Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Olympia boykottieren
Therapiekong
16.03.2008, 20:06
Da ja alle schon in den Osterferien sind, oder aus anderen Gründen sich aus Allem raushalten, mach ich mal ein neues Thema auf.
Was halten ihr davon die Olympischen Spiele in China zu boykotieren, weil sich China in Tibet außerhalb jeder völkerechtlichen Norm verhält.
Ich jedenfalls bin dafür, denn irgenwie muss man solchen menschenverachtenden Diktaturen die Stirn bieten, auch wenn natürlich einigen Firmen die billigen Kinderarbeitskräfte höchst willkommen sind :!: :evil:
Das bringt doch nichts. Das IOC muss seiner Verantwortung gerecht werden schon bei der Vergabe. Boykotte führen nur wieder in den kalten Krieg zurück. Den Schaden haben nur die Sportler, die zum Spielball politischer Demonstrationen werden.
Das IOC muss seiner Verantwortung gerecht werden schon bei der Vergabe. Boykotte führen nur wieder in den kalten Krieg zurück. Den Schaden haben nur die Sportler, die zum Spielball politischer Demonstrationen werden.
da muss ich averell ausnahmsweise mal zustimmen. im übrigen mache ich meinen eigenen privaten boykott, wie ich es schon bei einigen veranstaltungen getan habe. ich werde mir die olympiade nicht anschauen.
Therapiekong
21.03.2008, 10:53
Wo liegt der Schaden für die Sportler? Ich gleube kaum, dass sie für die Teilnahme selbst bezahlen müssen, höchstens für die Dopingmittel. Es kann doch nicht angehen, dass die halbwegs demokratischen und sozialbewussten Staaten sich von diesen diktatorische, brutalen und zynischen Staaten wie China, Iran etc. an der Nase herumführen lassen. Mal sehen was "Betonfrisur" Angie dazu für zuckersüße Kommentare abgibt. :confused:
Nun ist Sport - zum Glück - ja nicht NUR ein finanzielles Geschäft. Für einen Sportler ist noch immer eines seiner sportlichen Ziele, bei Olympischen Spielen dabeigewesen zu sein. 1980 bzw. 1984 hat man viele Sportler dieser Perspektive beraubt. Der ideelle Schaden für die Athleten ist somit imens. Ich würde auch den Iran nicht mit China vergleichen wollen. Ansonsten aber ist alles besser, was dafür sorgt, im Gespräch zu bleiben. Ein Boykott würde letztlich nur dazu führen, dass man noch ungestörter macht was man will in China. Ganz davon abgesehen, ist der globale Kapitalismus bei seiner Gier kaum dazu zu bewegen, den am schnellsten wachsenden Markt einfach aufzugeben.Da soll die olympische Bewegung richten, was andere nicht können bzw. wollen? Nein. Allein die Durchführung der Spiele in China ist auch wieder ein Signal, welches Hoffnung gibt, denn die KP Chinas ist nicht das ganze Volk.
hallo zusammen,
ich will meine letzte aussage mal präzisieren. ich bin gegen einen olympia-boykott, solange er von staats- bzw. funktionärswegen betrieben wird. schliesslich haben anlässlich der vergabe der spiele nach china alle gewusst, was dort läuft. tibet ist ja nicht erst vor kurzem von china besetzt worden. die jetzigen reaktionen von dieser seite sind schlicht heuchlerisch und verlogen. wenn einzelne athleten verzichten wollen, ist das ihr gutes recht, bringt aber gar nichts. besser wäre es in diesem fall, vor ort als teilnehmer seinen protest zu artikulieren. das hätte, wenn man es gut organisieren würde, wesentlich mehr wirkung.
mein absens vor dem tv hat eher andere gründe. mich interessiert das alles nicht mehr so sehr, egal, ob es nun olympia oder tour de france etc. sei. mir ist meine zeit zu schade, um sie abgedopten, verlogenen sportlern zu widmen. vielleicht zappe ich mal rein, wenn ich überhaupt nichts besseres zu tun habe.
Therapiekong
23.03.2008, 12:36
mich interessiert das alles nicht mehr so sehr, egal, ob es nun olympia oder tour de france etc. sei. mir ist meine zeit zu schade, um sie abgedopten, verlogenen sportlern zu widmen. vielleicht zappe ich mal rein, wenn ich überhaupt nichts besseres zu tun habe.
Ganz meiner Meinung:!:
besser wäre es in diesem fall, vor ort als teilnehmer seinen protest zu artikulieren. das hätte, wenn man es gut organisieren würde, wesentlich mehr wirkung.
Dann wird man sicher ausgeschlossen, wie der serbische Schwimmer , der bei den gerade stattfindenden Meisterschaften bei der Siegerehrung ein Shirt trug "Kosovo ist Serbien". Sowas dulden Sportfunktionäre nicht.
Dann wird man sicher ausgeschlossen, wie der serbische Schwimmer , der bei den gerade stattfindenden Meisterschaften bei der Siegerehrung ein Shirt trug "Kosovo ist Serbien". Sowas dulden Sportfunktionäre nicht.
da hast du recht. als alternative zum persönlichen boykott macht es aber sinn, denn lezterer taugt höchstens zu einer notiz in den nachrichten und evtl. einer einladung zu "anne will". das aber kratzt in china niemanden.
