.php?id=206&layout=thepassion

Er starb im Alter von 52 Jahren. Ich kannte ihn persönlich während seiner "aktiven Zeit des Nehmens" und danach. Er erzählte mir von Jesus, der ihn rettete. Franz war voll Dankbarkeit und unglaublich bescheiden.

Clean durch die Gnade Gottes - C.G. Jung hat zu diesem Thema etwas geschrieben.

student
20.08.2008, 20:11
Hi Talktalk,

die Lebensgeschichte von Frank wäre ein Beispiel für das, was ich suche. Danke!
Kannst du mir sagen, in welchem Buch Jung über dieses Phänomen geschrieben hat?

Grüße