Ich gehe fest davon aus, dass es irgendwelche Meinungsäußerungen geben wird bei Olympia. Interessant wird es sein, zu sehen, wie China damit umgeht bzw. diese verhindert.
Solche Aktionen sind tausendmal wirksamer als ein Boykott, denn der führt nur zu einem Zusammenrücken des chinesischen Volkes, da dieses sich ausgegrenzt fühlen muss. Das kann man nicht wollen.
Therapiekong
25.03.2008, 19:55
Solche Aktionen sind tausendmal wirksamer als ein Boykott ..
Bezweifele ich stark, vor allen Dingen das tausendmal. Besser ist es, wenn keiner die Glotze anmacht, um sich Olympia anzuschauen. Die einfachste Gleichung: Keine Quote, keine Werbeeinnahmen, die bereits gezahlten Übertragungsgelder zurückfordern, und schon kann man sehen, wie das Olympische Kommitee und die Verwertungsgesellschaften kuschen. Die haben auf einmal ein sooooo großes Herz für Tibet (und immer schon gehabt), dass sie Atembeschwerden bekommen :-P :-P
talktalk
26.03.2008, 14:36
Bezweifele ich stark, vor allen Dingen das tausendmal. Besser ist es, wenn keiner die Glotze anmacht, um sich Olympia anzuschauen. Die einfachste Gleichung: Keine Quote, keine Werbeeinnahmen, die bereits gezahlten Übertragungsgelder zurückfordern, und schon kann man sehen, wie das Olympische Kommitee und die Verwertungsgesellschaften kuschen. Die haben auf einmal ein sooooo großes Herz für Tibet (und immer schon gehabt), dass sie Atembeschwerden bekommen :-P :-P
Ich fürchte da ist was Wahres dran.
talktalk
26.03.2008, 14:37
Ich gehe fest davon aus, dass es irgendwelche Meinungsäußerungen geben wird bei Olympia. Interessant wird es sein, zu sehen, wie China damit umgeht bzw. diese verhindert.
Solche Aktionen sind tausendmal wirksamer als ein Boykott, denn der führt nur zu einem Zusammenrücken des chinesischen Volkes, da dieses sich ausgegrenzt fühlen muss. Das kann man nicht wollen.
Das chinesische Volk rückt nicht mehr zusammen, es ist schon eng genug in den Metropolen. Das chinesische Volk wird grausam ausgebeutet und lebt unter ärmlichsten Verhältnissen.
matrix60
26.03.2008, 18:40
nun, wer jetzt einen olympia boykott fordert scheint meiner meinung nach 7 jahre damit gewartet zu haben (hier meine ich nicht die nutzer des forums, sondern die scheinheiligkeit der medien, funktionäre und politiker). wie weiter oben schon erwähnt ist das "problem" tibet nicht neu. china ist eine reine diktatur und wenn der 1ste vorsitzende es für richtig hält, werden grad mal einige hundert menschen geschlachtet. - wenn man sieht wer 2001 noch auf der bewerberliste in Moskau stand, u.a., Istanbul, Havanna, könnte man evt. annehmen es handelt sich um eine veranstaltung der "schurkenstaaten" (da fehlt dann nur noch der iran, nordkorea und die usa evt. noch lichtenstein).
meiner meinung nach geht und ging beim zuschlag für china 2001 um absatzmärkte. der wirtschaft ist es wurscht was dort politisch und gesellschaftlich passiert, wichtig ist es einen fuß im größten markt der welt zu haben. und diese wirtschaft vergibt die spiele nicht die nok´s. interessant währe es ja, in erfahrung zu bringen, wieviele zwangsarbeiter an dem aufbau der olympischen spielstätten beigetragen haben. auch hier gibt sicherlich es für die westliche wirtschaft einiges an potential, da macht es schon sinn seine betriebe nach china zu verlegen. den aktionär freut´s (in anlehnung an: dem transportör iss nix zu schwör).
Wer glaubt, es ginge bei der Vergabe um andere Dinge als wirtschaftliche Interessen, ist ein Träumer. Wer dann noch glaubt, das humane Mitgefühl mit Unterdrückten würde politisch in Westeuropa irgendeine entscheidende Rolle spielen, na ja, der hat auch die Politik in Deutschland niemals hinterfragt. Wie ich bereits am Beginn der Diskussion sagte, wurde die Möglichkeit, ein politisches Signal zu setzen, bei der Vergabe versäumt. Nur wird das IOC zwar politisch beeinflusst, sieht sich selbt aber als völlig unpolitisch.
Auch ist es illusorisch, dass Menschen gezielt abschalten bei der Übertragung von Sport. Es wäre eine Geste, wenn das viele z. B. bei der Eröffnungszeremonie täten. Das würde ichg auch mitmachen. Dem Sportler selber hilft es nicht und er kann am wenigsten dafür. Außerdem müssen die auch noch ganz andere Probleme in den Griff kriegen. Allein wegen des nicht zu unterbindenden Dopingproblems gibt es eine praktisch nicht zu bewältigende Arbeit im Bereich fast jeder Sportart.
Ganz meiner Meinung:!:
Ist auch meine Meinung. Abgesehen davon dass mich die Olympischen Spiele ohnehin nicht interessieren denke ich auch man hätte doch sicher schon seit zig Jahren ohne Ende Gelegenheit sich neben Tibet u.a. über Tschetschenien, Palästina, Irland, Zypern, etc. etc. aufzuregen,..
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